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Meeresforschung "Live"

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:32

Das internationale Forschungsprogramm für Studierende "GAME", gegründet am IFM-GEOMAR in Kiel, startet ein neues Projekt in der Meeresökologie. Am Mittwoch, den 11. Oktober 2006 informieren Meeresforscher vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Studenten aus fünf Ländern bei einem Pressetermin am Strand von Bülk über ihren internationalen Ansatz in der Erforschung der Fragestellung: "Wie wirkt sich Umweltstress auf die Verteidigungsfähigkeit von Makroalgen aus?"

Vom 4. bis 27. Oktober bereiten sich Studierende aus Deutschland, Australien, Brasilien, Chile und Neuseeland gemeinsam am IFM-GEOMAR in Kiel auf Experimente für das aktuelle Projekt von GAME auf der Südhalbkugel vor. GAME steht für "Global Approach by Modular Experiments" und ist ein im Jahr 2001 gegründetes Trainings- und Forschungsprogramm mit einem internationalen Ansatz. Im Rahmen dieser Vorbereitung werden die Studenten der Meereswissenschaften am Strand nordwestlich von Kiel Makroalgen sowie Asseln, Flohkrebse und Schnecken als deren Fraßfeinde sammeln, um mit ihnen anschließend die Methoden zu testen, die in den folgenden Monaten im Ausland angewandt werden sollen.

Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen greifen an vielen Stellen in das komplexe Zusammenspiel verschiedener Arten ein und haben weit reichende Folgen. Ändern sich die ökologischen Bedingungen für eine Tier- oder Pflanzenart, wirkt sich dies auch auf andere Arten aus. Die Umweltverschmutzung durch den Menschen führt in Gewässern zu einem Anstieg von Nährstoffen, zur so genannten Eutrophierung. Als Folge beschleunigt sich das Wachstum von planktonischen Mikroalgen, was möglicherweise zu Lichtmangel in der Wassersäule führen könnte. Solch ein Lichtmangel zählt zu den wichtigsten Stressfaktoren für Makroalgen, wie beispielsweise die braunen Tange der Nord- und Ostsee. Makroalgen wiederum spielen eine wichtige Rolle in vielen Küstenökosystemen, da sie für andere Organismen sowohl Nahrungsquelle als auch Lebensraum darstellen.

Das aktuelle GAME-Projekt untersucht, wie sich Umweltstress durch Lichtmangel auf die Verteidigungsfähigkeit von Makroalgen auswirkt. Diese großen Algen verfügen über chemische Wirkstoffe, mit denen sie Fraßfeinde wie Schnecken und Meeresasseln, aber auch Organismen, die die Algen besiedeln, von ihrer empfindlichen Oberfläche fernhalten können. Im Kieler Projekt gehen die Studenten aus dem In- und Ausland gemeinsam der Frage nach, in wie weit durch Lichtmangel gestresste Individuen ihre Fähigkeit verlieren, sich gegen Fraß und Aufwuchs zu wehren.

Um die Ergebnisse aus unterschiedlichen Regionen vergleichen zu können, finden die Experimente in den kommenden Monaten zeitgleich an verschiedenen Küstenstandorten auf der ganzen Welt statt. Sie werden in unserem Winterhalbjahr auf der Südhalbkugel und im nächsten Sommer auf der Nordhalbkugel im Rahmen von Abschlussarbeiten durchgeführt. Dafür arbeiten jeweils ein deutscher und ein ausländischer Studierender in Zweierteams zusammen. GAME wird von der Stiftung Mercator unterstützt, die den aktiven Wissensaustausch zwischen Menschen mit unterschiedlichem nationalem, kulturellem und sozialem Hintergrund fördert.

Bevor die Experimente im Ausland im November starten, haben Sie als Medienvertreter die Möglichkeit, sich in Kiel über das aktuelle GAME-Projekt zu informieren und mit teilnehmenden Studierenden und ihren Betreuern zu sprechen. Wir bitten um vorherige Anmeldung.

Treffpunkt ist um 14.15 Uhr auf dem Parkplatz zwischen dem Leuchtturm Bülk und dem Surfstrand (Bülker Weg). Nach einer Ansprache gibt es für Sie die Möglichkeit, Fotos und Filmaufnahmen von der Arbeit der Studenten zu machen.

Ansprechpartner: Dr. Mark Lenz: Tel. 0431/ 600 4576