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Stark wie Popeye

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 12:07 — abgelaufen

Wissensclou 4. Juni 2008


Wie Spinat die Muskeln wachsen lässt

 Spinat macht stark – und das nicht nur im Comic: Das Gemüse, dem der Zeichentrick-Held Popeye seine beeindruckenden Muskeln verdankt, enthält tatsächlich Substanzen, die das Muskelwachstum beschleunigen, haben US-Forscher nachgewiesen. Allerdings reichen die kleinen Portionen aus Popeyes Spinatdosen wohl nicht für eine Verwandlung von Hänfling in Kraftprotz: Um die Dosis zu erreichen, die bei Laborratten zu einigermaßen nachweisbaren Erfolgen führte, müsste ein Mensch jeden Tag mindestens ein Kilogramm des Blattgemüses vertilgen. Diese Entdeckung machte ein Team um Ilya Raskin von der Rutgers-Universität in New Brunswick, der auch Mitbegründer einer Firma für pflanzliche Wirkstoffe ist.

Zurückführen lässt sich das Spinatdoping auf eine Gruppe von Substanzen mit dem sperrigen Namen Phytoecdysteroide, die neben dem Spinat auch in anderen krautigen Pflanzen vorkommen. Sie ähneln sowohl den Hormonen, die bei vielen Insekten die Häutung auslösen, als auch den Steroidhormonen, die im menschlichen Körper eine Vielfalt von Funktionen erfüllen. Um nun zu testen, ob die Pflanzenhormone auch einen Einfluss auf die Muskulatur haben, stellten Raskin und sein Team einen Spinatextrakt her und gaben ihn im Labor auf Muskelzellen von Mäusen und Menschen.

 meldung 4. Juni: Popeye











Das überraschende Ergebnis: Mit Spinatauszug fuhren die Zellen ihre Eiweißproduktion und damit ihr Wachstum um bis zu 20 Prozent hoch. Auch Ratten, denen täglich eine Ration des Spinatcocktails verabreicht wurde, profitierten von der muskelaufbauenden Wirkung der Inhaltsstoffe: Bereits nach einem Monat hatten sie zwischen 18 und 24 Prozent mehr Kraft in ihren Vorderpfoten, entdeckten die Wissenschaftler. Als nächstes wollen sie genauer untersuchen, wie diese Wirkung zustande kommt, und wie man sie verstärken und abschwächen kann.

New Scientist, Ausgabe vom 10. Mai, S. 17

Originalarbeit der Forscher: Jonathan Gorelick-Feldman (Rutgers Universität, New Jersey) et al.: Journal of Agricultural and Food Chemistry, DOI: 10.1021/jf073059z



Verweise
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