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Meteor-Logbuch 14. August: Seemann, deine Heimat ist das Meer

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:08 — abgelaufen

Im Mittelpunkt des Meteor-Logbuch steht heute einmal nicht das ROV, sondern der angehende Nautische Offizier Bastian Schwarz. Petra Ristova hat sich mit ihm über seine Laufbahn und Ziele unterhalten.

Planeterde Blog

Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor  Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew.  In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de  führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog  zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!

Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI  und AWI  sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.

Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:

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14. August 2008 (Autorin: Petra Ristova)


FS Meteor: Shadow
Aktuelle Position
14.August: shiptrack


English version

Seemann, Deine Heimat ist das Meer

Interview mit dem künftigen nautischen Offizier Bastian Schwarz

14.August: Bild 1












Bild 1: Nautischer Praktikant Bastian Schwarz im Besprechungsraum


„Hallo“ - heute mal wieder von Petra Pop Ristova von der Meteorfahrt 76/3b (siehe auch BLOG 19.07. und 06.08.). Dies ist mein dritter Beitrag, diesmal über ein komplett anderes interessantes Thema. Ich hatte das Vergnügen, den netten jungen und charmanten, zukünftigen nautischen Offizier Bastian Schwarz zu interviewen. Folgt mir einfach durch die Fragen um zumindest einen kleinen Ausschnitt über die Geschichte dieses zukünftigen nautischen Offiziers kennenzulernen.

Wo und wie begann dein Wunsch, Seemann zu werden?

Der Wunsch, zur See zu fahren, entstand in meiner frühen Jugend, eigentlich schon in meiner Kindheit. Seit ich mich erinnern kann, hatte ich eine starke Verbindung zur See und bewunderte die Seeleute. Ich glaube, dass die Wochenenden am Bodensee entscheidend zur Entstehung dieses Wunsches beitrugen.


Könntest Du mir mehr über deine Ausbildung erzählen?

Als ich alt genug war, mit einem Studium zu beginnen, suchte ich nach Studiengängen, die mich näher zum Meer bringen würden. Das brachte mich schließlich zur Hochschule Bremen, wo ich „Diplom-Wirtschaftsingenieur & Seeverkehr“ studiere. Ich denke immer noch, dass es eine sehr gute Entscheidung war, obwohl ich deswegen aus meiner Heimatstadt Stuttgart ziehen und meine gesamte Familie und meinen Freundeskreis verlassen musste. Durch den Studiengang wurde mein Traum wahr. Ich bekam die Chance, zwei Praktika auf See durchzuführen.


Wie waren Deine ersten Erfahrungen auf See?

Mein erstes Praktikum war auf einem Containerschiff, direkt im ersten Semester meines Studiums. Es war großartig! Ich verbrachte sechs Monate dort, auf einer Rundtour von England nach Marokko. Zur Zeit verbringe ich mein zweites, siebenmonatiges Praktikum auf der Meteor.

Welche Art von Schiff würdest du auf Basis deiner Erfahrungen vorziehen?

Natürlich ein Forschungsschiff! Die Arbeit ist viel vielseitiger, zum Beispiel hier auf der Meteor habe ich die Chance, so viele neue und interessante Leute kennen zu lernen. Auf einem Forschungsschiff macht der Seemannsberuf doppelt so viel Spaß. Ständig kommt es zu unvorhersehbaren Situationen, für die man spontan Lösungen finden muss.

Was genau machst du auf der Meteor?

Prinzipiell werde ich für alle verschiedenen Aufgaben eines Seemanns an Bord ausgebildet. Zuerst habe ich an Deck gearbeitet und danach habe ich mit dem Navigationsoffizier und dem ersten Offizier zusammengearbeitet. In allen drei Positionen habe ich eine Menge gelernt. Zur Zeit beteilige ich mich an den Sicherheitsvorkehrungen an Bord, daher arbeite ich vor allem mit dem Sicherheitsoffizier zusammen. Wir führen regelmäßige Kontrollen der Rettungsboote durch, planen Feuerschutzübungen und kümmern uns um alle möglichen Sicherheitsbelange, die auf einem Schiff wichtig sind.

Was kann man denn so mit seiner Freizeit an Bord anfangen?

Nun, ich habe zwar feste Arbeitszeiten (von 00:00- 04:00 und 12:00-16:00), aber fast immer gibt es mehr Arbeit zu tun, wodurch meine Freizeit begrenzt bleibt. Es sind immer viele Formulare auszufüllen, speziell wenn wir einen Hafen ansteuern. Ansonsten lese ich in meiner Freizeit gerne Bücher. Meistens schließe ich mich auch den Wissenschaftlern an Bord an und versuche mehr über ihre speziellen Forschungen herauszufinden. Ich bin sehr an der Arbeit interessiert, die die Wissenschaftler auf unseren gemeinsamen Forschungsfahrten durchführen. (Petra: Ja, das stimmt! Bastian fragte mich über Mikrosensoren, Mikroprofiler und Bakterien aus und war an allen Arbeiten interessiert, die ich auf dieser Fahrt durchführe.) Daheim in Deutschland gehe ich immer noch regelmäßig auf dem Bodensee segeln. Ich schätze ich kann vom Seefahrerleben einfach nicht genug kriegen.

Was wäre deine zweite Wahl, wenn du kein Seemann werden wolltest?

Ich kann mir gar nicht vorstellen, kein Seemann zu sein. Dies ist die einzige Arbeit, die ich schon immer machen wollte und mit der ich definitiv mein Leben verbringen werde. Natürlich bin ich auch an vielen anderen Dingen interessiert. Ich schätze, dass wahrscheinlich die Naturwissenschaften meine zweite Wahl gewesen wären. Ich finde vor allem den biologischen Teil der Forschungen an Bord sehr interessant.

Gibt es Nachteile daran, ein Seemann zu sein?

Ja, weit weg von Zuhause zu sein und all denen, die ich liebe. Ich vermisse meine Freundin sehr, wenn ich so lange fort bin.

 

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich will definitive meine Karriere als nautischer Seemann fortsetzen und hoffentlich Offizier und eines Tages vielleicht auch Kapitän werden! :-)


Vielen Dank für das Interview, Bastian. Ich wünsche dir ruhige See und Glück mit deinen Plänen.

 

Und an alle Leser: viele Grüsse von mir und der ganzen Meteor.

Petra

 14.August: Bild 2














Bild 2: Petra und Bastian bei ihrem Interview

Verweise
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