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Schatzsuche im Erdinnern

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Was hat Zahnpasta mit Kohle, Öl und Co. zu tun? Diese Frage beantwortet die Ausstellung „Wertvolle Erde – Der Schatz im Untergrund“, die über die Entstehung, Bedeutung und Nutzung von geologischen Rohstoffen informiert. Ein Blick in die Ausstellung, die noch bis November 2014 in Bonn zu sehen ist.

Die Ausstellung ist bis Anfang November 2014 im Bonner Museum Koenig zu sehen. (Bild: planeterde)

Die geologischen Rohstoffe unseres Planeten sind begrenzt. Diese Information ist an sich zwar nicht neu, jedoch verliert sie durch den weiterhin enormen Bedarf an Rohstoffen keinesfalls an Brisanz – im Gegenteil. Dementsprechend informiert die Wanderausstellung des Forschungs- und Entwicklungsprogramms GEOTECHNOLOGIEN in der Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK) umfassend über die Suche, Förderung und Nutzung geologischer Rohstoffe, zu denen fossile Brennstoffe wie Kohle, Gas und Erdöl, mineralische Rohstoffe wie Zement, Steine und Erden sowie metallische, die Erze, gehören.

Ihnen allen ist gemein, dass sie sich im Laufe von Jahrmillionen gebildet haben und nun nach und nach unwiderruflich verbraucht werden. Erdöl und Erdgas sind beispielsweise vor ungefähr 20 bis 200 Millionen Jahren aus abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Bestandteilen im Meer hervorgegangen und Manganknollen wachsen in einer Million Jahre lediglich etwa 5 Millimeter.

Rohstoffe und die Fauna

Modell einer marinen Gashydratprobe. (Bild: planeterde)Dabei seien abiotische Faktoren wie geologische Rohstoffe nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Tiere wichtige Ressourcen und von großer Bedeutung, sagt Prof. Dr. Wolfgang Wägele, der Direktor des Museum Koenig: „Deshalb ist wichtig, das Thema Rohstoffeffizienz und ihre Gewinnung in Zusammenhang mit der Fauna unserer Erde zu betrachten. Sollte der Bestand an geologischen Rohstoffen eines Tages erschöpft sein, hätte dies ebenfalls verheerende Auswirkungen auf unsere Tiere. So passt die Ausstellung inhaltlich wunderbar in das Museum Koenig.“ Daher widmet sich die Ausstellung nicht nur den geologischen Rohstoffen als solchen und zeigt deren Vielfalt  – von Erdöl und Erdgas über Gashydrate und Manganknollen bis zu Braunkohle und Seltenen Erden – sondern erläutert auch die komplexe und aufwendige Suche nach ihnen mittels verschiedener geophysikalischer Methoden wie der Geoelektrik, Magnetik, Seismik und Schweremessung.

Zukunftsfragen

Explosive Exploration: Häufig mittels Sprengstoff. (Bild: planeterde)Doch wie groß sind die noch verbleibenden Ressourcen und Reserven? Wo und in welchen Mengen kommen in Deutschland – das in Bezug auf Erze als rohstoffarm gilt, aber dennoch über große Vorkommen an Braunkohle, Salz, Steinen und Erden verfügt – geologische Rohstoffe vor? Wie wird der Energie- und Kraftstoffbedarf in Deutschland gedeckt und aus welchen Ländern werden welche fehlenden Rohstoffe importiert? Diese und weitere Fragen beantwortet die laufende Sonderausstellung.

Dass Rohstoffe jedoch nicht nur ein Thema für Industrie und Wissenschaft sind, sondern alle betrifft, wird spätestens dann deutlich, wenn dem Besucher vor Augen geführt wird, dass jeder Deutsche im Laufe von 80 Jahren über 1.000 Tonnen an verschiedenen Rohstoffen nutzt - davon allein 340.000 Kilogramm an Kohle und Erdöl. Beispiele zeigen zudem auf, wo uns verarbeitete Rohstoffe überall im Alltag begegnen. Egal, ob für den Bau von Häusern, Straßen und Brücken, zur Erzeugung von Strom und Wärme, für den Fahrzeug- und Maschinenbau, oder selbst in Zahnpasta, Kosmetik und Lotionen – überall um uns herum finden sich verarbeitete Rohstoffe.

Aus 40 alten Handys kann genauso viel Gold gewonnen werden, wie aus über einer Tonne Gestein. (Bild: planeterde) Da die Rohstoffreserven jedoch endlich sind und die Gewinnung selbst aufwendig und kostspielig ist, werden Wertstoffe inzwischen gesammelt und wiederverwendet bzw. recycelt. So kann in Deutschland u.a. ein großer Teil des benötigten Kupfers durch Recycling von Elektroschrott rückgewonnen werden. Wenn man sich bewusst macht, dass in Deutschland Jahr für Jahr 1,1 Millionen Tonnen Elektroschrott anfallen und allein aus etwa 40 alten Mobiltelefonen genauso viel Gold gewonnen werden kann, wie aus über einer Tonne Gestein, wird klar, warum der Aspekt der Wiederverwertung in Zukunft nicht zu unterschätzen ist.

Mitmach-Museum

 3-D Bilder, Quiz-Spiele & Co.: Die Ausstellung lädt zur Interaktion ein. (Bild: planeterde) Begleitet von 3-D Bildern, Quiz-Spielen, Gesteinsmaterial, Bohrkernen, Filmen und Animationen, informiert die Ausstellung nicht nur, sondern lädt zur Interaktion mit den Besuchern ein und ist damit auch für ein jüngeres,

wissenschaftlich interessiertes Publikum besuchenswert. Der Katalog bzw. die Website zur Ausstellung bieten darüber hinaus noch weitere wissenswerte Informationen.

Wer es bis zum 2. November 2014 nicht nach Bonn schaffen sollte, hat die Möglichkeit, die Ausstellung anschließend in Berlin-Spandau zu besuchen, wo sie in die Dauerausstellung des Bohrkernlagers der Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe (BGR) integriert wird.

Besonderer Tipp für Lehrerinnen und Lehrer:

Samstag, 14. Juni 2014
Fortbildungstag im Deutschen Bergbau-Museum Bochum
„Unscheinbar, unersetzlich, teuer: Seltene Metalle als strategische Rohstoffe“

In dieser eintägigen Fortbildungsveranstaltung beleuchten Experten sowohl natur- als auch sozialwissenschaftliche Aspekte der Mineralogie, Gewinnung und Nutzung seltener Technologiemetalle. Diese Rohstoffe sind als unverzichtbare Bausteine der Mikroelektronik zu einem Schlüsselfaktor der technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung geworden. Aber welche Probleme verbinden sich mit ihrer Exploration und Gewinnung? Und wie können diese Themen im Schulunterricht behandelt werden? Neben Antworten auf diese Fragen werden Praxisanwendungen vorgestellt, die sich für den Schulunterricht und in der außerschulischen Bildungsarbeit eignen. Dabei werden Lernangebote des Bergbaumuseums Bochum und der dortigen Museumspädagogik eingebunden.
Veranstalter: GEOTECHNOLOGIEN, IASS und Uni Potsdam gemeinsam mit der GEOUNION. Weitere Informationen per E-Mail unter infos@geo-union.de oder auf der Website der GeoUnion.


CH, iserundschmidt 06/2014


Die Wanderausstellung Wertvolle Erde baut auf der Forschung des GEOTECHNOLOGIEN-Programms auf. Sie stellt beispielsweise Methoden vor, die im Rahmen des Projekts Tomographie der Erdkruste erforscht wurden. Dazu gehören unter anderem die Geoelektrik und Seismik, die Geowissenschaftler nutzen, um sich ein Bild von den Strukturen im Erdinneren zu machen.