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Bebendes Wissen

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 20.03.2012 18:18

90 Jahre und kein bisschen leise – Anfang März fand die 72. Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG) statt. In der Universität Hamburg kamen internationale Experten der Disziplin zusammen. Besuchern aus Forschung und Wirtschaft bot sich ein Mammutprogramm.

542 zahlende Besucher, 232 Studierende, 220 Poster in der wissenschaftlichen Ausstellung, 21 Aussteller aus aller Welt und rund 230 Vorträge an vier Tagen – die Jahrestagung 2012 der DGG weist beeindruckende Zahlen aus. Die Tagung dient als Forum zur Diskussion wissenschaftlicher Erkenntnisse, als Kontaktmöglichkeit zur Wirtschaft und vor allem als Möglichkeit den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Inhaltlich nahmen drei Schwerpunktthemen den größten Raum ein.

Das gesellschaftlich und medial am stärksten diskutierte Thema der Tagung waren Untersuchungen, die für Frühwarnsysteme bei Naturkatastrophen dienen könnten. Ob Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutwellen oder Hangrutschungen, die Geophysik ist eine der zentralen wissenschaftlichen Disziplinen um seismische Aktivitäten zu beurteilen und, so nötig, vor Gefahren zu warnen.

Mit dem sinnigen Verknüpfen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und den daraus resultierenden Synergieeffekten beschäftigten sich die Teilnehmer bei der Erdsystemforschung. Hier bot sich Besuchern auch ein Forum, um über Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Komponenten des Erdsystems ins Gespräch zu kommen.

Mögliche Kostenersparnisse bei der Untersuchung der obersten Erdkruste und Sedimente verspricht der dritte thematische Schwerpunkt der 72. Tagung der DGG. Bei der passiven Seismik in der angewandten Geophysik werden natürliche anstatt künstliche seismische Quellen zum Erkenntnisgewinn genutzt. Verschiedene Methoden wurden bei der Tagung vorgestellt. Darunter auch einige, mit denen sich ein Monitoring des Untergrunds durchführen ließe.

Auch der Auftritt des FuE-Programms GEOTECHNOLOGIEN in Hamburg drehte sich um das Thema Untergrund. Ein Schwerpunkt lag dabei auf Aspekten der unterirdischen Speicherung des Treibhausgases CO2, ein anderer auf verschiedene tomographische Methoden und deren konkrete Anwendungen. Vier Projekte aus diesem Bereich waren Thema auf der Jahrestagung: AIDA, MIIC, Multi-EM und MINE. Das Projekt Multi-EM verfolgt beispielsweise einen neuen Ansatz, mit dem die Genauigkeit in der Darstellung von Strukturen des Untergrunds erhöht werden kann. Hierbei werden verschiedene Verfahren so kombiniert, dass aus den Daten 3D-Modelle erstellt werden können. Das Verbundprojekt MINE koppelt verschiedene geophysikalische Methoden, um Tage- und Bergbauregionen kontinuierlich zu überwachen.

Ausstellungsbereich

Ein Teil des Ausstellungsbereichs der 72. Jahrestagung der DGG. Unter den 21 Ausstellern aus aller Welt: die GEOTECHNOLOGIEN. (© DGG)


Tagung mit Außen- und Innenwirkung

Als eine der Überraschungen und eines der Highlights der Tagung bezeichnete Dr. Ali Dehghani vom Geophysikalischen Institut der Universität Hamburg und Mitglied des Organisationsteams der Tagung die Rede von Dr. Dorothee Stapelfeld. Die Hamburger Senatorin der Behörde für Wissenschaft und Forschung habe mit Fachwissen geglänzt. „Wir waren überrascht wie sehr sie sich für unsere Themen interessierte“, sagte Dehghani. Ihre Rede zeige auch, wie wichtig die Tagung für die Außenwirkung der Geophysik in Deutschland sei.

Gleichzeitig hebt der Forscher für maritime Geophysik die Tagung als Plattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs hervor. Studenten konnten als Autoren oder Co-Autoren Vorträge selbst gestalten, referieren und mit ausgewiesenen Experten der Disziplin ins Gespräch kommen. Auch an der besonders großen Posterausstellung in diesem Jahr hätten sie rege teilgenommen. Fast genauso wichtig sei der Kontakt zur freien Wirtschaft, den die Tagung biete. „Die Studenten konnten die ersten Schritte auf dem wissenschaftlichen Parkett üben“, sagte Dehghani.

CP, iserundschmidt 03/2012


Weitere Informationen zur DGG finden Sie hier.

Mehr Infos zum GEOTECHNOLOGIEN-Auftritt auf der 72. DGG-Jahrestagung finden Sie hier.