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Forschung live: Bremer Biologen bekämpfen das Vordringen der Wüste

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:36

Wie kann die Ausbreitung von Wüsten verhindert werden, die Jahr für Jahr Menschen die Lebensgrundlage nimmt? Für Schülerinnen und Schüler bietet sich eine besondere Gelegenheit, zu diesem Thema das laufende Forschungsprojekt "ReviTec®" kennen zu lernen: Biologen der Universität Bremen geben auf Anfrage eine Einführung und demonstrieren auf dem Versuchsgelände der Universität, mit welchen Mitteln sie verkargten Bodenflächen neues Leben "einhauchen".


Versuchsanlage der Universität Bremen
(c) Universität Bremen

Auf der Versuchsfläche an der Wienerstraße in Bremen mit Sand- und Schuttuntergrund werden Substratmischungen (aus Basissubstrat, wasserspeichernde Zusätze, Bioaktivierung) in gebrauchten Kaffeesäcken ausgelegt und mit unterschiedlichen Auslegemustern praktisch erprobt. Ziel des Projektes, das vom Bremer Umweltsenator gefördert wird, ist es, Erosion einzudämmen, Wasser zurückzuhalten, Biodiversität und Bodenentwicklung zu fördern sowie Bodendegradation und die Ausbreitung der Wüsten zu bekämpfen. Die ReviTec®--Technologie soll bis zur Marktreife entwickelt werden.

Wüsten weiten sich aus, Bodendegradation nimmt weltweit dramatisch zu. Menschen wird die Lebensgrundlage entzogen, und viele verlassen ihre Heimat. Die weltweiten Migrationsbewegungen - wie derzeit in Nordafrika - sind eine Folge fehlgeleiteter Landnutzungsstrategien, des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels - kurz, des globalen Wandels. Auch in den mittleren Breiten degradieren lebenserhaltende "ökosystemare Dienstleistungen" des Bodens und die ihm innewohnende Biodiversität in dramatischem Maße. Wissenschaftler vom Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie der Universität Bremen (UFT) beschäftigen sich im Forschungsprojekt "Revitalisierung" mit dieser Problematik der Bodendegradation sowie als Mitglied im europäischen Kompetenznetzwerk DesertNet mit der Bekämpfung der Ausbreitung der Wüsten.

Gemeinsam mit der Partnergesellschaft Kesel, Koehler & Partner (KeKo) haben sie unter dem Namen ReviTec® eine Technologie entwickelt, um Bodenverlusten in unterschiedlichen Geländetypen effektiv entgegenzuwirken und die "ökologischen Dienstleistungen" wiederherzustellen. Der Ansatz: Substratmischungen (Basissubstrat, wasserspeichernde Zusätze, Bioaktivierung) werden in gebrauchten Kaffeesäcken ausgelegt und führen zur (Wieder-) Besiedlung verödeter Areale. An der Universität Bremen ist ein Demonstrations- und Versuchsgelände eingerichtet worden, wo auf Sand- und Schuttuntergrund ReviTec®-Varianten mit unterschiedlichen Auslegemustern (Besiedlungsinseln, Wälle, Halbmond- und Gitterstrukturen) praktisch erprobt und weiter erforscht werden. Das Projekt wird vom UFT in Kooperation mit KeKo, dem Bodenökologischen Labor Bremen (BÖL) sowie den Bremer Firmen Kompostierung Nord (KNO) und China Dialog durchgeführt. Die Förderung erfolgt aus dem Ökologie-Fonds des Landes Bremen (Programm Angewandte Umweltforschung, Senator für Bau, Umwelt und Verkehr). Die Laufzeit des Projektes beträgt 16 Monate. Die Versuchsfläche wird in Forschungs- und Lehraktivitäten der Universität einbezogen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie (UFT)
Prof.(apl.) Dr. Hartmut Koehler
Tel. 0421 218 4179