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Erfolg internationaler Umweltpolitik

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 28.10.2009 10:39

Die Bekämpfung des Ozonlochs gehört zu den Glanzlichtern internationaler Umweltpolitik. Im Montrealer Protokoll von 1987 verpflichteten sich die Staaten der Welt, bis 2030 aus der Produktion von bestimmten ozonschädlichen Substanzen auszusteigen. Die Liste dieser Substanzen war überschaubar, ihr Einsatzbereich ebenfalls und Ersatzstoffe waren in Sicht. Insofern war das Montrealer Protokoll nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch verhältnismäßig leicht umzusetzen.

Rekord-OzonlochIn ihrem Konzept empfehlen die Experten um Johan Rockström, dass die Ozonschicht nicht um fünf Prozent gegenüber den Werten von 1964 bis 1980 verringert werden dürfe, und zwar gemessen in der gesamten Luftsäule und flächendeckend über die gesamte Erdoberfläche hinweg. Diese dürfte schwieriger zu erreichen sein, denn jetzt muss man noch weitere Substanzen kontrollieren, die im Montrealer Protokoll nicht berücksichtigt wurden. Im Protokoll wurden vor allem FCKWs und bestimmte Halone gebannt, ihre Wirkung in der Stratosphäre sinkt inzwischen spürbar.

Dafür wird die ozonschädigende Bedeutung von Lachgas drastisch steigen. Experten vom Forschungszentrum des US-Wetterdienstes Noaa in Boulder rechnen damit, dass Lachgas bis 2100 den Ozongehalt der Atmosphäre um zwei bis drei Prozent verringert haben wird, wenn seine Emission nicht kontrolliert wird.

Doch die Lachgaskontrolle ist wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen, als die von FCKW und Co. Hauptquelle für die Stickstoffverbindung ist die Landwirtschaft, und da sowohl die intensive Tierhaltung als auch der Intensivanbau von Getreide, vor allem Reis. Und damit gerät die Sicherung dieser planetaren Grenze wiederum in Konflikt zu gleichfalls weltweit lebenswichtigen Zielen wie etwa der gesicherten Ernährung für Milliarden.
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