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Das BMBF - Fachreferat "System Erde"

erstellt von aloos zuletzt verändert: 11.09.2007 22:28

Der Name ist hier Programm. Im Mittelpunkt des Fachreferats stehen die Geowissenschaften, Meeres - und Polarforschung also die Erforschung unseres Heimatplaneten. Vom festen Eisenkern mehr als 6000 km unter unseren Füßen bis hinauf zu den äußersten Atmosphärenschichten an der Grenze zum Vakuum des Alls tausend Kilometer über unseren Köpfen; von den Strömungen in den schwarzen Tiefen der Ozeane bis zu den gewaltigen Packeisgürteln der Polarmeere reichen die Forschungsobjekte der Wissenschaftler.

Das Verständnis globaler Kreisläufe und des Zusammenwirkens von Geosphäre (des festen Erdkörpers), Cryosphäre (der Eismassen), Hydrosphäre (des flüssigen Wassers) und Biosphäre (der gesamten Flora und Fauna) könnten uns in die Lage versetzen, Strategien gegen Versteppung, Ernährungskrisen und Migrationsdruck zu entwerfen, Katastrophenschutz und -vorsorge zu verbessern sowie neue Wege zur Krisenprävention, Friedens- und Konfliktforschung zu finden. Das Verständnis des Systems Erde ist erforderlich, wollen wir für zukünftige Generationen den Lebensraum Erde erhalten.

Auf eben diese Ziele sind die Förderschwerpunkte des Fachreferats ausgerichtet. Zu ihnen zählt zum Beispiel die Meeres- und Polarforschung, wie sie auf Forschungsschiffen wie der Polarstern, der Sonne oder des neuen Eisrandforschungsschiffes Maria S. Merian, das Anfang 2005 in Dienst geht, betrieben wird. Als schwimmende Großlabore durch-kreuzen sie die Weiten der Weltmeere. Sie verfolgen die Strömungen, die kontinuierlich unsere Ozeane umwälzen und auf diese Weise unser Klima beeinflussen oder suchen auf dem Meeresgrund nach Rohstoffressourcen, die den zukünftigen Energiebedarf der Menschheit decken könnten.

Aber auch die Vergangenheit ist für die Geowissenschaften ein unverzichtbarer Wissensschatz. Ihn zu bergen ist die Aufgabe von Tiefseebohrungen wie die des Integrated Ocean Drilling Project (IODP). Sedimentschichten, in Jahrmillionen angeschwemmt, geben den Forschern Aufschluss über die Umweltverhältnisse der Erdgeschichte.

Viel tiefer als jede Bohrung reicht ein Blick des Satelliten CHAMP (Challenging Minisatellite Payload), der, im Jahre 2000 gestartet, in über 400 Kilometer Höhe seine Bahn zieht und den Geowissenschaftlern dabei hilft, das Antlitz unserer Erde genauer als jemals zuvor zu vermessen. CHAMP untersucht nicht nur Magnet- und Schwerefeld unseres Planeten und beobachtet auf diese Weise durch die dünne Haut der Erdkruste hindurch die ungleichmäßig verteilten Massen im Erdinneren, er nimmt durch spezielle Messinstrumente auch sehr genau seine Um-gebung wahr und liefert so wertvolle Daten über unsere Atmosphäre und ist damit ein nützli-ches Werkzeug für die Wettervorhersage.

Auch die Flora und Fauna steht unter ständiger wissenschaftlicher Beobachtung. Stoffkreisläufe zwischen Geosphäre und Biosphäre, die Kopplung zwischen der Erde und ihren Bewohnern, vom Einzeller bis hinauf zum Menschen, die grüne Lunge der Regenwälder und ihr Einfluss auf unser Klima; all das ist entscheidend, um zu begreifen, wie komplex, aber auch zerbrechlich das System Erde ist.

Im Mittelpunkt dieses Netzangebotes steht die Vermittlung der Ziele geowissenschaftlichen Forschens und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit gegenüber Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel. In diesem Zusammenhang soll jeder Besucher der Seite auch aktiv werden können und ist herzlich dazu eingeladen, am Webauftritt mitzuarbeiten und Inhalte selber zu gestalten. Auf diese Weise soll eine Verbindung zwischen Wissenschaftlern und Bürgern, zwischen Forschung und Öffentlichkeit hergestellt werden.

Die Arbeitsfelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) reichen von der Ausbildungsförderung über die Raumfahrt bis hin zur Gesundheitsforschung. Unter der Leitung von Bundesministerin Edelgard Bulmahn widmet sich das BMBF verschiedensten Aufgaben, die sowohl Bildungsplanung als auch Forschungsförderung umfassen. Wichtiges Ziel der Forschungsförderung ist die Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes und Schaffung konkurrenzfähiger Arbeitsplätze. Als eines von in Bonn verbleibenden Ministerien beschäftigt das BMBF ca. 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügt 2003 über einen Etat von rund 8.364 Mrd. Euro.