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Meteor-Logbuch 11. August: Darf ich vorstellen? Das ROV-Team!

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:08 — abgelaufen

Ohne diese Männer würde auf Meteor Expedition M76/3b gar nichts laufen: neun kreative Köpfe mit technischem Geschick bilden das ROV-Team, das GLOMAR-Studentin Christina Bienhold heute vorstellt.


Planeterde Blog

Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor  Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew.  In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de  führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog  zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!

Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI  und AWI  sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.

Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:

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11. August 2008 (Autorin: Christina Bienhold)


FS Meteor: Shadow

Aktuelle Position


Darf ich vorstellen? Das ROV-Team!

Christina BienholdDer heutige Blog kommt nochmal von GLOMAR Studentin Christina Bienhold (siehe Einträge vom 17.07. und 3.08.), die heute einige Mitglieder des ROV-Teams vorstellt.





11. August: Bild 1













Bild 1: Das ROV-Team während der M76/3B Fahrt. Von links nach rechts: Nicolas Nowald, HoangAnh Mai, Philipp Franke, Volker Ratmeyer, Michael Reuter, Daniel Hüttich, Marcel Zarrouk, Marc Viehweger, Jörn Patrick Meyer.


Das ROV-Team (ROV = remotely operated vehicle) besteht hier an Bord aus neun Leuten (Bild 1), die für alle Aufgaben rund um das Quest 4000 (Bild 2 und siehe auch Blog vom 18.07.) zuständig sind. 11. August: Bild 2Dazu gehören Wartung, Einsatzplanung, große und kleine Reparaturen, Videotechnik sowie auch das Steuern (Fliegen) und Proben nehmen am Meeresboden. Ihre Arbeit ist essentiell für das Gelingen einer wissenschaftlichen Reise, auf der die Tiefsee mittels moderner Videotechnik und gezielter Probennahme erforscht werden soll. Heute möchte ich drei unserer „ROVis“  vorstellen.

Bild 2: Das ROV (remotely operated vehicle) Quest 4000m, das vom Marum in Bremen unterhalten wird.


Interview mit Jörn Patrick Meyer


11. August: Bild 3Jörn Patrick Meyer (Bild 3)

Was ist deine Aufgabe im ROV Team?

Für diese Reise fahre ich als Pilot mit und bin auch für die Wartung des ROVs zuständig.

Was ist deine reguläre Arbeit an Land?

Dort bin ich Techniker am Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen.




Bild 3: Jörn Patrick Meyer neben der Winde, auf der das ROV Kabel gelagert ist.

Was hast du gelernt?

Ich habe Industrie-Elektroniker gelernt. Diese Bezeichnung gibt es aber heute nicht mehr, es ist aber vergleichbar mit Mechatroniker.

Deine wievielte Reise ist dies?

Meine fünfte. Ich war bisher in der Ostsee, zweimal im Mittelmeer, einmal im Schwarzen Meer und jetzt mit der M76/3B  vor West-Afrika.

Was ist für dich die größte Herausforderung an Bord?

Man muss sich immer neuen Situationen stellen und mit begrenzten Möglichkeiten versuchen, Lösungen zu finden. Die Mittel sind an Bord natürlich eingeschränkt und der Baumarkt ist nicht mal eben um die Ecke. Aber geht nicht gibt’s nicht.


Interview mit Marcel Zarrouk

11. August: Bild 4Marcel Zarrouk (Bild 4, links)

Was ist deine Aufgabe im ROV Team?

Ich bin Pilot und außerdem zuständig für Software, Elektronik und Videotechnik.

Welcher Arbeit gehst du an Land nach?

Meine Arbeit ist komplett dem ROV gewidmet. Seit 2004 bin ich am Marum als ROV-Techniker angestellt.


Was ist deine Ausbildung?

Ich bin Diplom-Ingenieur (FH) im Studiengang Produktentwicklung. Eine Vertiefung im Studiengang war Mikroelektronik, das lässt sich auch auf die Arbeit mit dem ROV anwenden.

Wie oft im Jahr bist du auf See und deine wievielte Reise ist dies?

Ich gehe meist auf 2-3 Schiffsreisen im Jahr und dies ist meine 13. Reise. Hauptsächlich war ich im Atlantik und Pazifik unterwegs, aber auch in der Arktis.

Was ist die größte Herausforderung an Bord?

Die technischen Hürden, die sich uns immer wieder stellen und zu versuchen damit umzugehen bzw. darauf vorbereitet zu sein.


Interview mit Volker Rathmeyer


11. August: Bild 5Volker Ratmeyer (Bild 5)

Volker Ratmeyer ist der Leiter des ROV-Teams, er ist für die gesamte Koordination des ROV Systems zuständig.




Bild 5: Volker Ratmeyer vor dem ROV. Auf diesem Bild kann man die beiden Manipulatorarme des ROVs erkennen. Links der „Orion“, der viele Gelenke hat und sehr flexibel ist. Rechts der „Rigmaster“, der weniger flexibel, dafür aber kräftiger ist.

Was sind deine Aufgaben im ROV-Team?

Ich koordiniere die Einsätze des ROVs und treffe Absprachen über die wissenschaftliche Nutzung. Wir versuchen mit unserer Arbeit technische Lösungen für wissenschaftliche Fragestellungen zu finden. An Bord bin ich für die Gesamt-Einsatzplanung und die Planung der einzelnen Tauchgänge zuständig, die zusammen mit den zuständigen Wissenschaftlern erstellt wird. Außerdem gehört natürlich die technische Betreuung zu meinen Aufgaben, sowie auch der Einsatz als Pilot.

Und an Land?

Meine Hauptaufgabe ist die Koordinierung des gesamten Systems, die Planung für Einsätze findet meist 1-1,5 Jahre im vorraus statt. Wartung, Instandhaltung, Aufrüstung usw. gehören zu den regelmäßigen Aufgaben, für die ich am Marum angestellt bin.

In welchem Bereich hast du deine Ausbildung gemacht?

Ich bin Geologe und habe meine Doktorarbeit im Bereich Meeresgeologie in  Bremen abgeschlossen. Ich bin dort auch noch in ein wissenschaftliches Projekt involviert. Im Projekt B3 (Biogeochemie, Partikeltransport in der Tiefsee) bin ich Teil-Projektleiter.

Deine wievielte Reise ist dies?

Oh, das kann ich schon gar nicht mehr zählen! Ich habe schon mehr als 30 Reisen mitgemacht und bin 1-3 Mal pro Jahr auf See.

Was ist die größte Herausforderung für dich in diesem Job?

Beim ROV haben wir es nicht mit Standard-Technik zu tun. In allen Bereichen, Glasfaser, Hydraulik, Netzwerk, Druck nutzen wir viel state-of-the-art Technik und arbeiten mit speziellen Lösungen für die Tiefsee. Ein funktionelles Arbeiten in über 3000 m Tiefe stellt extreme Anforderungen und ist für die Geräte eine Herausforderung. Für mich ist hierbei die größte Herausforderung, den operationellen Betrieb des Systems zu gewährleisten. Auf dieser Reise haben wir z.B. extreme viele technische Probleme, an denen rund um die Uhr gearbeitet werden muss.

Was war eines der besten Erlebnisse auf deinen bisherigen Reisen?

Der erste Einsatz unserer hochauflösenden HDTV Kamera war ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Wir waren damit Ende 2006 im Mittelmeer und haben Tiefsee-Korallen gefilmt, das war extrem faszinierend!

Auf dieser Reise haben wir leider sehr viele technische Probleme, von denen wir allerdings auch schon viele lösen konnten. Ich bin froh, dass ich ein so gutes und engagiertes Team um mich habe, dass prima zusammen funktioniert. Sonst wäre der Betrieb des ROVs überhaupt nicht möglich.

Vielen Dank an Patrick, Marcel und Volker.

Und viele Grüße in die Heimat.

Christina

Verweise
Bild(er)