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Universität Greifswald legt die Karten auf den Tisch

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:28

Wer schaut nicht einmal gern anderen in die Karten? Am Mittwoch, dem 8. Juni 2005, um 19.00 Uhr, besteht im Hörsaal des Geographischen Instituts, Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 16, in Greifswald die Gelegenheit dazu (siehe Programm). Dann öffnet die Universität Greifswald im Rahmen der Ringvorlesung "Geschichten zum Sammeln - zu den Schätzen der Universität Greifswald aus Kunst, Kultur und Wissenschaft" erneut die reich gefüllten Schatzkammern, um die Historische Kartensammlung vorzustellen. Dipl.-Lehrerin Hannelore Sattler vom Institut für Geographie wird an diesem Vortragsabend die spannende Frage klären "Kartographische Kunstwerke - Wahrheit oder Phantasie?". Darüber hinaus steht den interessierten Besuchern im Fachraum des Gebäudes eine Präsentation historischer Karten und Atlanten mit Erläuterungen zum Einsatz in Lehre und Forschung zur Verfügung.

Die Historische Kartensammlung umfasst gegenwärtig 150.000 Karten, Dokumente und kartographische Materialien über alle Teile der Erde, wobei der Sammlungsschwerpunkt auf dem europäischen Raum und Pommern liegt. Sie beinhaltet 63 Atlanten und etwa 3.000 Karten, die zwischen 1582 und 1850 gefertigt wurden, darunter 85 gedruckte Karten von Pommern. Anhand der Historischen Kartenwerke über Amerika, Afrika, Ozeanien, Australien und die Polargebiete lässt sich noch heute die Entdeckungsgeschichte dieser Erdteile nachvollziehen.


(c) Uni Greifswald

Die aus der pommerschen Region stammenden Karten wurden 1957 im Leipziger Antiquariat erworben. Ein besonders dekoratives Meisterwerk kartographischer Kunst und ein zugleich geographisch aussagekräftiges Dokument stellt die zwölfblättrige Pommernkarte des Rostocker Theologieprofessors Eilhard Lubin (Eilardus Lubinus) aus dem Jahr 1618 dar (Foto), die im Auftrag des Pommernherzogs Philipp II. angefertigt wurde. Lubin (1565-1621) gehörte zu den wenigen Zeitgenossen, denen das Erscheinen von Karten kleinerer und größerer Gebiete seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts zu verdanken ist. Sein Schaffen bildete die Basis für spätere Karten. Weiterhin erwähnenswert sind die 140 Gemarkungskarten der schwedischen Landesaufnahme zwischen 1692 und 1698 sowie 109 Flurkarten des ehemaligen Universitätsbesitzes. Darüber hinaus zählen 1.400 Seekarten sowie einer der ältesten Schulatlanten aus dem Jahr 1753 zum wertvollen Bestand der Historischen Kartensammlung.

Mit der Errichtung des "Geographischen Apparates" im Jahr 1881 begann die Geschichte der Historischen Kartensammlung. Durch zahlreiche Ankäufe über verschiedene Antiquariate, Schenkungen von Ordinarien aus dem In- und Ausland sowie durch die Übernahme von kartographischem Material aus den Universitäten Jena und Rostock konnte die Sammlung ständig erweitert werden. Etwa 10.000 Karten sind durch die Geographische Gesellschaft Greifswald gekauft worden. Im Rahmen eines im Jahr 2001 unter Beteiligung des Geographischen Instituts der Universität Greifswald abgeschlossenen EU-Projekts "Digital Historical Maps" () wurden gemeinsam mit Partnern in Schweden und Dänemark 7.727 Altkarten digitalisiert und über das Internet für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht. Der deutsche Beitrag liegt darin, die im Besitz des Greifswalder Geographischen Instituts befindlichen Schwedischen Matrikelkarten von Vorpommern zu digitalisieren.

Wer bereits jetzt an einer Vor-Schau auf diesen Veranstaltungsabend interessiert ist oder mehr über das Fundraising-Projekt "Universitätsschauhaus" im Rahmen der Ringvorlesung "Geschichten zum Sammeln" erfahren möchte, ist dazu auch im Internet herzlich eingeladen.

Weitere Veranstaltungen:

Mittwoch, 1. Juni 2005, 19.00 Uhr "Die Geologische Landessammlung und weitere Schätze des Planeten Erde" Dr. Gösta Hoffmann, Universität Greifswald Institut für Geographie und Geologie, Jahnstraße 16, 17487 Greifswald

Mittwoch, 8. Juni 2005, 19.00 Uhr "Kartographische Kunstwerke - Wahrheit oder Phantasie?" Hannelore Sattler, Universität Greifswald Institut für Geographie und Geologie, Jahnstraße 16, 17487 Greifswald

Mittwoch, 22. Juni 2005, 19.00 Uhr "Vom Doppelkammer-Eichelkondom bis zum Scheidenpulverbläser - Kontrazeption vor 100 Jahren: Die Geburtshilflich-gynäkologische Sammlung an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe" Prof. Dr. Günter Köhler, Universität Greifswald Großer Hörsaal im Institut für Physik, Domstraße 10 a, 17487 Greifswald

Mittwoch, 6. Juli 2005, 19.00 Uhr "Klassische Antiken: Die Archäologische Studiensammlung des Instituts für Altertumswissenschaften" Dr. Jutta Fischer, Universität Greifswald "Zwischen Highlight und Heimatkunde - 182 Jahre Sammlung vorgeschichtlicher Altertümer" Dr. Thomas Terberger, Universität Greifswald Großer Hörsaal im Institut für Physik, Domstraße 10 a, 17487 Greifswald

Mittwoch, 13. Juli 2005, 19.00 Uhr "Erntekamm und Hochzeitskleid - wie das Heilige Land nach Greifswald kam" Prof. Dr. Julia Männchen, Universität Greifswald (Anschließend Besuch der Gustaf-Dalman-Sammlung) Großer Hörsaal im Institut für Physik, Domstraße 10 a, 17487 Greifswald

Historische Kartensammlung
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Geographie
Dipl.-Lehrerin Hannelore Sattler,
Sammlungskonservatorin
Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 16,
17487 Greifswald T +49 (0)3834/86 45 29
F +49 (0)3834/86 45 02