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Mitten im Feuer

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Es sind die inneren Werte der Hochrisikovulkane, denen experimentelle Vulkanologen mit massiver Hightech nachspüren - vor Ort, aber auch im Labor. Wie man vulkanische Extrembedingungen bequem im Untergeschoss des eigenen Instituts simuliert, das erklärt einer der bekanntesten Vulkanologen am 31. Mai im Rahmen der Wanderausstellung "Unruhige Erde".

Der Mauna Loa auf Hawaii - seines Zeichens der größte Vulkan der Welt - ist in letzter Zeit wieder verstärkt in die Schlagzeilen geraten. Während diverse Medien aufgrund eines Artikels in der Fachzeitschrift Science bereits über einen kurz bevorstehenden Ausbruch des Megavulkans spekuliert hatten, gibt das Hawaiian Volcano Observatory des amerikanischen U.S. Geological Survey (USGS) auf seiner Homepage Entwarnung. Am Berg seien keine signifikanten Veränderungen festzustellen; nichts deute auf ein Erwachen des schlafenden Riesen hin.

Was genau passiert kurz vor einer Eruption innerhalb des Berges? Was verwandelt Magma in das Treibmittel zum Absprengen ganzer Bergkämme?

Das Beispiel zeigt wieder einmal: Vulkane sind unberechenbar. Selbst unter Experten können Beobachtungen ein und desselben Berges ganz unterschiedlich gedeutet werden. Sieht man einmal vom Erspüren vulkanischer Lebenszeichen mittels Seismometer, GPS und Lasermessgerät ab, steckt die Vorhersage zukünftiger vulkanischer Aktivität trotz rasanter technischer Entwicklungen im Bereich der Sensortechnik und der Computersimulationen immer noch in den Kinderschuhen. Zu wenig verstanden sind bis heute die Prozesse, die im Inneren eines aktiven Vulkans ablaufen.

Was genau passiert kurz vor einer Eruption innerhalb des Berges? Was verwandelt Magma in das Treibmittel zum Absprengen ganzer Bergkämme? Es sind genau diese Fragen, die zu einer effektiveren Frühwarnung führen könnten und denen die "experimentelle Vulkanologie" auf den Grund gehen will. Eine der Koryphäen dieses geowissenschaftlichen Spezialgebiets ist Prof. Dr. Donald Bruce Dingwell von der Sektion Mineralogie, Petrologie und Geochemie (SMPG) des Department für Geo- und Umweltwissenschaften an der LMU München. Dingwell und sein Team nähern sich dem vulkanischen Verhalten zwar auch ganz traditionell mit Stippvisiten der Gefahrenzonen, aber vor allem durch die Modellierung von Ausbrüchen unter Laborbedingungen. Dazu steht den Experten eine Menge Spitzentechnologie zur Verfügung - von den über zwei Etagen reichenden Kammern der so genannten Fragmentationsbomben, in denen Magmen unter hohem Druck und Temperatur zur Explosion gebracht werden bis hin zu einer Spezial-Apparatur, die kaum vom Original unterscheidbare Vulkanerzeugnisse synthetisieren kann.

Dingwells Arbeit ist ein Paradebeispiel für die technischen Herausforderungen, die Georisiken an die Forschung stellen. Wie und mit welcher Ausrüstung Vulkanologen diese Herausforderungen annehmen, das erläutert Donald Bruce Dingwell höchstpersönlich im Rahmen der GEOTECHNOLOGIEN-Wanderausstellung "Unruhige Erde".

Vortrag "Vulkane - Mit Hightech gegen HighRisk"


Prof. Dr. Donald Bruce Dingwell gewährt Einblicke in die experimentelle Vulkanologie. Der öffentliche Abendvortrag findet statt im Rahmen der Wanderausstellung "Unruhige Erde".
Ort: Museum Mensch und Natur, München
Zeit: Donnerstag 31.Mai, 18:30 Uhr

TM, iserundschmidt 05/2007


Einen ausführlicheren Überblick über die Arbeit von Donald Dingwell und seinem Team finden Sie auch hier. Mehr Infos zum Vulkan Mauna Loa und zum, knapp 37 Kilometer vom Feuerberg entfernt liegenden Hawaiian Volcano Observatory finden Sie hier.

Das Museum Mensch und Natur in München ist die vierte von insgesamt sechs Stationen der Wanderausstellung "Unruhige Erde", die noch bis zum 19. Januar 2008 durch Deutschland reisen wird. Nach München wird die Ausstellung noch die Städte Bonn und Berlin besuchen. Weitere Informationen zur Wanderausstellung "Unruhige Erde" im Museum Mensch und Natur in München finden Sie hier.

Eine Übersicht zu den weiteren Stationen der Wanderausstellung finden Sie hier.

Verweise
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