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Hitze, Hitze, Hitze

erstellt von aloos zuletzt verändert: 23.08.2007 14:29

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert über die extreme Witterung in der ersten Hälfte des August 2003

Die erste Hälfte des August 2003 war in Deutschland extrem heiß, trocken und sonnenscheinreich.

An zahlreichen Stationen wurden neue Temperaturrekordwerte seit Beginn der Messungen registriert. Die bislang höchste in Deutschland offiziell gemessene Lufttemperatur (40,2°C am 23.07.1983 in Gärmersdorf bei Amberg) wurde mehrmals eingestellt, so am 08.08. In Karlsruhe und am 13.08. erneut in Karlsruhe und in Freiburg i. Breisgau. Möglicherweise sind an anderen, nebenamtlichen Stationen des DWD sogar noch etwas höhere Temperaturen aufgetreten. Dies wird derzeit jedoch noch im Detail überprüft.

Auch bei den Temperaturminima wurden neue Rekordwerte festgestellt. Besonders in den Hanglagen und auf nicht zu hohen Bergen blieben die Minima in mancher Nacht teilweise deutlich über 25°C. An der Station Weinbiet / Pfälzer Wald (27,6°C gemessen am 13.08.2003) fiel die Lufttemperatur während des ganzen Zeitraums nie unter 20°C.

An den meisten Stationen in Süddeutschland war bis zum 15.08. jeder Tag des Monats ein "Heißer Tag" (Definition: Temperaturmaximum mindestens 30°C). Bei den "Sommertagen" (Temperaturmaximum mindestens 25°C) ergaben sich teilweise ex-trem lange Andauerperioden. So war in Karlsruhe jeder Tag seit dem 7. Juli ein Sommertag (40 Sommertage in ununterbrochener Reihenfolge).

Verursacht wurde diese extreme Witterung durch eine sogenannte "Omega-Wetterlage" über Mitteleuropa. Die großräumige zirkumpolare Luftströmung der freien Atmosphäre führt üblicherweise wellenförmig um die gesamte nördliche Hemisphäre herum. Bei einer Omega-Lage entsteht über West- bzw. Mitteleuropa ein markanter "Wellenrücken", der gerade so gestaltet ist, dass die Wellen nicht - wie sonst üblich - selbst langsam von West nach Ost ziehen, sondern weitgehend statio-när bleiben. Westlich und östlich des Wellenrückens finden sich entsprechende "Wel-lentäler", so dass das Ganze die Form des großen griechischen Buchstabens Omega annimmt. Unter dem Wellenrücken entsteht dann ein stabiles Bodenhoch, in diesem Fall Hoch MICHAELA, das für wolkenarmes Wetter sorgt. Besonders im Hochsom-mer können sich dabei durch die lange und ungehinderte Sonneneinstrahlung extrem hohe Temperaturen bilden.

Da schon der Monat Juni 2003 im Gebietsmittel Deutschlands der heißeste seit 1901 (Beginn der Gebietsmittelreihe) war und der Monat Juli ebenfalls erheblich über dem langjährigen Durchschnitt lag, wird der Sommer 2003 voraussichtlich der heißeste Sommer in Deutschland seit 1901 werden (s. Abb.). Das mittlere Tagesmittel des Sommers könnte am Ende bei mindestens etwa 19,3°C liegen. So wäre der Sommer 2003 deutlich wärmer als bisherige Spitzenreiter, der Sommer des Jahres 1947. Die jüngsten Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lassen dies zumindest erwarten.

(Autoren: Gerhard Müller-Westermeier, Gerhard Lux - Deutscher Wetterdienst/DWD)

Der DWD informiert in seinem jährlich erscheinenden Klimastatusbericht über den Klimaverlauf, besondere Ereignisse und ein Schwerpunktthema eines Jahres. Der Klimastatusbericht 2002 ist soeben erscheinen.