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Methanquellen der letzten 30 000 Jahre: Glaziologen liefern neue Erkenntnisse für die Klimaforschung

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:07 — abgelaufen

Wissensclou 18. April 2008


Neue Erkenntnisse über natürliche Veränderungen der Methankonzentrationen in der Atmosphäre


Eisbohrkerne sind für die Klimaforschung wichtig, da sie das einzige direkte Archiv sind, an dem Wissenschaftler die Zusammensetzung der Atmosphäre und hier insbesondere die Konzentration der Treibhausgase in der Vergangenheit messen können. Mit Hilfe neu entwickelter Isotopenverfahren ist es Wissenschaftlern des European Project for Ice Coring In Antarctica (EPICA) jetzt gelungen, die wichtigsten Prozesse zu identifizieren, die zu Änderungen der Methankonzentration während des Übergangs von der letzten Eiszeit in unsere Warmzeit führten. Die heute im Wissenschaftsmagazin nature erschienene Studie zeigt, dass Feuchtgebiete in Eiszeiten deutlich weniger Methan emittieren. Im Gegensatz dazu blieb der Ausstoß von Methan aus Waldbränden zwischen Eis- und Warmzeit erstaunlich konstant.

Methanquellen von der letzten Eiszeit zur Warmzeit

In der Ausgabe des Wissenschaftsmagazins nature vom 17. April 2008 publizieren Mitarbeiter des Forschungsprojekts EPICA neue Erkenntnisse über die natürlichen Änderungen des zweitwichtigsten Treibhausgases Methan (CH4). Die Wissenschaftler präsentieren zum ersten Mal eine Zeitreihe der kohlenstoffisotopischen Zusammensetzung von Methan (d13CH4) für den gesamten Übergang von der letzten Eiszeit zur Warmzeit. Diese Daten liefern quantitative Information über die Quellen, die für die beobachteten Methanänderungen verantwortlich sind.


meldung 18. April : Eiskernbeprobung
















Forscher arbeiten an einem EPICA-Eiskern in der Kohnen-Station, Antarktis.Foto: Hannes Grobe, Alfred-Wegener-Institut


Methanwerte durch künstlich erzeugte Emissionen um das Doppelte angestiegen

Die gut belegten Änderungen der Methankonzentration von Eiszeit zu Warmzeit sind drastisch. Glaziale Konzentrationen betrugen ca. 350 ppbv (parts per billion by volume) und nahmen im Verlauf des Eiszeit/Warmzeit-Übergangs auf ca. 700 ppbv zu. Darüber hinaus beobachtete man Konzentrationsänderungen von ca. 200 ppbv, die mit schnellen Klimaschwankungen verknüpft sind. Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat der Mensch durch künstliche Methanemissionen die Methankonzentration auf 1750 ppbv erhöht.


meldung 18. April : Dr. Fischer, Glaziologe am AWI

Was verursachte die deutlichen Änderungen der natürlichen Methankonzentration bevor der Mensch eingriff?

Um diese Frage zu beantworten, entwickelten die Wissenschaftler eine neue analytische Methode, um das Verhältnis der Isotope 12CH4 und 13CH4 an Eiskernen zu messen. Dieses Verhältnis liefert Informationen über die beteiligten Methanquellen.


Dr. Hubertus Fischer, Glaziologe am Alfred-Wegener-Institut, bei der Arbeit an einem Eiskern.Foto: G. Traufetter


Mehr Information über das Projekt EPICA in der vollständigen Pressemitteilung.




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