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Die Welt verstehen

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Die Erde wird virtuell. Immer präziser werden ihre Merkmale in 3D-Modelle überführt. Dabei spielen Satellitendaten eine wichtige Rolle. Auf Veranstaltungen in München und Köln betrachten jetzt Experten und die interessierte Öffentlichkeit unseren Planeten aus der Perspektive der künstlichen Erdtrabanten.

Die Einsatzgebiete von Erderkundungssatelliten sind heute so vielfältig wie nie zuvor: Mit Hilfe ihrer Daten kann die Suche nach Rohstoffen unterstützt, Eingriffe des Menschen in Umwelt und Klima dokumentiert oder nahezu in Echtzeit vor Naturgefahren gewarnt werden. So verwundert es nicht, dass Satellitenmissionen nicht nur auf Experten, sondern auch auf die breite Öffentlichkeit eine große Faszination ausüben. Letztere kommt zurzeit in München auf ihre Kosten: Noch bis zum 9. Januar 2011 hat dort im Schloss Nymphenburg die Wanderausstellung „Die Erde im Visier“ für interessierte Besucher geöffnet.

Die vom Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN in Zusammenarbeit mit dem Museum Mensch und Natur konzipierte und realisierte Ausstellung zeigt, wo künstliche Erdtrabanten bei der Erkundung unseres Planeten überall zum Einsatz kommen. Interaktive Exponate und großformatige Satellitenaufnahmen erklären anschaulich die Erkenntnisse, die sich aus Satellitenmissionen ziehen lassen, und wie dieses Wissen im Anschluss in konkrete Anwendungen überführt werden kann.

Öffentliche Abendvorträge runden das Ausstellungsprogramm ab. Zum Auftakt der Vortragsreihe berichtet am 7. Oktober Professor Reiner Rummel von der TU München über die „Berg- und Talfahrt im Schwerefeld – die Vermessung des Gravitationsfeldes mit Satelliten“. Im November erklären Experten das „Navigieren mit Satelliten“ und den „Globalen Wandel im Satellitenbild – Möglichkeiten und Chancen der Erdbeobachtung“. Zu allen Vorträgen ist der Eintritt frei.

 

Expertentreff in Köln

Während die interessierte Öffentlichkeit die Erde in München ins Visier nimmt, treffen sich Geo-Experten einige hundert Kilometer weiter nördlich in Köln. Ab dem 5. Oktober macht in der Domstadt die INTERGEO Station, eine dreitägige Leitmesse für Geodäsie, Geoinformationen und Landmanagement.

Ein Schwerpunkt in Köln: Technik in einer neuen Dimension. Was wie ein Werbeslogan klingt, wird in der Unterhaltungselektronik gerade Realität: im Kino laufen Filme immer häufiger in „3D“, Fernseher und Fotokameras mit räumlicher Darstellung der Bilder werden in den nächsten Jahren in den (Massen-)Markt Einzug halten.

Was für den Entertainmentsektor gilt, ist auch in wissenschaftlichen Anwendungen längst keine Seltenheit mehr. Dreidimensionale Computermodelle sind in den Bereichen Stadtplanung und Architektur heute Standard. Aufwendige Programme berechnen beispielsweise, welche baulichen Veränderungen in einer Metropole durchgeführt werden müssten, damit sie sich durch optimierte Luftströme im Sommer weniger stark aufheizt.

Für ein realistisches Abbild der Wirklichkeit müssen komplexe Modelle allerdings mit einer Unmenge von Daten gespeist werden. Diese erhalten sie von Sensoren an Bodenfahrzeugen oder Flugzeugen – und vermehrt auch von Satelliten. So verwundert es nicht, dass die Vermessung der Welt aus dem Weltall auch im diesjährigen Kongressprogramm der INTERGEO wieder viel Raum einnehmen wird.

RD, iserundschmidt 09/2010


Eine ausführliche Beschreibung der Themenschwerpunkte der Wanderausstellung „Die Erde im Visier“ und die Termine der kostenfreien Abendvorträge sind der Ausstellungs-Homepage zu entnehmen.

Nähere Informationen zur Fachmesse INTERGEO 2010 erhalten Sie hier.

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