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GEOTECHNOLOGIEN

Eine Ebene höher
Schwarmintelligenz im Orbit
Ein magnetisches Feld schützt die Erde vor hochenergetischen Partikeln aus dem All. Drei Satelliten sollen dieses Magnetfeld nun präzise wie nie zuvor kartieren und dabei auch die Frage beantworten: Was geschieht, wenn sich der natürliche Schutzschild in Zukunft immer mehr abschwächen wird?
Treffen der Superlative
Mehr als 800.000 Einwohner hat die US-amerikanische Westküstenmetropole San Francisco – vom 5. bis 9. Dezember kamen noch einmal 22.500 Geoforscher hinzu. Sie alle waren der Einladung der American Geophysical Union zu ihrer Herbsttagung gefolgt, dem größten geowissenschaftlichen Treffen weltweit. Wir sprachen mit Simon Schneider, innerhalb des FuE-Programms GEOTECHNOLOGIEN für die Bereiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Internet verantwortlich, über seine Eindrücke vor Ort, die wachsende Bedeutung der Bereiche Bildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Zusammenarbeit mit Übersee.
Untergrundbewegungen auf der Spur
Eine genaue Kenntnis, wo Trinkwasserreservoire von Verschmutzung oder eindringendem Salzwasser gefährdet sind, ist eine weltweite Herausforderung. Daten hierzu erhält man am besten aus der Luft. Wirklichkeitsnahe 3D-Modelle sollen nun helfen, die gesammelten Informationen auch verständlich darzustellen.
Salzwasser auf Wanderschaft
Eine mögliche Maßnahme gegen den Klimawandel ist die Speicherung von CO2 aus Industrieabgasen in tiefen Gesteinsschichten. Das Forschungsprojekt BRINE untersucht zwei Aspekte dieser Technologie: die Verlagerung von Salzwasser im Untergrund und die Kombination mit der geothermischen Energiegewinnung.
Mission: Schnittstelle
Geoforscher dabei zu unterstützen, ihre wissenschaftlichen Geniestreiche in handfeste Produkte zu verwandeln, ist eines der Aufgabengebiete des Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN. Wir sprachen mit Alexandra Scherer, seit kurzem verantwortlich für den Bereich Technologietransfer, über die Bedeutung von Managementqualitäten, Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und Vorsätze fürs neue Jahr.
Seismischer Lauschangriff
Auch ohne Erdbeben ist unser Planet ständig in Unruhe. Ziel des GEOTECHNOLOGIEN-Projekts MIIC ist es, diesem „seismischen Rauschen“ Informationen über die Beschaffenheit des Untergrunds und über das innere Gefüge von Bergwerken und Betonbauten zu entlocken.
Wenn CO2 im Grundwasser blubbert
Die Speicherung von Kohlendioxid im Untergrund ist eine vieldiskutierte Möglichkeit, um den Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern. Doch was geschieht, wenn dabei CO2 ins Grundwasser dringt? Das GEOTECHNOLOGIEN-Projekt „CO2-Leckage“ untersucht diese Situation.
Die Lösung steckt im Detail
Statusseminare der GEOTECHNOLOGIEN bieten den Mitgliedern eines Forschungsschwerpunkts ein Forum, um auch über Projektgrenzen hinweg ins Gespräch zu kommen. Neben der Einordnung des eigenen Fortschritts können die Teilnehmer dabei nicht selten auch von ganz neuen Denkanstößen profitieren.
Schadstoffträger festhalten
Feinste Partikel im Grundwasser tragen verschiedene Stoffe mit sich – überproportional oft werden diese an Gesteinsflächen festgehalten. Warum das so ist, haben Forscher nun erstmals herausgefunden. Ihre Entdeckung könnte u.a. dabei helfen, Schadstoffkonzentrationen im Grundwasser zu verringern.
Geotechnologie im Badezimmer
Die Herstellung von Keramik hat eine Jahrtausend alte Tradition. Gleichwohl stellen sich immer wieder neue Anforderungen an die Behandlung der mineralischen Rohstoffe und an die Produktion. Im Rahmen des GEOTECHNOLOGIEN-Projekts SimSan wurde daher die Fabrikation von Sanitärkeramik untersucht.
Fachmesse auf Rekordjagd
Die Besucherzahlen von 2010 untermauerten es erneut: Die jährlich stattfindende INTERGEO ist die größte Fachmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement der Welt. Grund genug für die GEOTECHNOLOGIEN, sich auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Veranstaltung an einem eigenen Stand zu präsentieren.
GEOTECHNOLOGIEN 2.0
Facebook – dieses Wort wirkt für viele Öffentlichkeitsarbeiter heute geradezu elektrisierend. Wie mit einer Präsenz in dem Sozialen Netzwerk weiterreichende Ziele als ein bloßes „Dabei-Sein“ verknüpft sein können, lässt sich exemplarisch am Beispiel der GEOTECHNOLOGIEN zeigen.
Die etwas andere Exkursion
Die eine Disziplin hat sich der Erforschung der Erde verschrieben, die andere ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf unseren Planeten. Kein Wunder, dass Geowissenschaften und Raumfahrt seit Jahrzehnten Hand in Hand gehen. Einige Geoforscher haben sogar selbst den Raumanzug übergestreift.
Methodencombo für die Tiefenforschung
Die Messung von Magnetfeldern und elektrischen Spannungen öffnet Fenster ins Innere unseres Planeten. Im Zuge des GEOTECHNOLOGIEN-Projekts Multi-EM sollen nun mehrere dieser Verfahren kombiniert werden, um eine genauere Kartierung des Untergrundes zu ermöglichen.
Unter Beobachtung
Unser Bild der Erde verdanken wir unzähligen Satellitenaugen, die den Planeten seit Jahrzehnten fest im Blick haben. Was genau sie beobachten und wie dies unsere Welt verändert hat, zeigt ab morgen die Ausstellung „Die Erde im Visier“ – an einer historischen Stätte der Satellitenforschung.
Der Allrounder
Die Vorsilbe Geo ist heute in vielen Bereichen von Forschung und Technik zu finden. Aber nicht nur dort. Auch in unserer Alltagswelt begegnen uns Ergebnisse der Geoforschung immer häufiger. Zu verdanken ist das nicht zuletzt der richtigen Förderung.
Relativ genau
Heute vor 106 Jahren reichte Albert Einstein den ersten Aufsatz zur Speziellen Relativitätstheorie ein. Die Arbeit revolutionierte unser Weltbild – indirekt sogar noch heute: Die modernen Beobachtungssatelliten der Geoforscher würden ohne Einsteins Erkenntnisse nicht funktionieren.
Zwei Fliegen mit einer Klappe
Es klingt nach einem Tauschgeschäft im großen Maßstab: Durch die Einlagerung des Treibhausgases Kohlendioxid in marinen Gashydraten wollen Kieler Geoforscher zusätzliches Erdgas gewinnen. Ein Rohstoff, dem in der vieldiskutierten Energiewende noch eine entscheidende Rolle zukommen könnte.
Neue Wege mit ReCaWa
Minimale Modifizierungen an der Oberfläche kristalliner Strukturen können dessen Eigenschaften substanziell ändern. Das Verbundprojekt ReCaWa untersucht daher die Reaktionen von kristallinem Calcit und Wasser. Die Trinkwasseraufbereitung und die CO2-Bilanz der Zementindustrie könnten davon profitieren.
Katastrophe mit Ansage
Über 600 Jahre hatte der Pinatubo geruht, ehe er am 15. Juni 1991 für einen der gewaltigsten Vulkanausbrüche des vergangenen Jahrhunderts sorgte. Obwohl von der gigantischen Eruption viele Menschen betroffen waren, fielen ihre Folgen dank umfangreicher Vorkehrungen noch relativ glimpflich aus.
Ungetrübter Tunnelblick
Vorausschauendes Fahren ist nicht nur überirdisch oberstes Gebot, sondern auch unter der Erde. Die Steuermänner gigantischer Tunnelbohrer müssen wissen, was die massiven Schneidräder der Bohrer auf ihrem Weg durch den Fels erwartet. Eine genaue Vorauserkundung kann hier Kosten und Mühe sparen.
Von Pilzen lernen
Dank Hydrophobin bleiben Pilze nicht lange nass. Das Protein sorgt dafür, dass Wasser an der Oberfläche der Fruchtkörper wie an einem Regenmantel abperlt. Gelingt es, diesen Prozess zu reproduzieren, könnte dies auch zur Verbesserung von zahlreichen Alltagsprodukten beitragen.
Die Vermessung des Grundwassers
Wasser fließt nicht nur in Flüssen und Seen durch unsere Umwelt, sondern auch unsichtbar unter der Erdoberfläche. Dieses Grundwasser ist Teil eines gigantischen Kreislaufs und unser wichtigster Süßwasserspeicher. Tübinger Forscher untersuchen, wie sich das Grundwasser im Boden ausbreitet.
Effektive Einsicht in die Tiefe
Wer nach CO2-Speicherstätten sucht, muss genau in die Erde hinein horchen. Viele seismische Messungen sind nötig, um ein klares Bild der Strukturen in großer Tiefe zu erhalten. Das ist jedoch teuer. Das Projekt CO2DEPTH trat an, aus der digitalen Verarbeitung seismischer Daten noch genauere und aussagekräftigere Informationen zu gewinnen als bisher – und das mit Erfolg.
Die Erde als Kartoffel
Die Gravitation unseres Planeten in einer beispiellosen Präzision zu kartieren – mit diesem Auftrag war der Forschungssatellit GOCE im März 2009 in die Erdumlaufbahn geschossen worden. Nach zwei Jahren emsigen Datensammelns konnten Wissenschaftler der TU München nun verkünden: Ziel erreicht!