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WTZ Russland – PLOT

erstellt von huenken zuletzt verändert: 23.02.2016 07:05

Projekt:

WTZ Russland – PLOT: Paläolimnologischer Transekt

Laufzeit:

01.11.2015 bis 31.10.2018

Koordination:

Prof. Dr. Martin Melles

Universität Köln, Institut für Geologie und Mineralogie

Zülpicher Str. 49A
50674 Köln

Projektpartner:

Universität Kiel, Institut für Geowissenschaften

Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) Bremerhaven

Programm:

BMBF Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA3)

Themenschwerpunkt:

Geowissenschaftliche Untersuchungen

Ziele:

Das übergeordnete Ziel des Verbundprojektes PLOT ist die Rekonstruktion der spätquartären (ca. 120.000 Jahre vor heute) Klima- und Umweltgeschichte aus Seesedimenten entlang eines mehr als 6.000km langen Transekts zwischen dem 60. und 75. nördlichen Breitengrad in Sibirien. Schwerpunktmäßig soll der Zeitraum vor dem letzten glazialen Maximum, also älter als ca. 25.000 Jahre, untersucht werden.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen eine wesentliche Verbesserung im Verständnis der Klima- und Umweltentwicklung in der eurasischen Arktis und damit auch für den europäischen Raum erwarten. Außerdem sind neue Erkenntnisse hinsichtlich externer Einflüsse und komplexer Wechselwirkungen sowie in Bezug auf Besonderheiten und Steuermechanismen im Klimasystem zu erwarten. Längerfristig soll aus den Ergebnissen eine Verbesserung von Vorhersagen zukünftiger Klima- und Umweltentwicklungen in der Arktis und den angrenzenden Regionen unter Berücksichtigung der aktuellen Temperaturentwicklung erreicht werden. Im Einzelnen sollen folgende Fragen beleuchtet werden:

  • Wie sind die Insolationsschwankungen aufgrund veränderter Erdbahnparameter entlang des Transekts abgebildet und welche Charakteristika haben sie in den einzelnen Seen in Bezug auf Temperatur, Niederschlag und atmosphärische Zirkulation hinterlassen?
  • Wo traten entlang des Transekts kurzfristige Klimaereignisse auf, welche Ausprägung hatten sie und mit welcher Geschwindigkeit haben sie sich ausgebreitet?
  • Traten zeitliche Vor- und/oder Nachläufe in den Klimaveränderungen auf und welche Prozesse sind dafür ursächlich?
  • Welche externen Antriebskräfte und internen Rückkopplungsmechanismen können die spätquartäre Klimageschichte am besten erklären?
  • Wie reagiert die Umwelt auf kurz- und langfristige Klimaänderungen entlang des Transekts?

Darüber hinaus soll mit den geplanten Untersuchungen auch das Potential der verschiedenen Seen für eine mögliche Tiefbohrung erkundet werden.

  • Gibt es neben dem bereits untersuchten Elgygytgynsee ein weiteres geologisches Archiv in der Arktis, das an die Reichweite von Eiskernen herankommt?

Die drei Partner Universität Köln (TP1), Universität Kiel (TP2) und das AWI (TP3) tragen unter der Koordination der Universität Köln entsprechend ihrer fachlichen Ausrichtungen zu den drei Teilprojekten des Verbundprojekts bei.