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Merianlog #5: Biologie oder Technik

erstellt von eschick zuletzt verändert: 09.06.2016 09:09

Die Maria S. Merian ist nun seit knapp drei Wochen auf See. die CTD-Sonde zur Untersuchung der Leitfähigkeit, Temperatur und Tiefe (Conductivity, Temperature, Depth) wurde schon oft in den Ozean getaucht. Welche Schwierigkeiten die Wissenschaftler dabei bewältigen mussten, beschreibt Wiebke Martens auf besondere Weise für das Logbuch.

Biologie oder Technik: Gedicht von 2 CTD-Profilen


Die CTD-Sonde kommt zurück an Deck. (Bild: Wiebke Martens)

Uns're CTD-Rosette taucht oft in den Ozean,
dafür halten wir mit der „Merian“ an.

Die Sonde bringt viele Daten und Proben
aus der Tiefsee an Deck, zu uns nach oben.

Viele Werte benötigen wir so sehr,
lassen je zwei Sensoren mit je zwei Pumpen ins Meer.

Sie liefern Temperatur, Salz, Sauerstoff und teils mehr
doch wo kommt dieser Profil-Sprung her?

CTD-Profile zeigen Leitfähigkeit (violett), Temperatur (rot) und Sauerstoff (blau) in Abhängigkeit vom Druck an. (Bild: Martens/Sea-Bird Electr. Inc./Seasave V7)

Plötzlich ist an Sensor 1 wenig Sauerstoff zu finden.
Ob sich wohl Kraken-Arme in die Messzelle winden?

Die die Sauerstoff-durchlässige Membran blockieren,
wir dadurch wenige O2-Moleküle detektieren?

So kreativ kann CTD-Wache sein.
Es könnte Biologie oder die Technik sein.

Wir sehen auch unerwartet Messungenauigkeit:
Spikes in Temperatur und Leitfähigkeit.

Reparaturarbeiten in der CTD-Rosette. (Bild: J. Karstensen)

Wahrscheinlichkeit verschiedener Defekte wird abgewogen,
zurück an Deck der Pumpentausch im Messkanal 1 vollzogen.

Trotz Tausch dieser Pumpe, noch zwei Spikes zu seh‘n,
Fehlersuche muss also weitergeh’n…

Bei Untersuchung der zweiten Pumpe wurde dann klar,
dass Wasser in Stecker gedrückt worden war.

Der Wassereinbruch ist offensichtlich. (Bild: Wiebke Martens)

Ersatzkabel, heile Pumpe sind zum Einsatz bereit,
Austausch wasserdichter Stecker benötigt Zeit und Sauberkeit.

Dieser Fehler hat wenig Datenverlust produziert
und so offensichtlich war er schnell repariert.

Reparaturen laufen selten so rund.
Dann liefern Messgeräte des Fehlers Grund.

Von Wiebke Martens, CTD-Technikerin MSM54


Blick vom Battery Park auf den Hafen von St. Johns. Im Vordergrund: li. die irische Celtic Explorer, re. die deutsche Maria S. Merian. (Bild: J. Karstensen) Für die Expedition MSM54 macht sich die Maria S. Merian auf den Weg in den Nordatlantik, bis hoch hinauf nach Kanada und Grönland. Das Ziel: Die Wasserbewegungen in der Labrador- und Irminger-See besser zu verstehen. Schließlich beeinflussen die Ströme mit ihrem Weg über die Weltkugel das Klima. Für planeterde berichten die Wissenschaftler um den Kieler Ozeanographen und Fahrtleiter Johannes Karstensen in einem Logbuch von ihrem Alltag an Bord.

Eine Kooperation mit dem GEOMAR Kiel