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Neuartige Konstruktionstechnik

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 23.08.2007 14:33

Während die beiden bisherigen Neumayer-Stationen Röhrenbauten waren, die langsam im Eis versanken, geht man bei der künftigen Antarktisstation neue Wege. Dadurch hoffen die Experten, die Station doppelt so lange wie ihre Vorgänger betreiben zu können.

Neumayer III wird eine auf Stelzen gebaute Plattform sein, kein Röhrensystem wie seine Vorgänger. Geplant ist, das dreistöckige, 68 Meter lange und 26 Meter breite Stationsgebäude auf Beinen elf Meter über dem Fundament aufzuständern. Die Füße stehen in einer fünf Meter tiefen und ebenfalls 68 Meter langen und 26 Meter breiten Grube im Eis. Sie wird abgedeckt und als Garage für die Fahrzeuge und Geräte der Station genutzt. Weil die Station gegenüber der ursprünglichen Konzeption fast 20 Meter kürzer ist, musste aus dem ursprünglich geplanten zwei- ein dreigeschossiger Bau werden, damit auch alle notwendigen Wohn-, Arbeits- und Versorgungsräume untergebracht werden konnten.

Stationen auf Stelzen sind keine Neuheit in der Antarktis, auch die britische Station Halley V ist so gebaut. Neumayer III wartet allerdings mit einer Neuerung auf, denn die Stelzen können hydraulisch teilweise eingezogen werden. Einmal im Jahr sollen sie reihum eingezogen und auf ein neues, entsprechend erhöhtes Fundament aus Eis und Schnee gesetzt werden. Statt langsam im Eis zu versinken kann die Station so mit dem jährlich um 80 Zentimeter wachsenden Panzer des Ekström-Schelfs mithalten. "Wir werden dafür rund eine Woche brauchen", schätzt AWI-Logistiker Gernandt. Die Hydraulik wird wesentlich zur verlängerten Lebensdauer der Station beitragen, die Technologie ist weitgehend erprobt, da die klimatischen Bedingungen am Rand der Antarktis nicht so harsch wie in ihrem Inneren sind.