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Hyperspektral-Scanner aus Australien liefert neuartige Geodaten ueber Goettingen

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:29

Mit einer Befliegung von Goettingen haben Wissenschaftler der Georg-August-Universitaet neuartige Geodaten ueber die Stadt gewonnen.

Eingesetzt wurde dazu erstmals ein Hyperspektral-Scanner: Der HyMap-Scanner aus Australien liefert digitale Daten in 126 Spektralbaendern, mit denen Zustand und Zusammensetzung von Objekten analysiert werden. Sie zeigen zum Beispiel die Schaedigung der Vegetation durch Luftschadstoffe oder die Naehrstoffversorgung landwirtschaftlicher Nutzflaechen. Die Landschaft wird dabei auch in den solaren Bereichen gescannt, die der Mensch selbst nicht erfassen kann. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Kappas und Dr. Stefan Erasmi vom Goettinger Geographischen Institut ist Teil der Kampagne HyEurope, bei der mit Unterstuetzung des Deutschen Zentrums fuer Luft- und Raumfahrt ausserdem die Hochschulstandorte Berlin, Muenchen, Karlsruhe und Trier ueberflogen wurden. Die Datenbestaende werden derzeit im Rahmen eines interdisziplinaeren Forschungsverbundes ausgewertet. Erste Ergebnisse fuer Goettingen wird es Ende des Jahres 2004 geben.

Hyperspektral-Scanner-Bild:

(c) Geographisches Institut Universität Göttingen

Der Bildwuerfel (image cube) zeigt die Spektraltiefe des Datensatzes und damit die Anzahl der vorhandenen Spektralbaender.

Wie Dr. Erasmi erlaeutert, kann das menschliche Auge Licht nur in einem Bereich von 400 bis 750 Nanometern wahrnehmen, alle anderen Informationen des solaren Spektrums muessen ueber einen Scanner erschlossen werden. Das in Australien entwickelte Geraet zeichnet den gesamten Wellenlaengenbereich von 400 bis 2.500 Nanometern mit einer Aufloesung zwischen 10 bis 20 Nanometern auf. Damit entsteht ein kontinuierliches Spektrum, das sich aus 126 Spektralbaendern zusammensetzt. Jedes dieser Baender - sie werden bei dem Scanvorgang der Landschaft gleichzeitig aufgenommen - enthaelt spezifische Informationen ueber Objekteigenschaften, zum Beispiel ueber den Stickstoffgehalt von Pflanzen oder die Zusammensetzung von Gesteinen. Entwickelt wurde die Technik urspruenglich zur Mineralexploration in der Lagerstaettenerkundung. Heute reicht das Anwendungsspektrum von der geologischen Kartierung ueber Wasserqualitaetsanalysen bis hin zu Fragen der Stadtplanung.

"Mit diesem Projekt moechten wir die Forschung im Bereich der Hyperspektralanalyse an der Universitaet Goettingen vorantreiben und den Studierenden der Geographie ein ideales Studienobjekt im Nahbereich der Hochschule bieten", betont Prof. Kappas, der die Abteilung Kartographie, Geoinformationssysteme und Fernerkundung am Geographischen Institut leitet. Bei der Auswertung der Daten arbeiten die Goettinger Wissenschaftler eng mit Kollegen der Technischen Universitaet Karlsruhe und der Freien Universitaet Berlin zusammen. Im kommenden Jahr soll es zudem eine internationale Forschungskooperation mit der University of Colorado in Boulder (USA) geben.

Pressemitteilung Georg-August-Universitaet Goettingen, 26.07.2004