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Meteor Logbuch 1. August:Volle Kontrolle über QUEST

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:07 — abgelaufen

Oni Oluwatobi studiert an der Jacobs University Bremen Mikrobiologie und Neurowissenschaften. Heute berichtet er direkt aus dem ROV-Container über den Ablauf eines Tauchgangs des Unterwasserrobotors QUEST 4000.


Planeterde Blog

Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor  Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew.  In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de  führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog  zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!

Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI  und AWI  sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.

Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:

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1. August 2008 (Autor: Oni Oluwatobi)


FS Meteor: Shadow
Aktuelle Position


Heute im Meteor-Blog:


Oluwatobi Oni“Guten Tag, ich bin Oni Oluwatobi, aus Nigeria. Ich bin im zweiten Jahr meines Studiums zum Bachelor in Biologie und Neurowissenschaften an der Jacobs Universität Bremen. Ich liebe Mikrobiologie und daher verbringe ich den Sommer als Praktikant in der Mikrobiellen Habitat Gruppe des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie, einer Arbeitsgruppe, die von einer unserer Professoren an der Jacobs Universität, Antje Boetius, geleitet wird. Sie hat mir die Gelegenheit gegeben, an einer Expedition zur Erforschung des tiefen Afrikanischen Kontinentalrands vor Namibia, Angola, Congo und Gabun teilzunehmen. Auf der Ausfahrt helfe ich dabei, für die Erforschung des mikrobiellen Lebens in der Tiefsee Sedimente vom Meeresboden zu beproben, die von dem Unterwasserroboter QUEST mit nach oben gebracht werden. Außerdem erstelle ich Archivlisten für die Sedimentproben und fixiere Proben für die spätere Quantifizierung von Mikroben durch die Fluoreszenz In Situ Hybridisierung (FISH) und durch Acridine Orange Direkt Zellzählung.”

1. August: Bild 1














Oluwatobi schreibt bis morgens um 4 Uhr an den Archivprotokollen für die Sedimentproben

Volle Kontrolle über QUEST

Gestern hat mich Antje Boetius für eine Schicht im ROV Container eingeteilt, wo alle Operationen des Tiefseeroboters QUEST ferngesteuert kontrolliert werden. Dabei sollte ich von ihr lernen, wie man die verschiedenen Aktivitäten des Tauchgangs protokolliert. Ich habe das zum ersten Mal gemacht und hatte auch noch nie zuvor gesehen, wie der Roboter gesteuert wird. Das hat mich wirklich erstaunt zu sehen, wie effektiv und genau der Roboter in 3000 Meter Wassertiefe gezielte Proben von verschiedenen Habitaten nehmen kann. Für mich, einem waschechten Fußballfan, könnte die Übertragung des Finales der UEFA Champions League oder des FIFA Worldcup Finals nicht spannender sein, als den Roboter auf dem kristallklaren Bildschirm des ROV Containers arbeiten zu sehen. Alles ging gut voran, und mir hat jede Sekunde im Container Spaß gemacht.

1. August: Bild 3













Oluwatobi und Petra Ristova messen die bakterielle Respiration in Tiefseesedimenten mittels Winkler Titration

Dann war der Tauchgang zu Ende, und es war Zeit aufzutauchen. Zuerst musste noch die Schublade vom LIFT geschlossen werden. Der LIFT transportiert die größeren Proben und Instrumente vom Meeresboden zurück zum Schiff. Der Pilot des QUEST hatte es mehrmals versucht, die Schublade zuzubekommen, aber sie rutschte wieder nach vorne und es wurde jedes Mal schwieriger, an sie heranzukommen. Dann rief der Pilot die anderen Co-Piloten aus seinem Team einen nach dem anderen herein, um zu beraten, was man tun könne. Die Piloten haben schon jahrelange Erfahrung im Umgang mit dem ROV, und so haben sie gemeinsam versucht das Problem zu lösen – zuerst sah es aber ziemlich hoffnungslos aus. Alle wurden immer frustrierter, ich inklusive, und zu diesem Zeitpunkt wünschte ich mir nichts mehr als dass endlich die Schublade zu gehen würde und meine Schicht zu Ende wäre. Dann hat es der Hauptpilot noch einmal versucht, mit all seinem Können, und plötzlich hat es geklappt! Alle haben sich gefreut, und dank der Expertise der Piloten und der Crew hatten wir einen erfolgreicher Abschluss des Tauchgangs.

1. August: Bild 4

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Oluwatobi, Petra und Felix Muller bekommen eine Führung durch die Maschine des Forschungsschiffes METEOR


Verweise
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