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Erzlagerstätten für die Zukunft

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 23.08.2007 14:33

Die Proben, die bislang von schwarzen Rauchern gezogen wurden, haben es in den Ohren von Prospektionsgeologen klingeln lassen. Die Schlote, die durch die mineraliengesättigten vulkanischen Wässer entstanden sind, weisen einen erstaunlich hohen Gehalt an Eisen, Kupfer, Zink, Blei, Silber und Gold auf. Kein Wunder also, daß die Idee schnell aufkam, die Vorkommen entlang der ozeanischen Rücken oder in Gebieten mit starker untermeerischer Vulkanaktivität abzubauen.

"Es gibt untermeerische Vorkommen, die von Ausdehnung und Metallgehalt näher untersucht würden, wenn sie sich an Land befänden", erklärt etwa Steven Scott, Direktor des Meeresgeologischen Forschungslabors bei der kanadischen Scotiabank in Toronto. Verschiedene Firmen haben bereits entsprechende Vorhaben vorgestellt. Allerdings stößt der untermeerische Bergbau gerade in tektonisch aktiven Zonen offenbar auf größere Schwierigkeiten, denn die Vorhaben wurden bislang nicht in die Tat umgesetzt.

Dabei ist die Meerestiefe, in der die Förderanlagen arbeiten müßten, kaum noch ein Problem, denn die Ölindustrie ist inzwischen dabei, Vorkommen in eben diesen Tiefen zu erschließen und verfügt über entsprechende Kenntnisse. Doch ist offenbar keine der bekannten Lagerstätten reich genug, um die Entwicklung einer aufwendigen Erzfördertechnologie zu rechtfertigen. "Es gibt praktisch kein Vorkommen in der Tiefsee, dessen wahre Ausmaße, Metallgehalte und Verteilung bekannt wären", erklärt Dr. Sven Petersen, Geologe am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften. Die meisten derzeit bekannten Schwarzen Raucher seien, so Petersen, zu klein, um einen wirtschaftlichen Abbau zu ermöglichen. Und noch kann man die untermeerischen Erzlager nur an ihren noch rauchenden oder gerade erloschenen Schloten erkennen. Ältere und größere Vorkommen, bei denen die charakteristischen Kamine bereits zerfallen sind, bleiben dagegen unerkannt.