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Neues aus der Antarktis: Teil 4 - 28.2.2007

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:35

Die Polarstern Expedition ANT-XXIII/ 9 des Alfred-Wegener-Institutes hat die Prydz Bucht erreicht und die Landgruppen ausgesetzt. Insgesamt 16 Wissenschaftler werden die nächsten drei Wochen auf dem antarktischen Festland verbringen und auf den Feldcamps ihren wissenschaftlichen Fragestellungen nachgehen.

Der Geophysiker Konrad Kopsch vom Alfred-Wegener-Institut Potsdam hat auf den Rauer Inseln zusammen mit seinen Kollegen Karsten Gohl vom Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven und Detlef Damaske von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe eine Station für geophysikalische Forschungen errichtet. Diese besteht aus einem Magnetometer und einem Seismografen, beides gut geschützt in einer isolierten Aluminiumkiste. Der Seismograf registriert jegliche Aktivitäten der Erdoberfläche und ist Teil des umfassenden Messprogramms von Gohl und seinem Team. Das Magnetometer misst das totale Magnetfeld der Erde. Beide Anlagen werden für die nächsten drei Wochen Daten sammeln und wieder abgebaut wenn die Landgruppen zurück an Bord gebracht werden. An Deck der Polarstern wurden die ersten Sedimentproben mit dem Schwerelot und dem Kastengreifer vom Meeresboden genommen und in wenigen Tagen beginnen die Projekte der Geophysik. Für die zurückgebliebenen Forscher an Bord geht es nach einem Tag stürmischer See nordwärts, um dem russischen Forschungsschiff FS Akademik Alexander Karpinsky zu begegnen. Zusammen wird in einem Zweischiffsmanöver ein umfangreiches Seismikprogramm durchgeführt. Des Weiteren wird es Stationen zur Sedimentprobenentnahme geben und die Aeromagnetik wird mit ihren Forschungsflügen beginnen. Hierbei wird mit einer Messsonde, die außerhalb des Helikopters in ca. 10 Meter Entfernung hängt ein definiertes Gebiet abgeflogen, um das Magnetfeld der Erde zu registrieren.

So sind pünktlich zum Beginn des Internationalen Polarjahres, dem IPY, alle wissenschaftlichen Projekte in vollem Gange und werden sicherlich viele neue Erkenntnisse um die Klimageschichte unserer Erde mit sich bringen. Und das alles aus der bislang insgesamt noch immer wenig erforschten Antarktis.

Peer Jambor
Presseteam AntXXIII/9 FS Polarstern