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Ozeane in der Zange

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 23.08.2007 14:29

Die Meere werden gleich an mehreren Fronten vom Klimawandel erfasst. Einerseits dehnt sich das Meerwasser durch die höhere Temperatur aus. Darauf sind 1,6 Millimeter des jährlichen Anstiegs von 3,1 Millimeter zurückzuführen. Noch ist das der größere Teil des Anstiegs.

Je stärker allerdings die Temperatur ansteigt, umso größer wird die Rolle des zusätzlichen Süßwassers, das Polkappen und die Flüsse in die Meere einspeisen. Gefährdet durch einen solchen Anstieg des Meeresspiegels sind tiefliegende Gebiete an Land, vor allem in den Deltas der großen Flüsse. Die Niederlande, Bangladesh oder Louisiana gehören zu dieser Kategorie. Aber auch Florida käme in höchste Not, wenn die Eiskappen der Erde komplett abschmölzen.

Das Packeis spielt dagegen keine Rolle für den Meeresspiegel, weil es ja ohnehin schon auf dem Meer schwimmt und daher kein zusätzliches Volumen bedeutet. Allerdings verringert jeder Quadratmeter, der dem Packeis verloren geht, die Rückstrahlkraft der Meeresoberfläche, die so genannte Albedo. Weiße Oberflächen wie eben Eis reflektieren den größten Teil der auf sie einstrahlenden Sonnenergie zurück ins All. Je größer der dunkle Anteil des offenen Wassers an der Meeresoberfläche ist, umso mehr Sonnenenergie nimmt das Meer auf. Dieser Effekt wirkt zusätzlich zur wärmeren Atmosphäre temperaturerhöhend.

Doch die Überflutungen sind nur ein Aspekt. Über die Auswirkungen, die die Klimaerwärmung auf die Meeresströmungen haben wird, streiten sich die Wissenschaftler noch. Die Strömungen werden durch Unterschiede in Temperatur- und Salzkonzentration angetrieben. Eine starke Temperaturerhöhung an den Polen und viel zusätzliches Süßwasser im Ozeanwasser könnten diesen Motor merklich ins Stottern bringen. So halten es manche für möglich, dass sich der Golfstrom, der Europa mit Wärme aus der Karibik versorgt, abschwächen könnte oder vielleicht ganz versagt.