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Frühe Bildergalerien

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 02.10.2008 15:50

Die ältesten Kunstwerke der Menschheit finden sich in Höhlen. Nicht nur die fantastischen Höhlenmalereien aus der südfranzösischen Ardeche, auch die frühesten Skulpturen findet man im Schutt von Höhlen - die allerdings in der schwäbischen Provinz liegen. Einige der ältesten Kunstwerke stammen aus der schwäbischen Provinz. Urgeschichtler suchen und finden bereits seit Jahrzehnten in den Höhlen der Donauseitentälern, stromaufwärts von Ulm, die Spuren altsteinzeitlicher Menschen – und darunter sind auch Zeugnisse von gestalterischen Ambitionen. Daher haben Namen wie Vogelherd, Geißenklösterle oder Hohlefels unter den Fachleuten einen Klang wie Donnerhall.

Vanguard und Gorham in GibraltarDie frühesten Elfenbeinschnitzereien sind drei winzige, höchstens fünf Zentimeter große Stücke aus Mammutknochen, die einen Pferdekopf, einen Wasservogel und ein Mischwesen aus Mensch und Löwe darstellen. Ihr Alter bestimmten die Urgeschichtler mit Hilfe von radioaktivem Kohlenstoff auf 30.000 bis 33.000 Jahre. Sie werden dem Aurignacien zugeordnet, der ältesten Periode der jüngeren Altsteinzeit. Die Schnitzereien sind die ältesten figürlichen Darstellungen der Menschheitsgeschichte. Die berühmten Felszeichnungen von Tieren und jagenden Menschen aus den Höhlen im französischen Lascaux sind dagegen erst 25.000 Jahre alt.

Allerdings sind die drei Figuren nicht die ersten, die im Donautal gefunden worden sind. In den vergangenen Jahrzehnten haben Ausgräber eine ganze Reihe von Schnitzereien zu Tage gefördert. Mit den jüngsten Funden sind es jetzt mehr als 20 Figürchen, die die Forscher an vier nahe beieinander liegenden Fundorten des schwäbischen Donautales gefunden haben. Welchem Zweck die Elfenbeinfiguren dienten, können die Forscher auch nach jahrzehntelanger Diskussion nicht genau sagen. Gerade der neu entdeckte Wasservogel spricht gegen eine prominente Vermutung, dass die Schöpfer starke und gefährliche Tiere wie Löwe oder Pferd bevorzugten.

LöwenfragmentAn drei Fundorten weisen viele Elfenbeinsplitter und Bearbeitungsreste darauf hin, dass dies Stellen waren, an denen sich die Altsteinzeitmenschen in größerer Zahl und zumindest zeitweise niederließen. Nur der Löwenmensch in Hohlenstein-Stadel wurde ohne begleitenden Bearbeitungsabfall gefunden. Wer die Menschen waren, die die Elfenbeinfiguren schnitzten, wissen die Urgeschichtler nicht. Die Tübinger glauben allerdings, dass es sich um moderne Menschen, unsere unmittelbaren Vorfahren also, handelte. Erstaunlich ist das plötzliche Auftauchen von Kulturzeichen in Schwaben. Dazu gehören neben den Elfenbeinfiguren auch Ornamente oder Musikinstrumente. Die Tübinger Forscher um Nicholas Conard nehmen an, dass das Donautal vor 30.000 Jahren einen Wanderungskorridor ins Innere Europas darstellte. Dieser Annahmen zufolge war der Kontinent nach einer Eiszeit nahezu entvölkert, so dass sich die modernen Menschen rasant entlang der Donau ausbreiten konnten.

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