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Meteor-Logbuch 7. August: Exakte Tauchkarten durch Geodatenmanagement

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:08 — abgelaufen

Die Tauchgänge des ROV QUEST liefern eine große Menge verschiedener Daten aus Messungen und Probennahmen. Diese müssen mit Informationen über Zeitpunkt und Position des Tauchgangs verknüpft werden müssen, damit Wissenschaftler weitere Analysen durchführen können. Dies ist die Aufgabe von Frederic Tardeck, Geoinformatikstudent aus Oldenburg, über die er heute berichtet.


Planeterde Blog

Spielt die Artenvielfalt von Tiefseelebewesen eine Rolle für das Klima unseres Planeten? Fragen rund um das Thema Meeresforschung beantworten direkt von Bord der FS Meteor  Fahrtleiterin Prof. Dr. Antje Boetius und ihre Crew.  In Kooperation mit dem Geoportal planeterde.de  führen sie vom 17.07.08 bis zum 24.08.08 einen Science-Blog  zur METEOR Expedition M76/3 GUINECO - MARUM Forschung zu Fluid- und Gasaustritten vor Westafrika. Technischer Mittelpunkt der Expedition ist der ferngesteuerte Unterwasserroboter QUEST4000 des MARUM, mit dem ein umfangreiches Beprobungs- und Messprogramm geplant ist. Tauchen Sie mit ihm an Orte ab, die noch kein Mensch je zuvor gesehen hat: entdecken Sie eine faszinierende Meeresfauna und begleiten Sie die Tiefseeforscher bei ihrer Arbeit an den Gas- und Fluidquellen!

Die Fahrt M76/3b ist ein Gemeinschaftsvorhaben des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und seinen Partnerinstituten MPI  und AWI  sowie dem französischen Forschungsinstitut IFREMER und der Universität Paris.

Mehr Informationen über das aktuelle Meteor-Logbuch, zur Übersicht der Blogs und Expedition M76/3B:

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7. August 2008 (Autor: Frederic Tardeck)


FS Meteor: Shadow
Aktuelle Position


English version

Exakte Tauchkarten durch Geodatenmanagement

7. August: Bild 1Schiff Ahoi,

Mein Name ist Frederic Tardeck (Bild 1), ich komme ursprünglich aus dem niedersächsischen Oldenburg und bin auf dieser Expedition vor der Küste Kongos der so genannte Geodaten-Manager. Zurzeit befinde ich mich im zweiten Praxissemester meines Studiums Geoinformatik an der Fachhochschule Oldenburg, das ich bei der Bremerhavener Datenverarbeitungsfirma FIELAX GmbH in Verbindung mit meiner Diplomarbeit absolviere.

7. August: shiptrackMeine Aufgabe ist es, Tauchgänge des Tauchroboters QUEST in Form von Karten und Wegpunkten vor- und nachzubereiten (Bild 2) sowie ein GIS (Geoinformationssystem) zu betreuen, das als Informationshintergrund der Tauchgänge dient. Während der Operationen unter Wasser werden sehr viele verschiedene Daten aus Messungen und Probennahmen aufgenommen, die anschließend mit Informationen über Zeitpunkt und Position verknüpft werden müssen, damit weitere Analysen von den Wissenschaftlern durchgeführt werden können. Deshalb ist eine durchdachte Datenstruktur und Dokumentation der durchgeführten Tauchgänge notwendig. Darüber hinaus kommen kleinere aber dennoch zeitintensive Aufgaben hinzu, wie das Bearbeiten von Tiefseekarten, die ich von meinem Freund und Kollegen Cesar Caparachin bekomme.

7. August: Bild 2














Bild 2: Tauchkarte von QUEST Tauchgang No. 222

Bei dem heutigen QUEST Tauchgang hatten wir zuerst einige kleine Positionierungsprobleme, die inzwischen behoben sind. Es ist merkwürdig, wie schwierig die Orientierung unter Wasser ist, wenn man eine Sichtweite von weniger als acht Meter um das ROV QUEST herum hat. Die Abbildung 2 (Bild 2) zeigt die derzeitige Tauchkarte, mit allen Probennahme-Lokationen. Wir benutzen ein spezielles Positionierungssystem namens POSIDONIA, das auch in 3000 Meter Wassertiefe eigentlich metergenaue Positionen liefert. Es gibt aber immer mal wieder Schwankungen in der Genauigkeit, die beobachtet werden müssen. Zum Beispiel haben wir heute fast eine Stunde nach Marker 6 gesucht, der einen besonderen mit Muscheln bewachsenen Gasaustritt markiert, 7. August: Bild 3bevor wir feststellten, dass für einige Stunden alle Positionen um 10 Meter verschoben waren. Ich helfe dann den Wissenschaftlern und Piloten, in dem ich die Tauchkarten aktualisiere und auf Verschiebungen hinweise. Nun klappt alles prima, Proben werden genommen, es wird gemessen und Kleinst- und Großlebewesen flitzen in der Tiefseegegend herum (Bild 3 und 4): So kann es weiter gehen! :-)

Bild 3 (oben r.): Ein neugierigiger, ungewöhnlicher Fisch, der sich für unsere Forschungsarbeiten interessiert

Bild 4 (unten): Der Fisch im Profil

7. August: Bild 4Dies ist meine erste Expedition in dieser Form und trotz manchen Schlafentzugs und Verzicht auf einen „normalen“ Alltag, gefällt mir meine Arbeit auf dem Forschungsschiff Meteor sehr. Falls gerade mal alle Arbeiten bewältigt worden sind, kann man seine Freizeit mit Meeresblick (Bild 5), Kickern (was bei ein wenig Wellengang äußerst lustig sein kann), Tischtennisspielen, in der Hängematte oder schwitzend in der Sauna verbringen. In zwei Wochen werden wir unsere Rückreise antreten. Bis dahin hoffe ich, dass wir noch ein bisschen was erleben und Euch natürlich hier davon berichten können.

Alles Gute von der METEOR,

Frederic Tardeck

7. August: Bild 5













Bild 5: Mehr Blau geht nicht...


Verweise
Bild(er)