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Und was kommt nun?

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 23.08.2007 14:29

Was der IPCC jetzt in Paris vorgestellt hat, ist erst ein Teil seines Befundes: die Zusammenfassung über die physikalischen Grundlagen der Klimaänderung. Doch die politischen Reaktionen auf den alarmierenden Befund waren bereits ausgeprägt. Kein Wunder, steht doch eine Neuauflage der internationalen Klimaschutzverhandlungen an, die bisher unter dem Namen Kyoto-Protokoll firmierten.

"Der 2. Februar 2007 in Paris wird vielleicht im Gedächtnis bleiben als der Tag, an dem die Fragezeichen aus der Debatten entfernt wurden, ob der Mensch für den Klimawandel verantwortlich sei", wünschte sich Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltschutzprogramms UNEP. Bald wird sich zeigen, ob der Deutsche Recht behält. Ende des Jahres soll auf der indonesischen Insel Bali der Startschuss für die Nachfolgerunde des Klimaschutzprotokolls von Kyoto gegeben werden. Angesichts der dramatischen Ergebnisse des aktuellen IPCC-Berichts werden die Forderungen laut, dass diesmal die Klimaschutzziele wesentlich ehrgeiziger ausfallen müssen. In den Fokus geraten vor allem die USA, deren Bundesregierung bisher abseits stand, und die großen Schwellenländer wie China oder Indien. Die brauchten sich bisher um Klimaschutz überhaupt nicht kümmern, weil sie wie alle Entwicklungsländer von den Vereinbarungen ausgenommen waren. Allerdings wird beispielsweise China schon bald die USA als Hauptklimasünder ablösen - Vereinbarungen ohne die großen Schwellenländer hätten also kaum die Wirkung, die Experten verlangen.

Auch die deutsche Bundesregierung sieht sich Forderungen ausgesetzt, weil Deutschland zurzeit sowohl in der Europäischen Union als auch im Zusammenschluss der wichtigsten Industrienationen, den G8, den Vorsitz führt. Die Regierung müsse, so fordert etwa Klimaexperte Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, diese Position nützen, um Initiativen für intensiveren Klimaschutz zu entwickeln. Ob das Vorhaben einiger Staaten, darunter Frankreich und Deutschland, in diese Kategorie gehören wird, alle mit dem Umweltschutz befassten UN-Organisationen zu einer einzigen schlagkräftigen zusammenzufassen, bleibt da abzuwarten. Die Veränderungen werden solche Bemühungen nicht aufhalten können, selbst wenn an ihrem Ende drastische Schutzziele stehen sollten, an die sich die Staaten auch halten. Das Treibhaus Erde reagiert sehr langsam, die Weichen für die jetzt beginnenden Veränderungen wurden bereits vor vielen Jahren gestellt.