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Forschungszentrum TERRAMARE im Natureum Niederelbe - Sonderausstellung über Aquakultur eröffnet Präsentationsreihe

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:16

Vom 8. April an wird das Wilhelmshavener Forschungszentrum Projektaktivitäten aus seinem Bereich im Rahmen einer Präsentationsreihe im Naturkundemuseum 'Natureum Niederelbe' in Balje präsentieren. Den Anfang macht eine Ausstellung über Aquakultur.

Am 8. April beginnt im im Naturkundemuseum Natureum Niederelbe in Balje nahe Otterndorf eine Präsentationsreihe des Wilhelmshavener Forschungszentrums Terramare (FTM) im Rahmen einer Sonderausstellung. Im Vordergrund der Ausstellung stehen dabei Projekte Terramares und seiner Mitgliedseinrichtungen. Die Präsentation wird in mehrmonatigen Abständen umgestellt, so daß immer wieder neue Vorhaben aus dem FTM- Bereich zu sehen sein werden. Besucher sollen so einen breitgefächerten Überblick über die Aktivitäten der unter dem Dach des Zentrums organisierten niedersächsischen Meeresforschung gewinnen.

Den Beginn macht eine Ausstellung über Aqua- bzw. Marikultur. Sie informiert unter anderem darüber, welchen Stellenwert die Aquakultur inzwischen bei der Eiweiß-Versorgung der Weltbevölkerung einnimmt, welche Chancen sie bietet, aber auch, welche Risiken vor allem althergebrachte Formen bergen. Besonders herausgestellt werden in diesem ersten Ausstellungsabschnitt zwei Projekte: Eines befaßt sich mit der nachhaltigen Aquakultur von Miesmuscheln im Nordseebereich, das zweite hat sich zur Aufgabe gestellt, einen wohlschmeckenden Fisch wie die Seezunge sowohl umweltverträglich als wirtschaftlich an Land zu züchten - Entlastung für das Ökosystem Meer im Allgemeinen und für die Seezungen-Wildbestände im Besonderen.


Marine Biotechnologie in einem der Terramare-Labore
© S. Riexinger, FTM

Muscheln werden schon seit über 100 Jahren in Ostfriesland gefischt. Sie sind jedoch zunächst nicht für den Kochtopf bestimmt. Wofür sie genutzt wurden und warum man heute bei Miesmuscheln von Aquakultur spricht, das läßt sich ab dem 8. April im Natureum Niederelbe ergründen. Darüber hinaus gibt es Informationen zur Zucht von Kleinkrebsen, Kleinst- und Großalgen sowie Medusen, letztere landläufig besser bekannt als Quallen. Mikroalgen sind dabei einerseits Futter, etwa für die winzigen Krebschen, andererseits werden sie im Forschungszentrum auf Substanzen untersucht, die als Wirkstoffe zum Einsatz kommen könnten: Ein deutlicher Brückenschlag zur Meeresbiotechnologie, die mit der ihr verwandten Sparte der Aquakultur ein Leitthema der Terramare-Forschung bildet. - Acht Schautafeln, zwei Modelle und eine Computer-Präsentation bringen den Besuchern im aktuellen Ausstellungsabschnitt die Thematik näher.


Einholen von Versuchskollektoren zur alternativen Saatmuschelgewinnung
© S. Riexinger, FTM

Das direkt an der Einmündung der Oste in den Elbmündungstrichter gelegene Natureum Niederelbe liegt in der Kernzone eines Feuchtgebietes von internationaler Bedeutung. Natur, Umwelt und mehr als 1000 Jahre Besiedlungsgeschichte dieses einmaligen Lebensraumes sind Thema des Naturkundemuseums. Auf 60.000 qm Fläche finden sich die verschiedensten für unsere Regionen typischen Biotope. Das Freigelände ist von ca. fünf Kilometer langen Lehrpfaden durchzogen. In seinen Räumlichkeiten bietet das Natureum immer wieder Platz für aktuelle Sonderausstellungen aus Naturwissenschaft, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte. So auch ab April für das am Jadebusen gelegene niedersächsische Forschungszentrum Terramare.

Die offizielle Ausstellungseröffnung findet am Samstag, dem 8. April um 15.00 Uhr im Natureum Niederelbe in Balje statt. Zu Beginn der Ausstellung wird Dr. Sibet Riexinger das Forschungszentrum in einem etwa 45-minütigen Vortrag vorstellen. Thema sind dabei sowohl die außergewöhnliche Struktur des Zentrums, als auch weitere wissenschaftliche Aktivitäten: Dabei erfährt der Besucher dann, wie Terramare-Forscher Muschelschalen als Uhren benutzen und in detektivischer Kleinarbeit verfolgen, wo etwa Pflanzenblätter in einen indonesischen Fluß fallen und wo deren Überreste schließlich wiederzufinden sind.


Pressemitteilung
Forschungszentrum Terramare (FTM)
Zentrum für Flachmeer-, Küsten- und Meeresumweltforschung e.V.
Dr. Sibet Riexinger, 03.04.2006

Verweise
Bild(er)
Veranstaltung(en)