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Risikozone Erde

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Fast sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde, nicht wenige von ihnen im Schatten drohender Vulkanriesen, am Rand ineinander verhakter Erdplatten oder an tsunami-gefährdeten Küsten. Unser Planet kann ganz schön austeilen – wie und wo, das ist ab dem 23. Oktober in Karlsruhe zu sehen.

Die meisten der Prozesse, die unsere Erde geformt haben und immer noch verändern, arbeiten im Unsichtbaren, viele hundert Kilometer unter unseren Füßen. Doch manchmal sind die ungeheuren Kräfte im Inneren unseres Planeten auch an seiner Oberfläche spürbar und brechen gewaltsam hervor. In vielen Regionen der Erde werden die Menschen fast täglich mit Naturgefahren konfrontiert – entweder gehören Vulkane zur Skyline ihrer Heimatstädte wie im italienischen Neapel oder Erdstöße zum Hintergrundrauschen ihres Alltags wie in Japans Hauptstadt Tokio. Hier wird besonders deutlich, was man im geologisch eher ruhigen Mitteleuropa kaum mehr wahrnimmt: Wir leben auf einem dynamischen Planeten, dessen Antlitz sich immer wieder verändert, mal in wenigen Sekunden wie bei der Explosion des Mount St. Helens, mal über Äonen wie beim Auffalten ganzer Gebirgsketten durch den Zusammenstoß zweier Erdplatten.

Straßenschäden auf Hawaii

Straßenschäden auf Hawaii – in vielen Regionen der Erde treten die Kräfte und die Dynamik innerhalb unseres Planeten offen zu Tage. © FEMA


Die ganze Vielfalt der kraftvollen Umwälzungen, denen unser Planet unterliegt, zeigt die Wanderausstellung „Unruhige Erde“. Ins Leben gerufen und konzipiert von der Geschäftstelle GEOTECHNOLOGIEN, dessen gleichnamiges Förderprogramm unzählige Projekte zu Naturgefahren und Frühwarnsystemen beheimatet, startete die Wanderausstellung vor genau zwei Jahren ihre deutschlandweite Reise in Frankfurt. Seitdem konnten die Macher über 320.000 Besucher verzeichnen. Ab 23. Oktober kommt als weitere Station nun Karlsruhe hinzu, und wieder haben sich die Macher einiges einfallen lassen, um den Besuchern einmalige Einblicke in das Gefahrenpotenzial unseres Planeten zu gewähren.

Spektakuläre Satellitenaufnahmen führen zu den Schauplätzen vergangener Naturkatastrophen und ins Herz potenzieller Gefahrenherde, zahlreiche Mitmach-Stationen und interaktive Computeranimationen laden zur aktiven Teilnahme ein. Wer einmal mit den eigenen Händen ins tektonische Gefüge unserer Erde eingreifen und den 1.200 Kilometer langen Gebirgskamm der Alpen zu voller Größe auftürmen will, der hat in Karlsruhe dazu die einmalige Gelegenheit.

„Vulkanausbrüche, Erdbeben, Hangrutschungen oder die eher exotischen Meteoriteneinschläge werden im wahrsten Sinne des Wortes ‚begreifbar’“, so Dr. Ludwig Stroink, Leiter des Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN. „Wenn die Besucher die Ausstellung verlassen, haben wir hoffentlich eine Reihe von Fragen beantworten können, die viele Menschen bewegen, wenn Sie an Naturgefahren, ihre Risiken und Vorsorgemöglichkeiten denken.“

Die Schau ist dazu mit umfangreichem Informationsmaterial ausgestattet und bietet zudem verschiedenste durch Experten geleitete Führungen an. „Unruhige Erde“ zeigt eben nicht nur den Schrecken, der uns meist als Fernsehbilder aus den Risikozonen der Erde erreicht, sondern auch die Prozesse, die hinter Vulkanausbrüchen, Erdbeben oder Schlammlawinen stecken. Schließlich sind diese im wahrsten Sinne des Wortes tiefer liegenden Mechanismen der Schlüssel zu besseren Frühwarnsystemen, Evakuierungsplänen und Schutzmaßnahmen. Stroink: „Jeder, der schon einmal ein Erdbeben erlebt, einen Vulkanausbruch gesehen oder die Folgen großer Erdrutsche und Meteoriteneinschläge in der Landschaft wahrgenommen hat, bekommt die Gelegenheit, mehr über die Ursachen dieser Phänomene zu lernen. Warum es Erdbeben auch in Deutschland gibt, welche Auswirkungen gewaltige Erdrutsche haben können, oder wieso nicht etwa die rot glühende Lava, sondern der feine Staub einer Vulkaneruption besonders gefährlich ist – das sind Fragen, die in der Ausstellung beantwortet werden.“

Noch bis zum 03. Mai 2009 wird die „Unruhige Erde“ im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe zu sehen sein. Feierlich eröffnet wird die Ausstellung am 22. Oktober u. a. durch Deutschlands berühmtesten Paläontologen Dr. Eberhard „Dino“ Frey. Dieser wird sicherlich einen ganz genauen Blick in die Ausstellung werfen. Schließlich war es vermutlich eine Naturkatastrophe, die vor mehreren Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier besiegelte.

TM, iserundschmidt 10/2008


Weitere Informationen zur Karlsruher Ausstellungsstation finden Sie hier. Allgemeine Infos zur Ausstellung finden Sie auf den Seiten der GEOTECHNOLOGIEN.

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