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In arktischen Fjorden

erstellt von eschick zuletzt verändert: 30.06.2016 15:23

Das Forschungsschiff Maria S. Merian begibt sich im Juli dorthin, wo der Klimawandel deutlich zutage tritt: in die Arktis. Im Rahmen der Ausfahrt MSM56 untersuchen Geowissenschaftler das Wasser in mehreren Fjorden, um bessere Prognosen über die Folgen des Klimawandels an arktischen Küsten aufzustellen.

MSM56-Fahrtleiter Boris Koch war bereits 2012 mit der Merian vor Grönland unterwegs. (Bild: Koch)

MSM56-Fahrtleiter Boris Koch war bereits 2012 mit der Merian vor Grönland unterwegs. (Bild: Koch)

Die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind in der Arktis besonders ausgeprägt. So beschleunigt die ansteigende Temperatur der Atmosphäre das Abschmelzen arktischer Gletscher, was wiederum einen verstärkten Süßwassereintrag in arktischen Fjorden und Küsten zur Folge hat. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass allein auf Grönland pro Jahr ca. 300 Kubikkilometer Gletschereis schmelzen.

Das Forscherteam der Ausfahrt MSM56 um den Fahrtleiter und Meereschemiker Boris Koch vom Alfred-Wegener-Institut besteht aus Biologen, Physikern und Chemikern. Gemeinsam möchten sie die möglichen Auswirkungen steigender Temperaturen und des enormen Süßwassereintrags in arktischen Fjorden untersuchen: Wie könnte sich die biologische Artenzusammensetzung und das Wachstum von Algen verändern, wenn sich der Salzgehalt des Wassers verändert? Welche Auswirkung hat dies auf die chemische Zusammensetzung des Wassers und den Kohlenstoffkreislauf?

Die Forscher haben sich Alternativrouten überlegt, falls Eis den Zugang zu einem Fjord versperrt. (Bild: Boris Koch)

Die Forscher haben sich Alternativrouten überlegt, falls Eis den Zugang zu einem Fjord versperrt. (Bild: Boris Koch)

Um diese Fragen zu klären, sollen drei unterschiedlich gut erforschte Fjordsysteme untersucht werden, die sich in Größe, Süßwassereintrag und Umweltbedingungen stark unterscheiden: Hauptuntersuchungsgebiet wird der grönländische Scoresby Sund, der größte Fjord der Welt, über den nur sehr wenige Studien existieren. Zum Vergleich werden der gut untersuchte Kongsfjord (Spitzbergen) und der eisfreie Arnarfjörður (Island) beprobt.

Unsere Untersuchung soll einen Beitrag leisten, chemisch-biologische Prozesse in arktischen Fjordsysteme besser zu verstehen, um Prognosen zu den Auswirkungen des Klimawandels an arktischen Küsten zu ermöglichen.

In Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut veröffentlicht planeterde ein Logbuch der Wissenschaftler von Bord.