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Dünger im Ozean - Fluch oder Segen?

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:07 — abgelaufen

Wissensclou 23. Mai 2008


SCIENCE-Studie: Auch Emission von Stickstoffverbindungen heizt Klimaproblematik an

Die Aktivitäten des Menschen auf der Erde führen nicht nur zu einem Anstieg der Kohlendioxidkonzentrationen, die wiederum für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht werden, auch die Emissionen von Stickstoffverbindungen steigen immer stärker an. Wie auch beim Kohlendioxid wird ein Teil dieser Stickstoffverbindungen vom Ozean aufgenommen und umgesetzt. Eine neue internationale Studie unter Beteiligung Kieler Meeresforscher, die am 16. Mai in der amerikanischen Fachzeitschrift "Science" erscheint, zeigt, dass dieser zusätzliche Stickstoff aus der Atmosphäre im Ozean als Dünger fungiert. Er verstärkt dort die biologische Produktion, führt aber auch zu weiteren Rückkopplungen in Ozean und Atmosphäre.

Düngung verstärkt möglicherweise Treibhauseffekt

(...)
o Nach Aussagen der Studie könnten etwa 10% der Kohlendioxidaufnahme des Ozeans auf den zusätzlichen Düngeeffekt zurück geführt werden. Andererseits gibt es auch eine mögliche Rückkopplung in die Atmosphäre bedingt durch stärkere N2O Emissionen, die wiederum den Treibhauseffekt verstärken können.


Meldung 23. Mai: Stickstoffdüngung und KlimaentwicklungIndischer Ozean zukünftiger Schauplatz für globalen Einfluss durch Sticktoffemissionen

"Wir haben Daten und Erkenntnisse aus vielen verschiedenen Bereichen zusammengetragen, neu analysiert und diskutiert", so Prof. Dr. Julie LaRoche Co-Autorin der Studie vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel. "Bis heute haben die anthropogenen Einträge an Stickstoff in die Atmosphäre den größten Einfluss auf den Nordatlantik. Vorhersagen über zukünftige Emissionen prognostizieren einen zunehmenden globalen Einfluss vor allem im Bereich des Indischen Ozeans", führt Prof. LaRoche weiter aus.
Eine weitere Unsicherheit stellt die teilweise noch dünne Datenlage dar. (...) Besondere Bedeutung hat dabei die Erforschung der Reaktion des marinen Ökosystems auf den Eintrag von Staub und anderen atmosphärischen Partikeln. Ebenso sind die Faktoren von Bedeutung, die die Produktion von Treibhausgasen wie N2O im Ozean begünstigen.


Abb.: Rekonstruierte Gesamtdeposition von atmosphärischem Stickstoff im Ozean für das Jahr 1860 (a, oben), im Jahr 2000 (b, Mitte) und erwartete Veränderung im Jahr 2030 zum Jahr 2000.Nach Duce et al., Science, 2008, 320, 893-897.


Diese Themen sind auch ein Schwerpunkt des BMBF-Verbundprojektes SOPRAN (Surface Ocean Processes in the Anthropocene; www.sopran.pangaea.de). (...)
Weitere Informationen:

http://www.sfb754.de/ - SFB 754: Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean

http://www.sopran.pangaea.de - SOPRAN Surface Ocean Processes in the Anthropocene


Verweise
Artikel