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Eine Ebene höher
Jede Schicht eine Naturkatastrophe
Seit 1995 ist der Vulkan Soufrière Hills auf der Karibikinsel Montserrat beinahe ununterbrochen aktiv. Immer wieder fließen dort Pyroklastische Ströme ins Meer, mehrmals rutschten sogar ganze Hänge in die Küstengewässer. Vom britischen Forschungsschiff RRS JAMES COOK aus untersuchten im Jahr 2010 Geophysiker des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel diese Ablagerungen erstmals mit einem neu entwickelten 3D-Seismik-System.

Grönlands Eisströme erhöhen Meeresspiegel
Ein Grossteil des grönländischen Eisschildes fliesst über Eisströme ins Meer ab. Wie stark eine Zunahme dieses Eisabflusses den Meeresspiegel voraussichtlich ansteigen lässt, war bisher unsicher. Nun haben europäische Forschende mit Beteiligung eines UZH-Geografen zum ersten Mal den zukünftigen Massenverlust berechnet, den grönländische Eisströme verursachen werden. Demnach wird sich der Meeresspiegel um 4 bis 8 cm bis ins Jahr 2100 erhöhen. Das ist weniger im Vergleich zu früheren Schätzungen.

Was Südafrika mit dem Golfstrom verbindet
Wenn schmelzende Polkappen und Gletscher das Wasser des Nordatlantiks versüßen, könnte das den Golfstrom schwächen – so ein mittlerweile beinahe populäres Zukunftsszenario zu den Folgen des Klimawandels. Für eine belastbare Abschätzung zukünftiger Klimaentwicklungen sollte der Nordatlantik allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Dass vor allem auch die Entwicklung vor der Küste Südafrikas berücksichtigt werden muss, zeigt eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Die Zukunft von Riffen
Tropische Korallenriffe sind weltweit einer Vielzahl von Stressfaktoren ausgesetzt, die oft gemeinsam auf sie einwirken. Wie lange können Riffe Widerstand leisten, und wann ist der kritische Punkt erreicht, an dem ein Riff irreversibel geschädigt ist? Um diese zentrale Frage anzugehen, entwickelten Ökologen des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen ein Simulationsmodell: Es lässt ein virtuelles Riff unter dem Einfluss einiger der häufigsten Störfaktoren wachsen - mit überraschenden Ergebnissen.

Forschung zum Schutz der Nord- und Ostsee
Die Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht untersuchen in den nächsten drei Jahren den Einfluss des Menschen auf den Meeresboden in der Deutschen Bucht. Ihre Arbeit ist Teil einer umfassenden wissenschaftlichen Zustandsbewertung der Küstengewässer in Nord- und Ostsee, die in fünf Verbundprojekten erarbeitet wird. Dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Vorhaben schafft wissenschaftliche Grundlagen zur Umsetzung der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie.

Rostende Ur-Ozeane durch Bakterien
Wissenschaftler der Universität Tübingen können erstmals aufzeigen, wie Mikroorganismen zur Entstehung der weltgrößten Eisenerzvorräte beigetragen haben. Vor allem in Südafrika und Australien gibt es mächtige, Milliarden Jahre alte geologische Formationen, die zum Großteil aus Eisenoxid bestehen, also aus Mineralen wie sie aus der Rostbildung bekannt sind. Diese Eisenerze decken nicht nur einen Großteil des Weltbedarfs an Eisen, die Gesteinsformationen geben auch Hinweise auf die Entwicklung der Atmosphäre und des Klimas sowie der Aktivität von Mikroorganismen in der frühen Erdgeschichte.

Riesige Mengen Holzkohle enden im Ozean
Mit neuen Erkenntnissen können Forscher das globale Kohlenstoffbudget besser kalkulieren und somit helfen, Klimafolgen abzuschätzen und letztendlich zu mildern. Bisher waren nur grobe Schätzungen über den Verbleib der Holzkohle im Boden möglich und wie sich jetzt herausstellt, sind die meisten dieser Schätzungen falsch.

Blick auf die Welt erklärt Vegetationsveränderung
In den vergangenen dreißig Jahren hat sich die Vegetation weltweit deutlich verändert. Unklar war bis anhin, in welchem Maß das Klima bzw. der Mensch dafür verantwortlich ist. Nun zeigen Geographen der Universität Zürich mit niederländischen Kollegen: Etwas mehr als die Hälfte dieser Veränderungen ist klimatisch bedingt, über ein Drittel verursachen Mensch oder noch nicht bekannte Mensch-Klima-Wechselwirkungen und rund zehn Prozent können weder durch das Klima noch durch menschliches Handeln vollständig erklärt werden.

Neues Forschungsschiff SONNE auf Kiel gelegt
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat in Papenburg gemeinsam mit Vertretern der Landes Niedersachsen und der Meyer Werft die Kiellegung des neuen Tiefseeforschungsschiffes SONNE vorgenommen. Die erste Sektion des 116 Meter langen Schiffes wurde im Baudock aufgelegt. Das Schiff soll im Januar 2015 an die Wissenschaft übergeben werden und an Bord Platz für 40 Forscher bieten.

Älteste Dinosaurier-Embryonen nachgewiesen
Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung eines Paläontologen der Universität Bonn hat die bislang ältesten Dinosaurier-Embryonen nachgewiesen. Die in China entdeckten Exemplare des Lufengosaurus lebten im Unteren Jura vor rund 200 bis 190 Millionen Jahren. Anhand des Knochengewebes konnte Dr. Koen Stein zeigen, dass es sich bei den Fossilien um ein sehr frühes Entwicklungsstadium handeln muss. Erstaunlich ist das rasche Wachstum und die hohe Reproduktionsrate dieser chinesischen Dinosaurier.

Scharfer Blick ins Südpolarmeer
Verlässliche Informationen über die Tiefe und Bodenstruktur des Südpolarmeeres gab es bisher nur aus wenigen Küstenregionen der Antarktis. Jetzt ist es einem internationalen Wissenschaftlerteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, zum ersten Mal gelungen, ein digitales Abbild des gesamten antarktischen Meeresbodens zu schaffen. Die International Bathymetric Chart of the Southern Ocean (IBCSO) zeigt erstmals detailliert die Topografie des Meeresbodens für den gesamten Bereich südlich des 60. Breitengrades. Das IBCSO-Datenraster und die dazugehörige Antarktiskarte werden in Kürze frei im Internet zur Verfügung stehen und sollen Wissenschaftlern unter anderem dabei helfen, Meeresströmungen, geologische Prozesse oder das Verhalten von Meereslebewesen besser zu verstehen und vorherzusagen.

Rekordverdächtige Eisschmelze in Grönland
Auf dem zentralen Grönländischen Eisschild schmolz das oberflächliche Eis im Juli 2012 in rekordverdächtigem Ausmass. Dünne, tief liegende Wolken liessen zwar die Sonnenenergie passieren, hinderten jedoch die Wärmestrahlung daran, die erdnahe Luftschicht zu verlassen. Die seltene Konstellation aus dünnen Wolken und eindringender Warmluft führte zu einer grossflächigen Eisschmelze, wie Wissenschaftler der Universitäten von Wisconsin, Idaho und Colorado, der NOAA, sowie der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL in der Zeitschrift Nature berichten.

Gashydratforschung im südchinesischen Meer
Weltweit stehen Staaten und Konzerne in den Startlöchern, um Erdgas aus Gashydraten im Meeresboden zu fördern. Gleichzeitig sind viele Fragen zu den Lagerstätten noch offen. Deutsche und taiwanesische Wissenschaftler wollen jetzt gemeinsam das Grundlagenwissen über Gashydrate erweitern. Unter Fahrtleitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel startet am 30. März die erste Schiffsexpedition des Projekts TAIFLUX ins Südchinesische Meer.

Wann verließ der moderne Mensch Afrika?
Zu welchem Zeitpunkt hat der moderne Mensch von Afrika aus seinen Siegeszug über die ganze Welt angetreten? Vor weniger als 95.000 Jahren. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam unter Federführung von Prof. Dr. Johannes Krause von der Universität Tübingen. Bei der Untersuchung spielte das berühmte „Doppelgrab von Oberkassel“ eine wichtige Rolle, das Wissenschaftler des LVR-LandesMuseums Bonn und der Universität Bonn neu bearbeiten.

Sauerstoffminimumzonen weiten sich aus
Zwei Forschungsschiffe, zwei Ozeane und sechs Expeditionen – zwischen Oktober 2012 und März 2013 untersuchte der Kieler Sonderforschungsbereich 754 mit großem Einsatz offene Fragen rund um die Sauerstoffminimumzonen in den tropischen Meeren. In dieser Woche treffen sich die beteiligten Wissenschaftler in Kiel, um erste Resultate auszutauschen und weitere Analysen und Messkampagnen zu planen. Alle vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Zonen weiter ausbreiten.

400 Millionen Jahre altes Pixelauge
Vor rund 400 Millionen Jahren tummelten sich am Meeresgrund zahlreiche Trilobiten. Die ausgestorbenen, asselartig anmutenden Tiere verfügten bereits über sehr moderne Facettenaugen, mit denen sie unter anderem das Herannahen ihrer Fressfeinde gut erkennen konnten. Diese Entdeckung machte Privatdozentin Dr. Brigitte Schoenemann am Steinmann-Institut der Universität Bonn.

Neue Erkenntnisse über Ozonzerstörung
Gute Nachricht für die Ozonschicht über der Arktis. Das Montrealer Protokoll zeigt Wirkung: Die Ozonschicht über dem Nordpol wird sich nach heutigem Ermessen bis Ende des Jahrhunderts erholt haben. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des EU-Projekts RECONCILE, das im Februar 2013 seine Arbeit abgeschlossen hat.

Hangrutsche präzise vorhersagen
Kommen Hänge ins Rutschen, können Menschen schwer oder gar tödlich verletzt werden. Ein Frühwarnsystem koppelt nun erstmals geologische Daten mit aktuellen Wettervorhersagen – und gibt im Bedarfsfall konkrete Warnungen aus.

Flüchtiger Stickstoff im Ozean
Wissenschaftler des Bremer Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie haben während einer Expedition im südpazifischen Ozean zusammen mit Ihren Kollegen vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel festgestellt, dass organisches Material aus abgestorbenen und absinkenden Algen den Stickstoffverlust in den Sauerstoffminimumzonen im Meer steuert.

Neuer Satellit zeigt Meereis-Rückgang in der Arktis
Aktuelle Messungen des ESA-Eisdicken-Satelliten CryoSat-2 haben ergeben, dass die Gesamtmasse des arktischen Meereises im vergangenen Herbst 36 Prozent kleiner war als zur gleichen Zeit in den Jahren 2003 bis 2008. Betrug das Herbst-Volumen der Eisdecke bis vor fünf Jahren noch durchschnittlich 11900 Kubikkilometer, schrumpfte sie im vierten Quartal des Jahres 2012 auf 7600 Kubikkilometer.

Wie FerryBoxen die Meere erforschen
Schiffe, die auf festen Routen fahren, werden mit Messgeräten zur Erforschung der Meeresumwelt ausgestattet - diese Idee haben Wissenschaftler des Institutes für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht in die Tat umgesetzt. Die Messgeräte sind in Boxen installiert - in sogenannten FerryBoxen. Inzwischen sind 33 dieser FerryBoxen weltweit im Einsatz - von Spitzbergen bis in die Antarktis. Zuletzt hat die brasilianische Ölfirma Petrobras ein solches Messsystem gekauft, um die Wasserqualität rund um ihre Ölplattformen zu überwachen.

Internen Wellen auf der Spur
Vier Wochen lang waren Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel finanziert vom Kieler Sonderforschungsbereich 754 mit dem deutschen Forschungsschiff METEOR vor der Küste Perus im Einsatz, um Prozesse in der dortigen Sauerstoffminimumzone zu untersuchen. Dabei entdeckten sie sehr energiereiche, interne Wellen. Derartige Wellen sind zwar bekannt, Umfang und Intensität sind für den Ostpazifik bisher aber einzigartig.

Die Profiteure des Klimawandels
Das Klima wird wärmer und der Meeresspiegel steigt – eine Bedrohung für Inselstaaten. Wie Forscher unter Federführung der Universität Bonn herausgefunden haben, breiten sich gleichzeitig winzige einzellige Organismen in den Weltmeeren rasant aus, die die Folgen des Klimawandels mildern können: Mit ihren Kalkschalen stabilisieren die zu den Foraminiferen gehörenden Amphisteginen Küsten und Riffe.

Ozean und Atmosphäre – eine komplizierte Beziehung
Das Wechselspiel zwischen Ozean und Atmosphäre ist äußerst komplex. Ständig werden Gase zwischen Luft und Wasser ausgetauscht, außerdem tragen Winde Staub bis weit auf den offenen Ozean hinaus. Beide Prozesse beeinflussen das globale Klima, aber auch die Lebensumstände der Organismen an Ort und Stelle.

Kontinente bremsen den Meeresspiegelanstieg
Geodäten der Universität Bonn haben berechnet, inwieweit die Flüsse auf dem Festland zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen. Im Schnitt verringerte in den letzten acht Jahren der abnehmende Zufluss vom Land in die Weltmeere den Anstieg jährlich um 0,2 Millimeter – das sind etwa zehn Prozent des durchschnittlichen globalen Meeresspiegelanstiegs. Die Wissenschaftler geben mit Blick auf den Klimawandel jedoch keine Entwarnung.