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Stille Beobachter

erstellt von timo_meyer zuletzt verändert: 17.11.2016 13:36 — abgelaufen

Blauer Planet – diesen Namen verdankt unsere Erde zum größten Teil den stillen Beobachtern in ihrer Umlaufbahn. Satelliten liefern uns seit Jahrzehnten Bilder, die wir uns in dieser Weise nicht vorstellen konnten. Zu was moderne Satelliten im Stande sind, das zeigt ab heute die Ausstellung „Die Erde im Visier“ im Kieler Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung GEOMAR.

Um Ozeanforschung zu betreiben, muss man längst nicht mehr notwendigerweise mit Tauchbooten in eisige Meerestiefen hinab fahren. Heutzutage erhalten Ozeanforscher unzählige Datenmengen von einem Ort, der sich 785 Kilometer über der Erdoberfläche befindet. Der SMOS Satellit der Europäischen Weltraumbehörde ESA befindet sich bereits seit 2009 im All und sammelt Daten über den Salzgehalt der Erdoberfläche. Die Erkenntnisse, die man aus den Informationen bereits ziehen konnte, geben Einblick in Bereiche der Wetterproduktion und des Klimawandels.

TERRA Aufnahme Wirbelsturm

Tropischer Wirbelsturm über dem Arabischen Meer, aufgenommen vom NASA-Satelliten Terra. (NASA image by Jeff Schmaltz, MODIS Rapid Response Team, Goddard Space Flight Center)


Eine Welt ohne Satelliten scheint heutzutage nur noch schwer vorstellbar. So sind wir in vielen verschiedenen Bereichen auf die künstlichen Beobachter angewiesen. Kleine Helferlein wie das Navigationsgerät im Auto oder der GPS-Empfänger im Smartphone nehmen wir bereits als selbstverständlich hin. Viele Erkenntnisse, die wir Satelliten verdanken, bleiben uns allerdings im Alltag verborgen und sind eher etwas für Experten. So nutzen die Ozeanographen im GEOMAR Zentrum Satelliten unter anderem, um die Bewegung von Algen und Plankton zu ermitteln, um eine Typographie des Meeresbodens zu erstellen oder zur Nachverfolgung von Tsunamiwellen.

Gerade die Ozeanforschung, wie am GEOMAR betrieben profitiert enorm von den Datenmengen, die Satelliten wie SMOS tagtäglich sammeln. Welchen passenderen Ort als das Forschungszentrum in Kiel könnte es also für eine Ausstellung geben, die sich dem Thema Satellitenforschung verschrieben hat. Und so macht die Wanderausstellung „Die Erde im Visier“, vom GEOTECHNOLOGIEN-Programm bereits im Sommer 2010 ins Leben gerufen, vom 15.05. bis zum 24.08.2012 Station am GEOMAR in Kiel. 

Neben faszinierenden Bildern bietet die Ausstellung interaktive Ausstellungsstücke und Animationen, die detaillierte Hintergrundinformationen liefern. Teil der Ausstellung wird zusätzlich ein sogenanntes Float System sein, welches unbemannt Informationen in der Tiefsee sammelt und selbstständig  Daten via Satellit verschickt. Die Besucher erwartet neben der einzigartigen Möglichkeit, die Erde aus der Perspektive unzähliger Satellitenaugen wahrzunehmen, ein Einblick in den heutigen Stand der Satellitentechnik und ein Ausblick auf das, was vielleicht in Zukunft möglich wird.

JRR, iserundschmidt 05/2012


Mehr Informationen zur Wanderausstellung „Die Erde im Visier“ finden Sie hier.