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POSEIDON-Logbuch: Auftakt vor der Küste Mauretaniens

erstellt von aahke zuletzt verändert: 05.05.2008 11:31

Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. An Bord sind neun Wissenschaftler von der Universität Bremen und dem Alfred Wegener Institut Bremerhaven. Wo andere Ihren Urlaub verbringen, werden die Forscher für planeterde.de über ihre Arbeit auf dem Schiff berichten. Ihr Ziel: ein besseres Verständnis der lokalen Klimaveränderungen. Da sich vor der Nordwest-Küste Afrikas seit Jahrtausenden Saharastaub am Meeresboden ablagert, bilden marine Sedimente aus diesem Gebiet ein sehr gutes Archiv um Änderungen in den Klimabedingungen der Quellregionen des Staubs rekonstruieren zu können.

Forscher-Logbuch 4. Mai 2008

P366-1 RV POSEIDON


Autoren:

Jan-Berend Stuut und Inka Meyer


Jan-Berend Stuut

Inka MeyerDr. Jan-Berend Stuut, Sedimentologe und Geologe am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM der Universität Bremen

TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden, einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen der Quellregion

und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren nach Bremen wechselte.

Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen

Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.




Samstag 3. Mai 2008

Heute Morgen sind wir um 8.30 aus Las Palmas (Gran Canaria) ausgelaufen. Das Wetter ist super: kein Wind, und also keine Wellen! Aber fliegende Fische und Kanarienvögel gab es im Überfluss.

Das erste offizielle Ereignis war natürlich die Sicherheitseinweisung gefolgt von einer Bootsbesichtigung und Labortour. Da wir zwei Tage Transit fahren, bevor wir die erste Station (etwa 21°W und 21°N) erreichen, haben wir viel Zeit die Labore einzurichten und aufzubauen.

Unser spezielles Interesse in dem Gebiet ist der Saharastaub, den wir mit so genannten Staubsammlern aus der Luft filtern. Vor der ersten Probenentnahme müssen die Staubsammler zunächst kalibriert werden, damit man weiß, wie viel Luft in einer bestimmten Zeit die Filter passiert. Daraus kann im Folgenden die in der Luft enthaltene Staubmenge berechnet werden.

Neben diesen atmosphärischen Proben werden auch Proben aus der Wassersäule und vom Meeresboden genommen. Diese werden dann basierend auf Korngrößenmessungen, sowie der Analysen von organischen, chemischen und mineralogischen Komponenten miteinander verglichen.

Wir hoffen auf einen schönen Abend auf dem Meer. Staub sorgt nämlich neben seiner wissenschaftlichen Bedeutung auch für farbenfrohe Sonnenuntergänge.

Liebe Grüsse,

Inka & Jan-Berend


Weitere Informationen:


Wo ist POSEIDON jetzt?

Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.


Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history
unter www.europrox.de.


Irak: Dust Storm














Riesige Staubmengen werden bei Stürmen freigesetzt wie hier im Irak. Bildquelle: Stuut