Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Members huenken BMBF Projekte OMEGA

OMEGA

erstellt von huenken zuletzt verändert: 05.07.2012 07:07

Projekt:
OMEGA
Oberflächennahe marine Gashydrate

Laufzeit:
01.10.2000 bis 31.12.2003
Koordinator:
Prof. Dr. Bohrmann [Jetzt Universität Bremen]

Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR)
Wischhofstrasse 1-3
24148 Kiel
Projektpartner:
Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Mechanik und Meerestechnik

Technische Universität Berlin, Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven

Programm:
Sonderprogramm GEOTECHNOLOGIEN
Themenschwerpunkt: Gashydrate im Geosystem
Ziele:
Im Rahmen des Verbundprojektes OMEGA werden Bildungsbedingungen, Aufbau und Struktur oberflächennaher Gashydratvorkommen erfasst, um das Verhalten und die Bedeutung dieser massiven Methanhydrate im globalen Kohlenstoffkreislauf bewerten zu können. In diesem Verbund von fünf Teilprojekten werden erstmals die neuen Ansätze der Autoklavtechnologie sowie die Bearbeitung, Vermessung und Experimente mit natürlichen Gashydraten unter in-situ-Bedingungen verfolgt.
Ergebnisse & Veröffentlichungen:
Der im Rahmen von OMEGA entwickelte Autoklavmulticorer hat erstmals oberflächennahe Gashydratlagen beproben können, die unter in-situ-Druck und -Temperatur in dem Autoklaven stabilisiert wurden. CT-Analysen in einer radiologischen Klinik in San Diego ermöglichten sowohl die Quantifizierung des Methanhydratgehaltes als auch eine dreidimensionale Verteilung der wichtigsten Phasen. Die Koexistenz von freiem Methan und Methanhydrat in natürlichen Sedimenten konnte damit erstmals gezeigt werden, wobei das freie Gas in Blasen der Hydratlagen eingeschlossen ist. Dies ist bei den entsprechenden PT-Bedingungen und bei normalem Salzgehalt nur möglich, wenn das Wasser in der unmittelbaren Umgebung durch Gashydratbildung aufgebraucht ist, welches 27 cm unter dem Meeresboden eine große Überraschung darstellt. Das Beispiel zeigt die hohe Dynamik der oberflächennahen Gashydratbildung, die durch raschen Methantransport aus einem tieferen Reservoir (Hydratrücken aus ca. 115 m Sedimenttiefe) gesteuert wird.

Die in dem Projekt durchgeführten Gefügeuntersuchungen an Gashydraten aus dem Schwarzen Meer und dem Hydratrücken sowie die Porenwasseruntersuchungen zeigen ebenfalls die außerordentlich hohe Dynamik. Mit Hilfe der Autoklavprobennehmer können erstmals quantitative Gasanalysen eines definierten Volumens durchgeführt werden, während der Gasgehalt von Headspace-Analysen normaler Sedimentkerne meist nur einen Bruchteil des natürlichen Gassystems erfasst.

Weiter hervorzuheben sind die Salzanreicherungen (positive Chloridanomalien), die bei der Hydratbildung entstehen. Aufgrund der beprobten Salinitätsgradienten konnten erstmals sehr kurze Zeitskalen (Monate und Jahre) der Gashydratbildung modelliert werden. Die stark inhomogene Verteilung der Hydratvorkommen konnte mit einem neuen digitalen Sidescan-Sonar sehr gut flächig erfasst werden.

Im Rahmen der ersten Phase von OMEGA haben die Beiträge der Teilprojekte die Kenntnisse über oberflächennahe Gashydratvorkommen wesentlich erweitert und die bisherigen Vorstellungen über die dynamischen Prozesse dieser Vorkommen sehr stark verändert. Das Projekt ist ein hervorragendes Beispiel, wie in der Zusammenarbeit technologische Entwickler und Geowissenschaftler voneinander profitieren und nur die Kooperation gemeinsamen Erfolg beschert. Im Rahmen des Projektes OMEGA hat Herr Dipl. Ing. H.J. Hohnberg, Mitarbeiter TU Berlin und MAT, das Patent “Gashydrat-Probennahmetechnik” in 2001 angemeldet.