Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Archiv Aktuell Explorer nahm die Erde ins Visier

Explorer nahm die Erde ins Visier

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Vor 53 Jahren schickten die USA „Explorer-1“ ins All: nach zwei sowjetischen „Sputniks“ der dritte künstliche Satellit, der um die Erde zirkelte. Er lieferte Messdaten über das irdische Magnetfeld und entdeckte den „Strahlungsgürtel“, der unseren Planeten umgibt. Damit begann die Ära der Erdbeobachtung aus dem All.

Vom 10. Februar bis 28. August 2011 macht die Wanderausstellung „Die Erde im Visier“ Station im Naturkundemuseum in Karlsruhe. Das Wetter- und Klimasystem unseres Planeten und weitere Aspekte der Erdbeobachtung aus dem All stehen im Mittelpunkt der vom Forschungsprogramm GEOTECHNOLOGIEN organisierten Ausstellung. Satelliten ermöglichen heute diesen „Blick von oben“. Der Beginn solcher Beobachtung liegt nunmehr 53 Jahre zurück.

Pressekonferenz nach erfolgreichem Start

Der Direktor des Jet Propulsion Laboratory William Pickering, Wissenschaftler James Van Allen und Raketenpionier Wernher von Braun (v.l.n.r.) halten feierlich ein Modell von Explorer-1 in die Höhe. Das Foto entstand wenige Stunden nach dem erfolgreichen Start des Satelliten am 31. Januar 1958. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Von den Anfängen …

In der Erdumlaufbahn herrscht heutzutage drangvolle Enge. Schätzungen zufolge kreisen Millionen vom Menschen geschaffene Objekte um unseren Planeten. Nur ein Bruchteil davon sind aktive Satelliten, der Rest ist „Weltraumschrott“. Satelliten außer Dienst zählen genauso dazu wie massige Raketenstufen, winzige Trümmerteile aus missglückten Missionen und Werkzeuge, die Astronauten bei Außenbordeinsätzen verloren haben. Sie alle rasen mit irrsinnigem Tempo um den Globus. Der Zusammenstoß mit einem Raumfahrzeug hätte möglicherweise katastrophale Folgen. Die Internationale Raumstation ISS muss daher immer wieder Ausweichmanöver fliegen, um dem „kosmischen Unrat“ aus dem Weg zu gehen.

Die Raumfahrtpioniere plagten hingegen ganz andere Sorgen. Sie mussten die Aufgabe meistern, ein Objekt überhaupt erst in den Orbit zu hieven. So ging es auch den USA: Nach mehreren Startversuchen schickten sie vor 53 Jahren, am 1. Februar 1958, ihren ersten Satelliten ins All. „Explorer-1“ war Amerikas Reaktion auf den „Sputnik-Schock“. Denn die Sowjetunion hatte vorgelegt und am 4. Oktober 1957 „Sputnik“, den ersten Satelliten überhaupt, in eine Erdumlaufbahn gebracht. Im November desselben Jahres folgte bereits der zweite Sputnik. An Bord: die Hündin „Laika“, das erste Lebewesen, das die Menschheit ins All schickte. Es war allerdings ein „One-Way-Ticket“ ohne eingeplante Rückkehr. So überstand Laika zwar den Start, doch in ihrer Kapsel überlebte sie vermutlich nur wenige Stunden.

Wochen später konnten die Amerikaner nachziehen: „Explorer-1“ startete am 31. Januar 1958, um 22:48 Uhr Ortszeit von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Mit nicht einmal 14 Kilogramm Gesamtmasse war er im Vergleich zu heutigen Satelliten ein Fliegengewicht. An Bord befand sich kein Lebewesen. Doch anlässlich des „Internationalen Geophysikalisches Jahres“ war Explorer-1 mit Sensoren zur Untersuchung des irdischen Magnetfelds bestückt. Dieses reicht weit über die Erdoberfläche hinaus und so lieferte Explorer-1 erste Hinweise auf den „Strahlungsgürtel“, der unseren Planeten umschließt. In dieser Region des Weltraums versammeln sich – eingefangen vom Magnetfeld der Erde – elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes und der kosmischen Strahlung. Heute heißt der Strahlungsgürtel auch „Van-Allen-Gürtel“, benannt nach seinem Entdecker James van Allen. Der US-Amerikaner war beteiligt an der Entwicklung von Explorer-1 und an der wissenschaftlichen Auswertung dieser Weltraummission.

… bis heute

 

Mit Explorer-1 begann die Fernerkundung und Erdbeobachtung aus dem All. Dieses Forschungsgebiet hat sich seitdem stetig weiter entwickelt. Dies zeigen die Wanderausstellung „Die Erde im Visier“ und auch der Förderschwerpunkt „Erfassung des Systems Erde aus dem Weltraum“, der Bestandteil ist des Forschungsprogramms GEOTECHNOLOGIEN. In der aktuellen, bereits dritten Förderphase werden bis Juli 2012 diverse Projekte mit insgesamt 3,7 Millionen Euro unterstützt. Im Fokus stehen Atmosphären- und Klimaforschung sowie die Vermessung des Schwerefelds unseres Planeten.

MN, iserundschmidt 01/2011


Mehr zu Explorer-1 finden Sie auf den Seiten der US-Raumfahrtbehörde NASA. Informationen zur GEOTECHNOLOGIEN-Wanderausstellung „Die Erde im Visier“ finden Sie hier.

Verweise
Bild(er)