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Neue Umweltgifte, Farbfernsehen per Nylons und Nudelbäume

erstellt von aahke zuletzt verändert: 01.04.2008 09:49

Haben Sie schon einmal vom Umweltgift Dihydrogenmonoxid gehört? Nein? Aber von Nudelbäumen haben Sie ganz sicher schon gegessen...Der skeptische Blick auf den Kalender zeigt: April, April! Über Kuriositäten und die Herkunft des Aprilscherzes.

April, April...


Aprilscherze sind seit Jahrhunderten bekannt, der genaue Ursprung dieses Brauchs liegt allerdings im Dunkeln. Mögliche Erklärungen reichen von der Kalenderreform durch den französischen König Karl IX. im Jahr 1564 bis hin zum wechselhaften Aprilwetter, dem man am Monatsanfang nur mit einem Scherz begegnen konnte.

Letterjecken und Zeitungsenten

Tatsache jedoch ist, dass sich zahlreiche Medien dieser vor allem in Westeuropa und den USA gepflegten Tradition verpflichtet fühlen und den 1. April jedes Jahres nutzen, um die journalistische Sorgfaltspflicht einmal journalistische Sorgfaltspflicht sein lassen zu können.

Umweltgift Dihydrogen-Monoxid

Eine allseits beliebte Ente an diesem Tag, die schön häufiger von Nachrichtenagenturen verbreitet wurde, ist eine Warnung vor dem Umweltgift Dihydrogen-Monoxid. Dieser Hauptbestandteil sauren Regens ist auch in Tumoren und Kernkraftwerken zu finden und wirkt beim Einatmen tödlich. Dem einigermaßen chemisch geschulten Leser ist das Gift als H2O geläufig - oder unter seinem anderen Namen: Wasser.

Meldung 1. April: Giftwasser

























Ein ganzes Glas Umweltgift... © dpa


"Ich habe nichts falsch gemacht!"

Am 1. April 1992 trauten die Amerikaner ihren Ohren nicht: In der Radiosendung "Talk of the Nation" verkündete Richard M. Nixon (genau der, den man 1974 nach dem "Watergate"-Skandal in Schimpf und Schande vom Hof gejagt hatte), dass er wieder für das Amt des US-Präsidenten kandidieren wolle. "Ich habe nichts falsch gemacht und werde es auch nicht wieder machen", schallte es da selbstbewusst - und bewusst sprachlich schräg - aus dem Äther, gefolgt von Nixons Kandidaturrede.

Erst nachdem tausende Hörer den Sender mit Anrufen bombardiert hatten, um ihrer Empörung Luft zu machen, lösten die Macher der Sendung den Scherz auf: die Radiohörer mit dem guten Gedächtnis waren auf einen Stimmenimitator hereingefallen.


meldung 1. April: Nixon kandidiert wieder












Einmal geht noch, Richard.© dpa

Die spinnen, die Briten!

Archäologen haben es schon lange geahnt, und Comitologen sowieso: Asterix ist nicht der Fantasie von René Goscinny und Albert Uderzo entsprungen, sondern hat wirklich gelebt. Anders ist die Meldung der britischen Zeitung "Independent" vom 1. April 1993 wohl nicht zu erklären: Asterix' 3000 Jahre altes Dorf wurde in Le Yaudet in der Bretagne gefunden. Die Ausgrabungsleiter stellten jedoch fest, dass Goscinny und Uderzo zumindest historisch korrekt vorgegangen waren.

Asterix und Co zahlten mit "Schwein"

Das Dorf sei in der Tat nicht von den Römern erobert worden, und zudem seien Münzen mit Wildschweinen darauf und eine große Menge Hinkelsteine gefunden worden. In der Meldung wurde lediglich das Stück Himmel nicht erwähnt, das neben dem Skelett von Majestix gefunden wurde und das höchstwahrscheinlich für dessen Ableben verantwortlich war.

Meldung 1. April: Die spinnen, die Briten












"Hat ja auch lange genug gedauert!" © dpa

Farbe ist (S)Trumpf!

Als der damalige Außenminister Willy Brandt am 25. August 1967 auf der IFA auf einen roten Knopf drückte, wurde das Fernsehen in Deutschland plötzlich farbig. In Schweden konnte man darüber nur lachen - schließlich war das Farbfernsehen dort schon fünf Jahre früher eingeführt worden, noch dazu ohne jeden unnötigen technischen Aufwand.

Und wer hat's erfunden? Die Schweden!

Wie es ging, erklärte ein Moderator seinen leichtgläubigen Landsleuten am 1. April 1962: Man nahm einen handelsüblichen Nylon-Strumpf und stülpte ihn über das Fernsehgerät. Berichten zufolge nahmen tausende Schweden den Ratschlag ernst. Nicht überliefert ist allerdings, wie viele Schweden acht Jahre später misstrauisch waren, als die Fernsehbilder wirklich farbig wurden - dies geschah nämlich am 1. April 1970.

Meldung 1. April: Farbe ist (S)trumpf












In Deutschland per Knopfdruck, in Schweden per Strumpf.© dpa

Sind die Spaghetti schon reif?

Es gibt Leute, die haben vom Kochen überhaupt keine Ahnung. Spötter würden sagen: Klar, die Briten. Das dachte man sich wohl auch bei der BBC, als man am 1. April 1957 eine halbstündige Dokumentation sendete. Über was? Über die Spaghetti-Ernte in der Schweiz!

Spaghetti-Ernte in der Schweiz

Eine Schweizer Familie stand da vor einem Spaghetti-Baum, zupfte vorsichtig die reifen "Früchte" ab, um sie anschließend zum Trocknen in die Sonne zu legen. Dazu erklärte der Moderator der Sendung, dass es allein dem Geschick der Spaghetti-Züchter zu verdanken sei, dass die Nudeln alle gleich lang seien.

Die Zuschauer waren größtenteils entzückt, und nicht wenige fragten nach, wo sie denn einen Spaghetti-Baum erwerben könnten. Inzwischen sind die Briten aber natürlich kulinarisch gebildeter: Sie wissen, die Spaghetti kommen aus der Dose.

meldung 1. April: Rudi Carrell kämpft um Spaghetti
















Ob Rudi Carrell ahnt, woher seine Spaghetti kommen?© dpa

Quelle: Auszug aus Artikel von Christian Zechel (dpa)
Vollständiger Artikel u.a. hier.