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Meteor Logbuch 31. Juli:Ausbildungsplatz METEOR

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:07 — abgelaufen

Die METEOR ist nicht nur Schauplatz für spannende Meereforschung, sondern auch Ausbildungsbetrieb. Rafael Stiens, gerade erst ausgelernter Chemielaborant am Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen, hat sich heute mit dem "Bord-AZUBI" zum Schiffsmechaniker, Steven Breitung unterhalten.


Planeterde Blog

Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor  Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew.  In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de  führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog  zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!

Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI  und AWI  sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.

Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:

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31. Juli 2008 (Autor: Rafael Stiens)


FS Meteor: Shadow
Aktuelle Position


Heute im Meteor-Blog:


Rafael stiensHallo, ich bin Rafael Stiens und von Beruf Chemielaborant.

Ich habe im Januar meine Ausbildung am Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen beendet. Anschließend wurde ich direkt übernommen und habe ein halbes Jahr in der AG „Molekulare Ökologie“ gearbeitet. Nun habe ich in die Arbeitsgruppe „Mikrobielle Habitate“ gewechselt. Meine Aufgaben dort sind in erster Linie die Teilnahme an Forschungsreisen, Durchführungen von FISH-Analysen (eine Methode zur Identifizierung von Mikroorganismen aus Wasser- und Sedimentproben) und Nährstoffmessungen in Wasser- und Sedimentproben.

31. Juli: shiptrackDies ist meine erste Forschungsreise, und das Leben und Arbeiten an Bord eines Forschungsschiffes ist noch ganz neu für mich. Ich habe mich aber schon gut eingelebt, habe sehr viel Spass und lerne unglaublich viel!




Meine Aufgabe ist die Bearbeitung und Vorbereitung verschiedener Proben aus den gewonnenen Sedimentkernen, zum Beispiel Proben für Veratmungsraten der Mikroorganismen, für DNA und RNA Analysen und für Porositätsmessungen. Außerdem nehme ich noch Proben zur Analyse so genannter Biomarker- dieses sind hauptsächlich verschiedene typische Fettsäuren, welche auf die Identität diverser Organismen hinweisen.

31. Juli: Bild 1
















Rafael lernt die Beprobung von Schwerelotkernen für mikrobiologische Untersuchungen

31. Juli: Bild 2










Rafael, Christina und Oluwatobi haben eine Nacht Probennahme im Kühlraum überlebt


Heute gibt es an dieser Stelle ein kleines Interview mit einem der Schiffsazubis:

Steven Breitung, 23 Jahre, ist derzeit auf der METEOR Azubi zum Schiffsmechaniker und noch in seinem ersten Lehrjahr.

Wie bist du auf diesen Beruf gekommen?

Nachdem ich die Schule beendete, habe ich Maurer gelernt, aber schnell gemerkt, dass dieser Beruf nichts für mich ist. Danach schnupperte ich noch in verschiedene Berufe rein, zum Beispiel habe ich mal für ein halbes Jahr Einblicke in den Beruf des Konstruktionsmechanikers auf einer Werft gesammelt. Dann musste ich zur Bundeswehr und zwar zur Marine. Da habe ich dann gemerkt, dass die Seefahrt was für mich ist, aber nicht als Soldat. Ich habe mich dann also über die Möglichkeiten informiert und mich beworben, genommen wurde ich dann bei Laeisz.

Wolltest du auf einem Forschungsschiff arbeiten?

Naja, unsere Firma hat 60 Schiffe, und ich wusste ja auch vorher nicht, was auf einem Frachter, Tanker oder eben Forschungsschiff so für Arbeiten anliegen. Nach dem was ich bisher für Erfahrungen gesammelt habe, macht die Arbeit auf der Meteor aber am meisten Spass, weil man durch die verschiedenen Wissenschaftler an Bord immer wieder neue Leute kennenlernt und es mehr Abwechslung gibt.

Wie ist das Zusammenleben auf so lange Zeit und so engen Raum mit anfangs noch fremden Menschen?

Im Großen und Ganzen gewöhnt man sich daran, man muss halt schon der Typ dafür sein. Mir gefällt, dass man mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommt und sich austauschen kann, der Besatzung und auch den Wissenschaftlern.

Wie ist es für dich, für so lange Zeit von zu Hause fort zu sein?

Für mich ist das nicht wirklich ein Problem, ich finde es gut, in so jungem Alter so viel von der Welt zu sehen, da ich auch sehr gerne reise. Ich bin immer wieder auf die neuen Länder und Menschen gespannt.

Hast du in deiner Ausbildung schon mal etwas so richtig verbockt?

Nein, man macht natürlich mal den einen oder anderen kleinen Fehler, aber da war noch nichts Gravierendes dabei. Und aus seinen Fehlern lernt man ja auch.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Erstmal möchte ich die Ausbildung abschließen, anschließend möchte ich dann studieren.

Weisst du schon was du studieren möchtest?

Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher, bis jetzt hatte ich im Rahmen meiner Ausbildung hauptsächlich Einblicke in den technischen Bereich. Mich interessiert aber auch die Nautik, ich muss erst noch rausfinden was mir mehr liegt.

Dann noch viel Erfolg bei deinen Plänen, und danke für das Interview.

 31. Juli: Bild 3









Rafael Stiens (links) und Steven Breitung (rechts) vor einem der vier Dieselgeneratoren


Verweise
Bild(er)