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Studenten machen die besten Wettervorhersagen fuer Bonn

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:38

Jeden Dienstag tippen Meteorologiestudenten der Universitaet Bonn das Wetter fuer die beiden folgenden Tage. Mit Hilfe von Wetterkarten, Messdaten aus dem Institut und einer gewissen Portion Intuition und Glueck erstellen sie ihre Vorhersagen.

Die sogenannte Ensemblevorhersage, der Mittelwert aus den Tipps aller Teilnehmer, ist vermutlich die beste Wettervorhersage fuer den Raum Bonn. Nach der Auswertung der Vorhersagevariablen wird am Ende des Semesters der beste Jung-Meteorologe mit einem Wanderpokal ausgezeichnet.


(c) Frank Luerweg/Universitaet Bonn

Die Idee zum Wettertipp ist simpel: Studenten der Meteorologie tippen mit Hilfe von Wetterkarten und Daten der institutseigenen Messgeraete jeden Dienstag im Semester das Wetter fuer die beiden folgenden Tage. Dabei kommt es nicht nur auf die Wetterlage an - die Meteorologen nehmen es genauer: Sie schaetzen insgesamt elf Variablen, die fuer das Wetter von Bedeutung sind, darunter Temperaturen, Luftdruck, Windrichtung und -staerke. Um einen moeglichst genauen Tipp abgeben zu koennen, muessen sich die Studenten auch auf ihre Intuition und ein Quaentchen Glueck verlassen. "Die Wetterkarten haben mit ungefaehr 60x60 km ein so grobes Raster, dass sie nicht genau fuer den Raum Bonn zutreffen," erklaert Spielleiter Daniel Simonis. Daher unterliegen die Vorhersagen trotz aller modernen Hilfsmittel zum Teil erheblichen Schwankungen.

Beste Vorhersage fuer den Raum Bonn
Professor Dr. Clemens Simmer hat die Idee zum Wettertipp im Jahr 1996 bei seinem Wechsel von Kiel nach Bonn mitgebracht. Nachdem jahrelang handschriftlich getippt und ausgewertet wurde, laeuft der Wettertipp seit vier Jahren elektronisch ueber das Internet.

Felix Ament, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, steckt auch heute noch viel Arbeit in die Verwaltung der Homepage, auf der man auch die sogenannte Ensemblevorhersage findet. Diese stellt den Mittelwert aller abgegebenen Vorhersagen dar. "Die Ensemblevorhersage ist vermutlich die beste Wettervorhersage fuer den Raum Bonn," erklaert Simonis nicht ohne Stolz. Die getippten Werte werden mit den tatsaechlichen Werten verglichen und so der beste Jung-Meteorologe ermittelt.

Grundlage fuer die Auswertung sind die Messwerte des Instituts in Bonn-Endenich sowie subjektive Beobachtungen von Bedeckungsgrad und Wetterverlauf. Ueber diese Beobachtungen gibt es oft hitzige Diskussionen. "Aber irgendwie einigen wir und dann schon immer," sagt Simonis "denn die Studenten verstehen den Wettertipp trotz aller ernsthaften Ambitionen mehr als Auflockerung ihres Studienalltags."

So auch Robin Girmes, der kuerzlich den Wettertipp zum dritten Mal in Folge gewinnen konnte und den Wanderpokal jetzt behalten darf. Sein Erfolgsgeheimnis: "Richtige Interpretation der Daten und Informationen, Glueck, Kenntnis der Station sowie langjaehriges Interesse an der Materie." Eine besondere Genugtuung war es fuer ihn, im letzten Semester den Computer geschlagen zu haben: Die Vorhersage eines Wettermodells belegte nur den vierten Platz.

Pressemitteilung der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universitaet Bonn, 11.10.2004