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Mangroven und der Kohlenstoffkreislauf

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:32

Mangroven mag die Faszination und die bunte Artenvielfalt des tropischen Regenwaldes oder eines Korallenriffes fehlen. Wie diese gehören sie aber zu den produktivsten Ökosystemen unserer Erde. Aufgrund ihrer hohen Produktion an Biomasse spielen sie eine nicht unwesentliche Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Wie Forscher des Zentrums für Marine Tropenökologie, des Alfred-Wegener-Institutes, des Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit und der Florida State University herausgefunden haben, sind Mangroven für über 10 Prozent des gelösten organischen Kohlenstoffs verantwortlich, der von den Kontinenten in die Ozeane gelangt.

Menschliche Aktivitäten setzen jährlich ca. acht Milliarden Tonnen Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Atmosphäre frei. Kontinuierliche Messungen der Konzentration an Kohlendioxid zeigen aber nur einen Anstieg von ca. 3,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Der Rest wird von sog. "Kohlenstoffsenken" aufgenommen. Ein solcher Speicher ist z.B. die Biosphäre. Pflanzen nehmen Kohlendioxid auf und wandeln es über die Photosynthese in organisches Material um. Das reichert sich zum Teil als Humus im Boden an, zum Teil wird es aber ausgewaschen und gelangt über die Flüsse in die Ozeane. Dort wird der Kohlenstoff über eine Zeitspanne von Hunderten von Jahren der Atmosphäre entzogen.

Mangroven, tropische Küstenwälder, nehmen zwar weniger als 0,1% der globalen Landfläche ein. Die Bäume produzieren jedoch enorme Massen an Blättern, die sich im schlammigen Boden anlagern und zersetzen. Ein Großteil dieses organischen Abfalls wird von der Flut regelmäßig ins Meer gespült. Die Forscher führten Messungen von Kohlenstoffisotopen in Wasserproben aus einem brasilianischen Mangrovenwald durch. Dabei stellten sie fest, dass überraschend große Mengen an gelöstem organischen Kohlenstoff ins Meer gelangen. Man schätzt, dass jährlich weltweit ca. 26 Millionen Tonnen an Kohlenstoff aus Mangroven ausgewaschen werden.

In diesen Kreislauf greift der Mensch durch das Abholzen von Mangroven ein. In den letzten Jahrzehnten wurden über ein Drittel der Mangrovenflächen zerstört, hauptsächlich durch Städtebau, Landwirtschaft und Garnelenzucht. Die Forscher vermuten, dass das empfindliche Gleichgewicht der Kohlenstofftransporte weiter gestört werden könnte mit möglichen Folgen für das Weltklima.

Weitere Informationen:

Dr. Ruben Lara Zentrum für Marine Tropenökologie Tel: 0421 / 23800 - 62 Email: ruben.lara@zmt-bremen.de