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GEOTECHNOLOGIEN

Eine Ebene höher
Die Erde im Visier
In München öffnet am 27. Juli eine Sonderausstellung des GEOTECHNOLOGIEN-Programms ihre Pforten, die die Beobachtung des Systems Erde aus dem Weltraum zum Thema hat.
Rohstoffjagd am Meeresgrund
Der stetig steigende Bedarf der Weltwirtschaft nach Rohstoffen und Energie erfordert das Erschließen immer neuer Lagerstätten – die weißen Flecken auf der Schatzkarte der Erde werden kleiner. Dabei rücken auch die Ozeane mit ihren riesigen Bodenschätzen als lukrativer Wirtschaftsraum in den Blickpunkt.
Gut in Form
Weltweit werden jährlich etwa 13,5 Millionen Tonnen Bentonit gefördert – ein Gestein, dessen industriell interessante Einsatzmöglichkeiten vom Mineral Smektit bestimmt werden. Das Mineral wird etwa zur Filterung von Bier oder bei der Herstellung von komplexen Gussformen verwendet. Angesichts dieses breiten Einsatzspektrums ist das Verständnis von Smektiten teilweise noch recht gering.
Untertagespeicher im Computer
Die unterirdische Speicherung von CO2 gilt als eines der Mittel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Vor ihrer Nutzung müssen zukünftige Speicherstätten jedoch erst einmal auf Herz und Nieren geprüft werden. Wichtige Grundlagen für diese Risikoanalysen könnte ein Kieler Verbundprojekt liefern.
Frühwarnung neuester Stand
Die Erfassung rutschender Hänge, Gleise als Erdbebensensoren, Evakuierungssysteme für Tsunami-gefährdete Städte – das ganze Spektrum der Projekte zum Thema Frühwarnsysteme, die im Rahmen des GEOTECHNOLOGIEN-Programms noch bis September gefördert werden, zeigte jetzt ein Abschlussseminar in Potsdam.
Schneller als ein Flugzeug
Am 20. Juni 1993 fuhr erstmals ein Zug durch den Eurotunnel vom europäischen Kontinent auf die Britischen Inseln. Entstanden war ein Bauwerk der Superlative: Noch heute ist die Querung unter dem Ärmelkanal der längste Unterwassertunnel der Welt.
Einzigartige Archive der Erdgeschichte
Zwei mächtige Erdplatten driften unaufhaltsam auseinander. Ein tiefer Spalt tut sich auf, Magma schießt an die Oberfläche, unaufhörlich bebt die Erde. 150 Millionen Jahre ist es her, dass Afrika und Amerika auseinander gerissen wurden – ein Phänomen, das auch heute noch viele Fragen aufwirft.
Tauchfahrt in die Erdkruste
Am 24. Mai 1970 startete auf der russischen Halbinsel Kola eine aufsehenerregende Reise – nicht ins All, sondern ins Erdinnere. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit fraßen sich die Bohrer des Projekts Kola SG-3 bis in eine Rekordtiefe von über 12 Kilometern und förderten einige Überraschungen zutage.
Forschen und managen
Seit Anfang des Jahres koordiniert Ute Münch als neue Leiterin das bundesweite GEOTECHNOLOGIEN-Programm. Dabei bringt die promovierte Geoforscherin Erfahrungen aus Wissenschaft und Wirtschaft mit … und spiegelt damit gleichzeitig einen immer stärker werdenden Trend in der akademischen Welt wider.
Frühwarnsysteme für Hangrutschungen und Felsstürze
Ein Erdrutsch hat Anfang der Woche in Südtirol einen Zug aus den Gleisen geworfen. Mindestens neun Menschen starben, zahlreiche Passagiere wurden schwer verletzt. Auch in Deutschland ist die Gefahr von Hangrutschungen und Felsstürzen von den Mittelgebirgen bis zu den Alpen stets gegeben. Kann man solche Katastrophen vermeiden, indem man sie rechtzeitig erkennt und davor warnt? Seit Jahren forschen Wissenschaftler an der Universität Bonn an Frühwarnsystemen mit dem Ziel, Menschenleben zu retten und Katastrophen zu verhindern.
Porentiefe Forschung
Als Treibstoff, bei der Energieerzeugung oder der Herstellung von Kunststoffen – Erdöl ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Gegenwart. Doch die globalen Reserven des „schwarzen Golds“ gehen unweigerlich zur Neige, verbesserte Verfahren für seine Förderung werden händeringend gesucht.
Tausend Jahre dichthalten
Das Treibhausgas Kohlendioxid könnte in Zukunft im Untergrund verschwinden, eingelagert in poröse Gesteinsschichten und ausgeförderte Erdgasfelder. Grundbedingung ist, dass die späteren Gasspeicher selbst über Jahrtausende dicht sind. Experten suchen bereits nach der perfekten Versiegelung.
„Wir wiegen die Erde“
Forschungssatelliten registrieren heute minimale Landverschiebungen, geben Aufschluss über die Wasserzirkulation der Weltmeere und bestimmen die Höhe des Mount Everest. Deutsche Wissenschaftler denken aber bereits weiter: Sie arbeiten an Satellitenmissionen der nächsten Generation.
Online-Marktplatz für Geoforschung
Seit 2008 steht mit Geotechmarket ein Katalysator für den Transfer von Geo-Wissen und -Hightech in marktfähige Produkte zur Verfügung. Die Plattform arbeitet an einer engeren Verzahnung von Forschern und Unternehmern – seit kurzem auch mithilfe einer eigener Dependance im Web.
Strategien zur CO2-Lagerung
Am 19. März treffen sich Geoexperten an der Bochumer Ruhr-Universität zu einem besonderen Workshop. Es geht um die geophysikalischen Aspekte einer zukünftigen Kohlendioxid-Lagerung und um die Frage, wie man mögliche Lagerstätten, hat man diese erst einmal gefunden, später sicher betreiben kann.
Glückauf, Geoforschung
Zum 70. Mal treffen sich Deutschlands Geoforscher zur Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG). Schauplatz 2010 ist der Ruhrpott. Die Katastrophen-Frühwarnung, die Abschätzung von Erdbebenfolgen und die Sicherung der Energieversorgung markieren die Höhepunkte des Programms.
Expertenwissen in Serie
Umfangreiche Programme, geballtes Fachwissen im Halbstundentakt – Fachtagungen bieten viele neue Erkenntnisse. In ausführlichen „Science Reports“ begleiten die GEOTECHNOLOGIEN Kick-Off-Meetings oder Statusseminare und stellen deren Themenschwerpunkte vor – nun bereits zum 15. Mal.
Programme gegen Datenlawinen
Für eine verlässliche Frühwarnung bei Erdrutschen oder Schneelawinen sind fundierte Informationen über das bevorstehende Ereignis erforderlich. Das Problem: Häufig sehen sich die Entscheider vor einer drohenden Katastrophe nicht mit zu wenigen Daten konfrontiert, sondern eher mit zu vielen.
Erdbebenfrühwarnsystem für Verkehrsinfrastrukturen
Die furchtbare Katastrophe in Haiti hat es wieder gezeigt: Besonders nach einem Erdbeben ist die Aufklärung der Situation vor Ort und die Einleitung der Hilfsmaßnahmen und Verteilung der Güter oft das größte Problem. Um schnelle Hilfe leisten zu können, ist es insbesondere notwendig, den Zustand der verschiedenen Verkehrsinfrastrukturen zu kennen. Ein neues System, das am Fraunhofer IOSB und dem Karlsruher Institut für Technologie KIT entwickelt wurde, könnte hier zukünftig bei der Lageanalyse behilflich sein. Ein erster Demonstrator wurde jetzt fertig gestellt.
„Hier kann Forschung einen konkreten gesellschaftlichen Beitrag leisten“
Geotechnologien öffentlich machen, Ausstellungen planen, Geoforscher und Unternehmer vernetzen – neun Jahre lang war das das Tagesgeschäft von Ludwig Stroink. Ende August 2009 ist er als Leiter der Geschäftsstelle GEOTECHNOLOGIEN ausgeschieden. Im Gespräch mit planeterde zieht er ein erstes Resümee.
Dem Klimawandel auf der Spur
Wie salzhaltig sind die Ozeane? Wo ist wie viel Feuchtigkeit in den Kontinenten gespeichert? Für verlässliche Klimaprognosen müssen weltumspannende Messungen durchgeführt werden. Die heute noch lückenhafte Datenbasis soll nun ein Erdbeobachtungssatellit erweitern – mit revolutionärer Technik.
Saure Seen verstehen
Im Umfeld von Berg- und Tagebau wandeln sich viele Seen in saure Gewässer – mit Folgen für Flora und Fauna. Schuld daran ist die Verwitterung von freigesetzten Eisensulfiden. Welche Prozesse dort ablaufen und wie man auf sie Einfluss nehmen kann, erforscht das MIMOS-Projekt der Universität Bayreuth.
Durchblick in der Katastrophe
Eigentlich arbeitet das Projekt „Last-Mile Evacuation“ an einem Tsunami-Evakuierungssystem für die indonesische Stadt Padang. Als es dort im September 2009 zu einem starken Erdbeben kam, blieb die Riesenwelle zwar aus – dennoch versorgten die deutschen Forscher die Hilfskräfte mit wichtigen Informationen.
Erschüttert bis ins Mark
Am 1. November 1755 zerstörte ein gewaltiges Erdbeben und ein darauffolgender Tsunami die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Die Auswirkungen waren in ganz Europa spürbar, und das über lange Zeit. Der Schrecken der Katastrophe beeinflusste Kultur und Gesellschaft und gebar die moderne Seismologie.
Die Wellenspäher von Hamburg
Tsunamis, durch Seebeben ausgelöste Flutwellen, richten immer wieder verheerende Schäden an. Hamburger Meeresforscher arbeiten an einem „Wellen-Radar“, das vor den anrückenden Wassermassen warnen soll.