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Die Lösung steckt im Detail

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Statusseminare der GEOTECHNOLOGIEN bieten den Mitgliedern eines Forschungsschwerpunkts ein Forum, um auch über Projektgrenzen hinweg ins Gespräch zu kommen. Neben der Einordnung des eigenen Fortschritts können die Teilnehmer dabei nicht selten auch von ganz neuen Denkanstößen profitieren.

Rund 70 Experten fanden Mitte Oktober den Weg an die Universität Stuttgart, als die GEOTECHNOLOGIEN zum Statusseminar ihres Forschungsschwerpunkts „Erfassung des Systems Erde aus dem Weltraum III“ luden. Auf der Agenda: Eine ausführliche Vorstellung der Fortschritte, die während der bisherigen Laufzeit von gut zwei Jahren in den einzelnen Projekten dieses Kernbereichs erzielt werden konnten. Hierfür interessierten sich nicht zuletzt auch die anwesenden Gutachter, die ein Auge darauf hatten, ob die (Zwischen-)Ergebnisse der Forschungsvorhaben mit den zu Projektbeginn skizzierten Zielen bislang Schritt halten konnten.

Im Projekt „Future Missions“ etwa beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage, wie künftige Missionen zur Messung des irdischen Schwerefelds beschaffen sein könnten. Hierfür simulieren die Forscher zum Beispiel welche Satellitenbahnen optimale Resultate versprechen, testen neue Messmethoden oder suchen nach der besten Konfiguration der künstlichen Erdtrabanten. „Außerdem untersuchen wir, was passieren würde, wenn mehrere Raumfahrtagenturen wie ESA, NASA oder die Chinesen parallel Schwerefeldmissionen starten wollen“, erklärt Professor Nico Sneeuw, Direktor des Geodätischen Instituts der Uni Stuttgart.

Zwar stiege prinzipiell die räumliche und zeitliche Auflösung mit jeder zusätzlichen Mission, so Sneeuw, „eine Aufgabe in unserem Projekt ist es aber auch zu untersuchen, wie man mehrere dieser Missionen optimal aufeinander abstimmen könnte“, erklärt der Projektkoordinator der Future Missions.  Die Simulation solcher Szenarien ist aufwendig – manche Ergebnisse werden erst mit Abschluss des Projekts im kommenden Sommer vorliegen.

Doch auch aus dem laufenden Projekt heraus konnten die Wissenschaftler um Nico Sneeuw bereits verwertbare Erkenntnisse aus ihrer Arbeit ziehen: „Wie wollen in der Lage sein, jederzeit reagieren zu können, wenn etwa die ESA eine Nachfolgemission von GRACE ins Leben rufen möchte“, betont Sneeuw. Der Doppelsatellit GRACE, in einer erdnahen Umlaufbahn unterwegs, kartierte das Schwerefeld bereits nach seinem Start im Jahr 2002 in einer bis dahin unerreichten Präzision.

Einmal beteiligten sich die Forscher der Future Missions bereits mit einem maßgeschneiderten Missionskonzept an einer Ausschreibung der ESA. „Zwar konnte dieses Konzept aus Kostengründen letztendlich nicht verwirklicht werden, dennoch sind solche Ausschreibungen eine gute Gelegenheit für uns, unsere Expertise bei künftigen Satellitenmissionen einzubringen“, sagt Sneeuw, der überzeugt ist, dass, wenn eine Nachfolgemission von GRACE in naher Zukunft spruchreif wird, auch deutlich die Arbeit der Future Missions in diesem Projekt auszumachen sein wird.

Arbeit, die nicht zuletzt durch die regelmäßigen Statusseminare der GEOTECHNOLOGIEN vorangetrieben wird. Im Forschungsschwerpunkt „Erfassung des Systems Erde aus dem Weltraum III“, dem neben den Future Missions die Projekte „LOTSE - CHAMP GRACE“  und „REAL-GOCE“ komplettieren, ist ein reger Austausch zu diesen Terminen nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass ein Teil der Experten nicht nur in einem der genannten Projekte engagiert ist. Durch dieses Vorwissen der Teilnehmer können Verbesserungsvorschläge auch über Projektgrenzen hinaus auf hohem Niveau diskutiert werden.

„Zum Beispiel hat beim letzen Statusseminar ein Stuttgarter Partner, der sich mit Regelungstechnik beschäftigt, einen Vorschlag gemacht, wo man bei künftigen Satellitenmissionen am besten die Beschleunigungssensoren platzieren sollte, berichtet Nico Sneeuw vom Forschertreffen in der Landeshauptstadt, „an diese Präsentation schloss dann eine angeregte Diskussion mit Kollegen aus den anderen Projekten an, wovon am Ende alle Forschungsvorhaben profitiert haben dürften. Gerade bei solchen Detailfragen empfinde ich Statusseminare als äußerst fruchtbar.“

RD, iserundschmidt 11/2011


Weitere Informationen zum Forschungsschwerpunkt "Erfassung des Systems Erde aus dem Weltraum III" finden Sie auf den Seiten der GEOTECHNOLOGIEN.

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