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EDIM

erstellt von huenken zuletzt verändert: 05.08.2011 13:38

Projekt:
EDIM
Erdbeben Desaster Informationssystem für die Marmara-Region, Türkei
Laufzeit:
01.04.2007 bis 30.06.2010
Koordinator:
Prof. Dr. Friedemann Wenzel

Karlsruher Institut für Technologie, Geophysikalisches Institut
Hertzstraße 16
76187 Karlsruhe
Projektpartner:
GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), Erdbebenrisiko und Frühwarnung

Humboldt Universität Berlin, Institut für Informatik

DELPHI IMM GmbH Potsdam

lat/lon GmbH Bonn

Bogazici Universität Istanbul, Kandilli Observatorium und Erdbebenforschungsinstitut

Programm:
Sonderprogramm GEOTECHNOLOGIEN
Themenschwerpunkt: Frühwarnsysteme im Erdmanagement
Ziele:
Ziel des Verbundvorhabens EDIM ist die Erweiterung des Istanbuler Erdbebenfrühwarnsystems auf die Region des Marmara Meeres. Es ist geplant, die Sensorik und die Kommunikationstechnik des bestehenden Frühwarnsystems zu erweitern und dessen Leistungsfähigkeit erheblich zu verbessern. Mit der Erweiterung ist eine deutliche Erhöhung der Systemzuverlässigkeit verbunden, weil die gesamten Informationen des Beobachtungsnetzwerkes genutzt werden sowie Erschütterungskarten und Herdparameter in Echtzeit zur Verfügung stehen sollen. Im Rahmen des Verbundvorhabens wird für ein Frühwarnsystem erstmals die Technologie der selbstorganisierenden Netze verwendet. Die Erfassung, Verarbeitung und Visualisierung der Geodaten erfolgt über eine eigens hierfür entwickelte Informationsinfrastruktur.

Die Universität Karlsruhe ist für die Bereitstellung von Echtzeitinformationen aus dem Akzellerometer Netzwerk zuständig. Die Erweiterung des bestehenden Netzwerkes auf die Marmara Region wird von der Stadt Istanbul ab 2007 vorgenommen. Zu den Aufgaben der Universität Karlsruhe gehört die Ausdehnung der satellitengestützten Echtzeitkommunikation auf die geplanten zehn neuen Stationen sowie die qualitative und informationstechnische Optimierung des bestehenden Frühwarnsystems, da bisher nur ein geringer Teil der Akzellerogramme genutzt werden kann. Weiterhin sollen mit Hilfe von neuronalen Netzen Herdparameterbestimmungen in Echtzeit ermöglicht und die Erschütterungskarte für Istanbul auf die Marmara Region erweitert werden. Die Universität Karlsruhe wird außerdem eine Datenbasis aus Erdbebenaufzeichnungen erstellen und ist für die Koordination des Verbundes zuständig.

Das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) ist zusammen mit dem Verbundpartner Humboldt Universität Berlin für die Entwicklung eines selbstorganisierenden Sensorsystems zuständig. Hauptaufgabe des GFZ Potsdam ist die Entwicklung und der Leistungstest der Sensoreinheiten. Die Arbeiten konzentrieren sich hierbei auf die Verbesserung der Signalkonversion, die Anpassung des Messsystems an die Hardware der Sensorknoten, die Zeithaltung mit GPS sowie den Test unter Labor- und Geländebedingung. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Auswertealgorithmen. Es ist geplant, u. a. Algorithmen für die automatische Bestimmung der Bodenspitzenbeschleunigung und der Bewegungsdauer sowie die Initialisierung der Frühwarnung zu entwickeln. Hauptaufgaben der Humboldt Universität Berlin ist die Konzeption der Netzwerkarchitektur. Durch Einsatz der Technologie neuronaler Netze soll die Netzwerktopologie dynamisch angelegt werden und keine zentrale Administration erfordern. Dadurch wird die Funktionsfähigkeit des Netzwerkes auch dann gewährleistet, wenn einzelne Sensorknoten ausfallen. Weitere Arbeitsschwerpunkte bilden der Aufbau und experimentelle Einsatz einer Simulationsplattform sowie die Bereitstellung einer Middleware (Verteilungsplattform) zur Implementierung seismischer Analysebausteine. Zusammen mit dem GFZ Potsdam wird die Humboldt Universität Berlin das geplante Sensornetzwerk installieren und betreiben.

Die Fa. DELPHI IMM GmbH Potsdam ist zusammen mit dem Verbundpartner lat/lon GmbH Bonn für die Entwicklung einer dynamischen Geoinformationsinfrastruktur zuständig. Hauptaufgabe dieser Infrastruktur ist es, die Informationsflüsse aus verschiedenen Ebenen (Sensordaten, Berechnungen, Daten aus regionalen Netzen) über Schnittstellen zusammenzuführen und den Nutzern zur Verfügung zu stellen. Hierzu wird ein Web-basiertes Informationssystem mit Recherchewerkzeugen und Map-Client (Kartendarstellung der Ergebnisse) erstellt. Durch den modularen Aufbau des Systems wird die Integration externer Datenbestände (Karten, geologische Daten) sichergestellt. Die Fa. DELPHI IMM GmbH ist für die Integration von regionalen Informationen und Mediationskomponenten sowie die Definition von Dienstgütevereinbarungen (Service Level Agreements) zuständig. Zu den Aufgaben der lat/lon GmbH gehören der Aufbau eines mehrsprachigen Web-Portals, die Konzeption der Nutzerverwaltung, die Anbindung der Sensornetze sowie die Verbesserung der Ausfallsicherheit.