Interview 22. Juli 2008: Captain Niels Jakobi
22.07.2008
Frédérique Steens im Interview mit dem Kapitän der METEOR: Niels Jakobi
Frédérique Steens' interview with the captain of METEOR: Niels Jacobi
Niels Jakobi, der Kapitän der METEOR auf
seiner Brücke
Niels
Jakobi, captain of the METEOR on his bridge
Wie lange sind Sie schon Kapitän?
Ich bin Kapitän seit
1994, zuerst auf dem Forschungsschiff ALKOR. Die ALKOR befährt vorwiegend die
Ostsee. Seit dem Jahr 2000 bin ich als Kapitän der METEOR im Einsatz, aber
meine erste Reise auf diesem Schiff war schon 1987 als Zweiter Offizier.
Niels Jacobi, first of all, for how long have
you been a captain?
I am
captain since 1994, first on board of the RV Alkor. This research vessel sailed
mainly in the area of the Baltic Sea. Since
2000 I have been sailing as captain on the Meteor, but my first cruise on the
Meteor was in 1987 as second mate.
Sind Sie denn auch auf Handelsschiffen gefahren?
Ja, ich war auch auf
Handelsschiffen, in der Cargo- und Containerfahrt als Dritter Offizier, bevor
ich mit der Forschungsschifffahrt begann und war vorwiegend mit nautischen
Aufgaben betreut.
Have you been on commercial vessels before?
Yes, I have
been on commercial ships, cargo and container ships as a third mate before. In
this position I needed to perform for example navigational tasks.
Und wenn Sie noch mal wählen würden, was würde
Ihnen mehr zusagen – die Forschungsschifffahrt oder die Containerschiffe?
Ich würde noch mal in die
Forschungsschifffahrt gehen (sagt er ganz
ohne zu zögern), weil die Forschungsreisen eine unglaubliche Abwechslung
bieten. Es geht dabei eben nicht nur darum, eine Ladung von Punkt A nach Punkt
B zu befördern, sondern jeder Tag bringt andere Aufgaben. Man arbeitet eng mit
der Wissenschaft zusammen, und das tue ich gerne, weil mich die Forschung
interessiert. Es macht auch Spaß, dann doch immer wieder zusammen zu kommen,
weil oft die gleichen Wissenschaftler über Jahre auf unsere Schiffe
zurückkehren. Antje zum Beispiel (die
derzeitige Fahrtleiterin) kenne ich, seit sie das allererste Mal als
Studentin auf METEOR war (das ist 19 Jahre her), und man weiß dann doch genau
wie man zusammenarbeitet und was die Interessen sind.
So if you would need to choose, what would you
prefer: sailing on a research vessel or commercial shipping?
I would
choose the research vessel (he says that
without hesitating) because on a research vessel every voyage is completely
different, and it is not only about shipping your cargo from point A to point
B. Besides this, every day is quite different; you work with scientists, which
is good since I am interested in the research aspect also. It is quite nice to
work with them, also because often the same scientists return on the research
vessel, for example Antje (the current
chief scientist). I know her since her first time on this ship yet being a
student (19 years ago). That way you
get to know exactly what their interests are about.
Also als Kapitän hat man es doch sicher gut an
Bord und viele Vorteile?
Naja.....nein, da gibt es
gar keine Vorteile (lacht)! Es sieht
ja vielleicht erstmal einfach aus, anderen zu sagen was sie zu tun haben, aber
alles was man sagt, muss der Gesetzeslage und den vielen Verordnungen
entsprechen, und es muss auch möglich sein, es umzusetzen. Zum Beispiel muss
ich für alles was die Wissenschaft will, erst einmal herausbekommen, ob das
auch wirklich machbar ist. Und das ist oft schwierig – andererseits sind
schwierige Aufgaben ja auch spannender als einfache. Wenn es mal schwierig oder
gar brenzlig wird, bin ich derjenige, der Entscheidungen treffen muss. Und es
gibt immer irgendetwas - zum Beispiel hatten wir einen Unfall mit dem
Seismik-Kompressor-Container auf der letzten Reise, und einmal gab es sogar
Feuer in der Maschine, das aber glücklicherweise innerhalb von 20 Minuten
gelöscht werden konnte.
Being the captain you must have many advantages
on board?
Well…,
actually there are no advantages! (laughs)
It looks easy to tell people what to do, but everything has to be in accordance
to the law and every order should be possible to execute as well. For example,
when the scientists have a request I need to figure out if this is possible to
accomplish. These are actually the major difficulties, however, difficulties
are also interesting. In case of difficult situations or danger I am the person
that needs to make the decision. For example we had difficulties with the
compressor on the last cruise. Also we once had a fire in the engine room, but
luckily we were able to extinguish this in about 20 minutes.
Was sind die schlimmsten und schönsten Momente im
Leben als Seefahrer?
Die schlimmsten
Erfahrungen sind die Probleme und Gefahren, die plötzlich hereinbrechen können,
wie zum Beispiel Feuer an Bord. Es ist auch wirklich sehr schwierig für das
Familienleben, so lange weg zu sein. Aber dann ist es auch wundervoll nach vier
bis fünf Monaten Seefahrt zwei Monate am Stück Urlaub zu haben. Das Schönste?
Ich liebe die See seit meiner Kindheit. Jeder Tag auf See ist wie der erste Tag
(freut sich).
What do you think is the worst and the nicest
aspects of life on sea?
The worst
experiences are the problems that can arise during a cruise such as the fire I
mentioned before. Also being for a long time on sea is hard for your family
life. Luckily, when I have been away for four to five months I can enjoy two
months of holidays, which is very good. The nicest aspect? Well, I love the sea
since my childhood. Every single day feels like being on a ship the first day. (smiles happily)
Wollten Sie schon immer Kapitän werden?
Nein, da hatte ich einige
verschiedene Ideen. Erst wollte ich Kunst studieren, dann Biologie, aber als
ich zwischen 15 und 16 war, wollte ich Kapitän werden und habe mich für ein
maritimes Studium entschieden. Aber eigentlich ist alles gut hingekommen –
heutzutage kann ich alles Drei kombinieren. Ich arbeite mit Wissenschaftlern
und fahre zur See, und in meiner wenigen Freizeit male ich Aquarelle.
Did you always wanted to become a captain?
No, it
changed quite a lot. First I wanted to study arts, then biology, but when I was
about 15 or 16 I wanted to become a captain and thus studied maritime sciences.
But it came out quite good, because now I can combine all three of these
wishes. I work with scientists, and I sail, and in my little spare time as a
captain I paint pictures (see picture 5).
Vielen Dank für das Interview,
Kapitän!
Thank you for the
interview, captain!
Eine Aquarell der METEOR gemalt von unserem Kapitän
Aquarel of his vessel METEOR painted by the captain








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