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Energie aus der Tiefe

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:25

Unter unseren Fuessen gibt es eine saubere und unerschoepfliche Energiequelle - die Erdwaerme. Angezapft wird sie kuenftig im rheinland-pfaelzischen Offenbach. Dort uebernimmt Siemens die Planung fuer Deutschlands groesstes Geothermie-Kraftwerk.

Die Anlage des Unternehmens HotRock ist auf fuenf Megawatt Leistung ausgelegt und kann rund 20.000 Haushalte mit Strom versorgen. Ein Kohlekraftwerk gleicher Leistung wuerde rund 23.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ausstossen. Eine erste Foerderbohrung soll im Dezember 2004 abgeschlossen sein.

Zur Energieerzeugung wird das Kalina-Prinzip verwendet, das auch in geologisch weniger aktiven Regionen einen hohen Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Waerme in Elektrizitaet verspricht. Das macht Geothermie auch in Mitteleuropa wirtschaftlich. In Deutschland foerdert die Bundesregierung Erdwaerme mit bis zu 15 Cent pro Kilowattstunde.


(c) Siemens AG

Bei herkoemmlichen Geothermie-Kraftwerken wird Wasser aus heissen Schichten aus der Tiefe gefoerdert. Wenn es als Dampf austritt, kann damit direkt eine Turbine betrieben werden, die Strom erzeugt. Anschliessend wird das Wasser wieder in die Erde zurueckgepumpt. Praktikabel ist das vor allem in geologisch aktiven Gebieten wie Island oder Italien. In Laendern mit weniger "heissen" Regionen, funktioniert dieser Kreislauf nur bedingt - dort ist das Wasser aus der Tiefe kaelter. Hier koennen Erdwaermekraftwerke, die nach dem Kalina-Prinzip arbeiten, Abhilfe schaffen: Das Thermalwasser wird in einen Waermetauscher geleitet und verdampft dort ein Wasser-Ammoniak-Gemisch. Dieses Gemisch hat einen viel niedrigeren Siedepunkt als Wasser und kann daher im Vergleich zu anderen Arbeitsmedien wie z. B. organischen Fluessigkeiten mehr Waerme aufnehmen. Der Dampf des Ammoniak-Mix treibt dann einen Generator an, kondensiert und fliesst zurueck in den Waermetauscher. Emissionen entstehen dabei nicht.

Fuer das Geothermie-Kraftwerk in Offenbach wird knapp drei Kilometer tief gebohrt. Dort soll das Wasser eine Temperatur von rund 150 Grad Celsius haben. Ein aehnliches Projekt laeuft in Unterhaching bei Muenchen. Hier ergab juengst eine Probebohrung in 3350 Metern Tiefe 122 Grad heisses Wasser.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier und hier.

Pressemitteilung der Siemens AG, 05.10.2004