Meteor Logbuch 17. Juli: Leinen los!
In Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie (MPI-MM) führen Fahrtleiterin Antje Boetius und ein internationales Forscher-Team vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Forscher-Blog zur 76. Meteor-Expedition auf den Webseiten des Geoportals planeterde.de. Den Auftakt macht die Mikrobiologin Christina Bienhold, Doktorandin der Graduierten-Schule GLOMAR in Bremen.
Planeterde Blog
Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch und Expedition M76/3B
17. Juli 2008 (Autorin: Christina Bienhold)
21°33' S, 013° 24' E
Heute kommt der BLOG von:
„Hallo, ich bin
Christina Bienhold und Doktorandin der Graduierten-Schule GLOMAR in Bremen. Ich
arbeite in der Habitat-Gruppe des Max-Planck-Instituts für Marine
Mikrobiologie in Bremen. In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der Untersuchung
mikrobieller Biodiversität in Tiefseesedimenten. Auf dieser Ausfahrt werde ich
an der Beprobung für molekularbiologische und biogeochemische Analysen beteiligt
sein.“
Leinen los !
Heute morgen um
kurz nach zehn Uhr hieß es in „Walvisbaai“ (Namibia) „Leinen Los“ für die Meteor
und ihre internationale Besatzung (Bild 1). Begleitet von den Lotsen und jeder Menge
Quallen um uns herum, beginnt nun unsere sechswöchige Forschungsfahrt, die uns von
hier aus Richtung Norden zum Kongobecken führen wird. Zum Auslaufen tummeln
sich natürlich alle Wissenschaftler an Deck (Bild 2), bewaffnet mit ihren Kameras, um
den Beginn der Reise und die letzten Blicke aufs Land zu genießen (Bild 3). Für viele
ist es das erste Mal auf einem Forschungsschiff, aber ich denke auch für die
alten „Seehasen“ ist es immer wieder der Aufbruch in ein neues Abenteuer.
Verabschiedet werden wir von ein paar Seehunden, die hin und wieder ihren Kopf
aus dem Wasser strecken sowie einer großen Schildkröte, die plötzlich auf der
Backbordseite auftaucht, um Luft zu holen, aber genauso schnell auch wieder
verschwindet (Bild 4).
Bild 1: Ablegen aus Walvisbay Hafen. Auf dem Achterdeck sind der Unterwasserroboter QUEST 4000 und das Transportsystem LIFT aufgebaut.
Am Morgen gab es
außerdem die Sicherheitseinweisung durch den zuständigen Offizier, der uns mit
den Alarmsignalen und einigen wichtigen Regeln an Bord vertraut machte. Gleich
im Anschluss gab es zur Übung den ersten Generalalarm, bei dem sich alle mit
ihren Schwimmwesten am Sammelpunkt an Deck treffen müssen - ähnlich wie bei
einem Feueralarm an Land, nur dass man dort keine Schwimmweste mitbringen muss.
Die erste wissenschaftliche Besprechung am Nachmittag wurde dazu genutzt, einen
kurzen Überblick über das Arbeitsgebiet zu geben, alle teilnehmenden
Wissenschaftler vorzustellen und ein grobes Programm für die nächsten Tage zu
erstellen, während der wir zum Arbeitsgebiet dampfen werden.
Bild 2: Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland, Peru und Nigeria, die auf dem Peildeck das Auslaufen verfolgt (v.l.n.r.: R. Stiens, A. Boetius, O. Oni, CJ. Caparachin).
Für die nächsten sechs Wochen wird die Meteor unser Arbeitsplatz, unser zu Hause und Ort sozialen Austausches sein. Ich bin gespannt und freue mich darauf.
Christina Bienhold
Bild 3: Beginn der Ausfahrt GUINECO (Abschnitt M76/3B).
Bild 4: Ein besonderer Abschiedsgast begleitet uns – eine große Meeresschildkröte.






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