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Schlammvulkane

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 23.08.2007 14:37

Bislang sind rund 2000 aktive Schlammvulkane auf der Erde bekannt. Die meisten von ihnen finden sich in einem Gebiet, das sich von der marokkanischen Küste über das Mittelmeer, das Schwarze Meer, die Krim-Halbinsel, Aserbeidschan und das Kaspische Meer bis nach Turkmenistan und Iran erstreckt.

Zwar teilen sie ihren Namen mit den "echten" Vulkanen wie Ätna oder Vesuv, aber beides hat nichts miteinander zu tun. Aus dem Krater eines Schlammvulkans quillt keine rotglühende Lava aus geschmolzenem Gestein, sondern Schlamm. Auch ist er viel kleiner, und er "funktioniert" auch anders. Bei einem Schlammvulkan, auch Schlammdiapir genannt, dringen an Schwächezonen in der Erdkruste mit viel Wasser vermischte, tonreiche Sedimente an die Oberfläche und quellen auf. Motoren der Schlammvulkane sind meist Gase (meist Methan aus Kohlenwasserstofflagern), wasserführende Schichten, die unter Druck stehen sowie Dichteunterschiede zwischen den Sedimentschichten im Untergrund.

Schlammvulkane haben nichts mit Schlammtöpfen zu tun, die in Gebieten entstehen, die durch Vulkanismus geothermisch aktiv sind. Diese heißen Quellen werden durch Grundwasser gespeist, das teilweise verdampft. Das restliche Grundwasser steigt zusammen mit dem überhitzten Wasserdampf und vulkanischen Gasen an die Oberfläche, wo es sich dann mit vulkanischer Asche oder Tonen zu Schlamm vermischt, der dann brodelnd aus der Erde blubbert.