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"Amphibische" Forschungsreise nach Java - Geophysikalische Untersuchungen im Wasser und an Land

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:27

Vulkane, Erdbeben, Tsunamis - in der Nähe von Subduktionszonen lebt es sich nicht ganz ungefährlich. Eine Subduktionszone entsteht dort, wo sich eine Platte der Erdkruste unter eine andere schiebt.

Im Indischen Ozean, direkt vor der indonesischen Insel Java liegt die Sunda-Subduktionszone, dorthin führt vom 16. September bis zum 7. Oktober 2004 die 179. Reise des deutschen Forschungsschiffs SONNE.


(c) RF Reedereigemeinschaft Forschungsschiffahrt GmbH, Bremen

Informationen zum Forschungsschiff SONNE

An der Expedition nehmen Wissenschaftler vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften - IFM-GEOMAR - und der Christian-Albrechts-Universität - CAU - teil, indonesische Kollegen werden sie vor Ort unterstützen. Das Team unter der Leitung von Professor Ernst Flüh vom IFM-GEOMAR wird mit Hilfe von Airguns und Ozeanboden-Seismometern - einer Eigenentwicklung des IFM-GEOMAR - den Meeresgrund vor Java unter die wissenschaftliche Lupe nehmen. Doch diesmal wird nicht nur auf dem Meer, sondern auch an Land gearbeitet: Parallel zu den marinen Geräten werden 120 Seismometer direkt auf Java eingesetzt.

Die Geoforscher interessieren sich besonders für den Zusammenhang zwischen der Subduktion der ozeanischen Platte und den Aktivitäten des Hochrisikovulkans Merapi in Zentral-Java. Viele der Vorgänge, wie z.B. Materialtransfer, Fluid- und Magmentransportwege und Materialeigenschaften, die mit der Subduktion einhergehen, sind im Untersuchungsgebiet bisher nicht erforscht und sollen nun durch geophysikalische Struktur-Untersuchungen analysiert werden.


(c) Sveurop - société volcanologique européenne

Die "amphibische" Forschungsreise ist nur ein Bestandteil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF - geförderten groß angelegten Verbundprojekts SUNDAARC, an dem Neben dem IFM-GEOMAR und der CAU auch das GeoForschungsZentrum Potsdam - GFZ - und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe - BGR - in Hannover beteiligt sind.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen die geodynamischen Prozesse in und um Java. Die dicht besiedelte Hauptinsel des indonesischen Archipels ist ständig bedroht durch Vulkanausbrüche und unterseeische Erdbeben, die wiederum Tsunamis - Flutwellen - auslösen können. Die Untersuchungen im Rahmen von SUNDAARC sollen zu verbesserten Vorhersagestrategien beitragen, damit sich Natur-Ereignisse nicht zu Naturkatastrophen entwickeln.

Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR, 10.09.2004