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Kieler Meereswissenschaftler im sibirischen Meer

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:31

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) haben sich heute auf den weiten Weg nach Sibirien gemacht. Für eine Expedition werden sie gemeinsam mit Kollegen aus Forschungseinrichtungen in Bremen, Bremerhaven, Moskau, St. Petersburg und Tiksi an Bord des russischen Forschungsschiffs "YAKOV SMIRNITSKY" gehen.

Schauplatz der Expedition ist die Laptev-See, das kleinste der sibirischen Schelfmeere. Mit Hilfe eines geophysikalischen Messprogramms soll dort erstmals der durch Dauerfrost geprägte Meeresboden hochauflösend kartiert werden. Die Wissenschaftler untersuchen Aufbau und Struktur des unterseeischen Permafrostes, besonders in Hinsicht auf die Freisetzung von Treibhausgasen in Folge von globalen Klimaveränderungen. Ein weiteres Ziel der Expedition ist die Bergung von zwei Meeresbodenobservatorien, die während des letzten Jahres stündlich verschiedene Parameter am Grund der Laptev-See aufgezeichnet haben. Die Daten sollen zeigen, ob und wie Umweltveränderungen (Stichwort: Erwärmung der Arktis) das fragile System der gefrorenen Ablagerungen am Meeresboden beeinflussen. Die ursprünglich für die Expedition geplante Teilnahme des russischen Bohrschiffs "KIMBERLIT" musste aufgrund der extrem schlechten Eisverhältnisse abgesagt werden. Die Laptev-See gilt im Winter als eine der kältesten Regionen der nördlichen Erdhalbkugel, im Sommer kann es dort jedoch verhältnismäßig warm werden. Schwierige Eisbedingungen wie in diesem Jahr treten nur relativ selten auf.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und das russische Ministerium für Industrie, Wissenschaft und Technologie finanzieren die Expedition. "TRANSDRIFT X" ist bereits die zehnte Forschungsreise im Rahmen des deutsch-russischen Verbundvorhabens "System Laptev-See". Das Projekt erstellt Prozessstudien zur Dynamik des Permafrostes in der Laptev-See. Die Dynamik und Geschichte des Permafrostes sind wegen der möglichen Methanfreisetzung und deren Klimafolgen von weltweiter Bedeutung, da in und unter dem Permafrost große Gashydratvorkommen vermutet werden.

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