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Kooperation aller Betroffenen

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 05.05.2008 10:13

Noch gehören Managementstrategien zum Umgang mit Wasserknappheit nicht zum Instrumentarium der Behörden im Alpenraum. Da sich aber abzeichnet, dass sich die Situation verschärft, will ein internationales Projekt alle Alpenanrainer für das Thema sensibilisieren.

Satelliten-Aufnahme der AlpenAlpwaterscarce, Wasserknappheit in den Alpen, ist kein reines Forschungsprojekt, sondern setzt besonders auf die Beteiligung der betroffenen Körperschaften, Behörden oder auch Bauern. „Unsere Partner kommen aus Landesregierungen, also sämtliche österreichischen Landesregierungen sind mit dabei, in Savoyen verhandeln wir gerade mit der Landesregierung“, so Carmen de Jong. Das Projekt umfasst einerseits die verstärkte Datensammlung und Modellierung der zukünftigen Entwicklung. Die in manchen Gebieten bereits hochentwickelten Messnetze sollen auch in Regionen eingerichtet werden, in denen noch Nachholbedarf besteht. „Der Sinn der Sache ist, dass man in einem transalpinen Ansatz dieses Messsystem angleicht und möglichst eine gemeinsame Datenbank erzeugt“, meint de Jong.

Messstation im Wallis, Schweizer Alpen.Andererseits wird es ein Forum für die Betroffenen geben, in dem diesen die Ergebnisse und Prognosen der Wissenschaftler vorgestellt werden sollen. „In der Vergangenheit hatte man oft das Problem, dass wissenschaftliche Projekte nicht wahrgenommen wurden“, sagt die Wissenschaftlerin. Auch schon im Vorfeld der Messungen sollen die Betroffenen ein gewichtiges Wort mitreden und den Wissenschaftlern die Wasserprobleme ihrer Region schildern.

Ein weiteres Teilprojekt wird sich mit der Verteilung des Wassers beschäftigen. Wie viel des Abflusses kann bereits im Hochgebirge entnommen werden, wie viel muss weitergeleitet werden, damit Verbraucher und Ökosysteme flussabwärts nicht zu kurz kommen. „Es gibt noch keine gute Indikatoren für optimale ökologische Abflüsse“, erklärt Carmen de Jong, „andererseits ist sehr wichtig, wie viele Resteabfluss wir in den Flüssen lassen.“ Hier sitzen dann nicht nur die Alpenbewohner sondern auch andere Nutzer wie Tourismusvertreter oder Wasserkraftbetreiber mit an einem Tisch.

Ein weiteres Teilprojekt beschäftigt sich schließlich mit einem Frühwarnsystem, dass allen Beteiligten bereits im Winter signalisiert, wie viel Wasser sie in den Frühjahr- und Sommermonaten erwarten können. Hinzu kommen langfristige Prognosen über die Wasserverfügbarkeit. Das Projekt ist gerade bei den Förderorganisationen eingereicht, es wäre ein absolutes Novum, da von Deutschland abgesehen alle Alpenanrainerstaaten beteiligt wären.