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240.000-faches Erdmagnetfeld beim GSF - Forschungszentrum: Neue Spürnase für unbekannte Verbindungen im Umwelt- und Gesundheitsbereich

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:32

Seit wenigen Tagen steht im GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit das erste europäische 12 Tesla-Hochauflösungs-Massenspektrometers vom Typ FTICR-MS (Fourier Transform Ion Cyclotron Massenspektrometer). Mit diesem neuen Großgerät analysiert die GSF neue unbekannte Verbindungen in den Bereichen Umwelt und Gesundheit

Mit einer gigantischen Magnetfeldstärke von 12 Tesla (dies entspricht dem 240.000-fachen der Stärke des Erdmagnetfeldes), einem Magnetdurchmesser von eineinhalb Metern und stolzen dreieinhalb Tonnen Gewicht beeindruckt das FTICR-MS schon allein durch seine äußere Erscheinung. Viel mehr noch überzeugt es Fachkundige aber durch sein extrem hohes Massenauflösungsvermögen, seine hervorragende Massengenauigkeit sowie die Fähigkeit verschiedene, mehrstufige Fragmentierungstechniken zu verbinden. Dies ermöglicht komplexe Gemische aus der natürlichen Umwelt zu untersuchen.


(c) GSF/IGÖ
Das 12 Tesla-Hochauflösungs-Massenspektrometer wird angeliefert

Mit dem neuen Gerät wollen die Wissenschaftler bislang noch unbekannte Verbindungen und Metaboliten identifizieren. Hierfür sind bereits Kooperationen zwischen verschiedenen GSF-Instituten, mit anderen Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft sowie auf internationaler Ebene auf den Weg gebracht. Erster Gegenstand der Ermittlungen sollen für die neue Spürnase die mikrobiellen und pflanzlichen Signalstoffe sowie Metaboliten in der Wurzelzone sein. Dabei sollen Biomarker für Krankheiten identifiziert werden. Auf lange Sicht, so die Zukunftsvision der Wissenschaftler, sollen natürliche organische Substanzen aus Böden, Gewässern, marinen Systemen und Grundwässern mittels ultrahochauflösender FTICR Massenspektrometrie auf einer qualitativ völlig neuen Ebene untersucht werden. Die Ideen der GSF-Wissenschaftler gehen aber noch deutlich weiter: "Im Prinzip könnte man auf lange Sicht alle natürlichen Materialien, deren genaue Identifizierung oder Herkunftsbestimmung bislang nicht oder nur ansatzweise möglich war, endlich im Detail analysieren", so Norbert Hertkorn, Analytiker und NMR-Spezialist am Institut für Ökologische Chemie.

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